Porträt: Wie Food Brewer aus Zürich Kakao im Bioreaktor wachsen lässt

- Food Brewer züchtet Kakao und Kaffee aus Pflanzenzellen im Bioreaktor statt auf dem Feld.
- Seed Februar 2024: über CHF 5 Mio., unter anderem mit Zürcher Kantonalbank und Felchlin.
- Erweiterung Februar 2025: CHF 5 Mio. mit Lindt & Sprüngli und Sparkalis, Gesamtfinanzierung CHF 10 Mio.
- Stand Februar 2025: 800-Liter-Pilotanlage, B2B-Modell, erster Zielmarkt USA.
🔎 Porträt – Zürich: Kakao wächst hier nicht auf der Plantage, sondern im Bioreaktor – und Lindt schaut genau hin.
Kakao und Kaffee stehen unter Druck. Klima, Ernten und Preise schwanken. Food Brewer aus dem Kanton Zürich geht einen anderen Weg. Das Startup züchtet beide Rohstoffe aus Pflanzenzellen in Tanks.
Was die Firma macht
Food Brewer legt Zelllinien aus Kaffee- und Kakaobohnen an. Die Zellen wachsen in einer Nährlösung im Bioreaktor. Danach wird die ganze Biomasse geerntet und getrocknet. Das Ergebnis ist ein Pulver. Die Firma will kein eigenes Schokoladenprodukt verkaufen. Sie setzt auf das B2B-Geschäft und liefert Zutaten an Hersteller.
Die Geschichte
Im Februar 2024 schloss Food Brewer einen Seed über mehr als CHF 5 Mio. ab. Dabei waren Schweizer und US-Investoren, unter anderem die Zürcher Kantonalbank und der Schokoladenhersteller Felchlin als strategischer Partner. Damals zählte das Team 17 Personen. Im Februar 2025 folgte eine Erweiterung um weitere CHF 5 Mio. Neu dabei waren Lindt & Sprüngli und Sparkalis, der Corporate-Venture-Arm von Puratos. Die Gesamtfinanzierung stieg damit auf CHF 10 Mio. Die Firma wird von CEO Christian Schaub geführt, CFO ist Mathilde Dupin.
Produkt und Technologie
Der Prozess unterscheidet sich von Präzisionsfermentation. Weil die gesamte Biomasse verwendet wird, fällt die aufwendige Aufreinigung weg. Die Nährlösung besteht vor allem aus Zucker, Mineralien und Vitaminen. Nach Firmenangaben kostet sie nur wenige Rappen pro Liter. Im Februar 2025 lief eine Pilotanlage mit 800 Litern, die Kilogramm an Produkt liefert. Der nächste Schritt war ein Demo-Massstab, etwa in einer umgebauten Brauerei. Mit Krones passt Food Brewer Brauerei-Technik an. Erste Grossanlagen stellt sich die Firma bei etwa 50 000 Litern vor. Pflanzenzellkultur gilt laut Schaub in anderen Anwendungen schon bei 75 000 Litern als kommerziell bewiesen.
Markt und Wettbewerb
Zielmarkt Nummer eins sind die USA. Dort wollte die Firma 2025 eine GRAS-Meldung bei der FDA einreichen und Ende 2026 an den Markt. Das war der Plan vom Februar 2025. Den aktuellen Stand haben wir nicht unabhängig geprüft. Felchlin stellt bereits Testschokolade mit dem Kakaopulver her. Schaub betont, man wolle die Landwirtschaft nicht ersetzen oder mit ihr konkurrieren. Weitere Spieler wie Celleste Bio oder Kokomodo zeigen, dass auch international an Kakao aus Zellkultur gearbeitet wird.
Unsere Einordnung
Food Brewer hat etwas, das in diesem Feld selten ist: Industriepartner, die mitzahlen. Lindt, Felchlin und Puratos' Venture-Arm sind keine Zuschauer. Sie sichern sich Zugang zu einem Rohstoff, der knapp werden könnte. Der B2B-Fokus ist klug, denn er vermeidet den teuren Markenaufbau.
Offen bleibt vieles: Zulassung, Geschmack im grossen Massstab, Kosten pro Kilo. Die Hürde ist der Sprung von 800 auf 50 000 Liter. Wir sagen es klar: Wer das schafft, verändert eine ganze Lieferkette. Die Schweiz kennt Schokolade. Es wäre passend, wenn die nächste Kakao-Innovation hier entsteht.
Zum Startup
- Name
- Food Brewer
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- CHF 5 Mio. (Seed-Erweiterung, 2025; Gesamtfinanzierung CHF 10 Mio.)
- Kanton
- Zürich
Quelle: agfundernews.com
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