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ExpansionVerifiziert

PrivacyBee holt frisches Kapital und nimmt Kurs auf Europa

Redaktion·4. Aug. 2026·4 Min.
PrivacyBee holt frisches Kapital und nimmt Kurs auf Europa
In 30 Sekunden gelesen
  • PrivacyBee aus Bern hat nach eigenen Angaben eine Finanzierungsrunde abgeschlossen – Betrag und Investoren bleiben offen.
  • Mit dem Impressum-Launch im Frühjahr 2026 deckt die Plattform Datenschutzerklärung, Cookie-Banner und Impressum ab.
  • Das vierköpfige Leadership-Team wechselt fest vom Venture Builder Digital Innovation Lab in die PrivacyBee AG.
  • Der EU Digital Omnibus soll vereinfachen, steckt aber im Juni 2026 weiter in den Ratsverhandlungen – entschieden ist nichts.

🗺️ Bern – Expansion: Ein Berner Startup, das aus einem Anwaltsmandat entstanden ist, will den lästigsten Teil jeder Website automatisieren – als Nächstes in weiteren EU-Märkten.

PrivacyBee komplettiert seine Plattform, hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen und holt das vierköpfige Leadership-Team fest an Bord. Nächstes Ziel: Märkte ausserhalb des DACH-Raums.

Was passiert ist

Mit dem Launch des Impressums im Frühjahr 2026 deckt PrivacyBee alle drei Standarddokumente einer Website ab: Datenschutzerklärung, Cookie-Banner und Impressum. Zeitgleich hat die PrivacyBee AG nach eigenen Angaben eine Finanzierungsrunde abgeschlossen – Betrag und Investoren nennt das Unternehmen nicht, im Handelsregister ist seit Oktober 2024 keine Kapitalerhöhung eingetragen. Das Leadership-Team wechselt fest vom Venture Builder in die eigene Firma: Tom Röthlisberger (CEO), Julia Moll (Head of Marketing), Jannik Fivian (CPO) und Benjamin Indermühle (CTO). Nach eigenen Angaben zählt PrivacyBee über 11'000 aktive Abos und mehr als 500 Partner.

Von der Kanzlei zum Produkt

Die Herkunft ist ungewöhnlich. Gegründet wurde die PrivacyBee AG im Mai 2023 in Bern, von der Anwaltskanzlei Domenig & Partner und dem Venture Builder Digital Innovation Lab. Auslöser war das revidierte Datenschutzgesetz, das am 1. September 2023 in Kraft trat – die AG stand dreieinhalb Monate vorher im Handelsregister, als die Anfragen schon eintrudelten. Aus dem Mandat wurde ein Produkt: Die Plattform scannt die Website selbst, erkennt die eingesetzten Dienste und hält die Dokumente automatisch aktuell. Eingebunden wird sie über ein WordPress-Plugin, eine Wix-App oder ein Code-Snippet, zu einem festen Jahrespreis pro Website. Dazu kommt eine Abmahngarantie: bis CHF beziehungsweise EUR 5'000 pro Fall, und nur wenn der Fehler bei PrivacyBee liegt und die Website vollständig gescannt werden konnte.

Warum jetzt Europa

Die Rechtslage treibt, aber anders als man denkt. In der Schweiz ist keines der drei Dokumente durchgehend Pflicht: Das Impressum verlangt das UWG nur im elektronischen Geschäftsverkehr, und einen Einwilligungs-Banner schreibt das revidierte Datenschutzgesetz gar nicht vor. Sobald EU-Publikum dazukommt, greift die DSGVO – und dann wird es ernst. Die EU-Kommission hat im November 2025 den Digital Omnibus vorgeschlagen, der vieles vereinfachen soll. Der KI-Teil ist inzwischen politisch geeint, der Datenschutz-Teil steckt weiter in den Ratsverhandlungen. Ausgerechnet die für Websites spannenden Punkte sind dabei wieder herausgeflogen: Im Rats-Kompromiss vom Juni 2026 fehlen die Verlagerung der Cookie-Einwilligung in die DSGVO und das Ein-Klick-Nein. Entschieden ist also nichts, und die Banner verschwinden so oder so nicht.

Unsere Einordnung

Der Markt ist gut besetzt. Usercentrics, das Cookiebot 2021 übernommen hat, und iubenda, seit 2022 bei team.blue – beide grösser, beide über zehn Jahre im Markt. PrivacyBee gewinnt trotzdem, weil es eine andere Frage beantwortet. Die grossen Plattformen geben dir ein Werkzeug. PrivacyBee nimmt dir die Arbeit ab. Für eine Malermeisterin mit einer WordPress-Seite ist das der entscheidende Unterschied.

Genau dieser Fokus ist auch das Risiko: Der Preis pro Website ist klein, die Kundschaft muss in die Zehntausende gehen, damit die Rechnung aufgeht. Die kommunizierten 11'000 Abos in drei Jahren deuten darauf hin, dass der Kanal über Agenturen und Partner funktioniert. In Deutschland trifft PrivacyBee aber auf etablierte Anbieter mit eigenen Partnernetzen, und welche EU-Märkte konkret folgen, sagt das Unternehmen nicht. Der geplante API-Zugang für CMS-Anbieter ist deshalb der spannendere Teil der Ankündigung: Wer als Infrastruktur unter fremden Baukästen liegt, muss nicht jede einzelne Website selbst gewinnen. Wir schauen genau hin, ob das gelingt.

Quelle: Medienmitteilung PrivacyBee, Handelsregister, privacybee.io

Zum Startup

Name
PrivacyBee
Phase
Seed
Letzte Runde
Finanzierungsrunde 2026, Betrag nicht kommuniziert
Kanton
Bern
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Quelle: privacybee.io

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