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Porträt: Wie Klarent aus Zürich KI-Code testet, ohne dass die KI würfelt

Redaktion·27. Okt. 2026·5 Min.
Porträt: Wie Klarent aus Zürich KI-Code testet, ohne dass die KI würfelt
In 30 Sekunden gelesen
  • Klarent wurde von Asheem Panakkat (CEO) und Momchil Ivanov (CTO) gegründet, beide frühere Google-Ingenieure; sie verliessen Google 2023.
  • Die Plattform testet Web-, iOS- und Android-Apps. KI-Agenten schreiben deterministischen Testcode, Menschen prüfen jedes Ergebnis.
  • Genannte Kunden sind JD Sports, NZZ und Sixt; ein Kunde lässt rund 3500 Tests pro Tag laufen.
  • Im Oktober 2026 sammelte Klarent USD 8 Mio. Seed unter Führung von Mosaic Ventures; das Team zählt 25 Personen.

🔎 Porträt – Zürich: Wenn KI immer mehr Code schreibt, muss jemand prüfen, ob er stimmt. Genau darauf hat sich ein Zürcher Team spezialisiert.

Software wird heute oft von KI-Assistenten geschrieben. Das geht schnell. Die Frage ist: Wer kontrolliert das Ergebnis? Klarent aus Zürich will diese Kontrolle automatisieren, ohne dass die Kontrolle selbst zum Zufallsprodukt wird.

Was die Firma macht

Klarent betreibt eine Plattform für autonomes Software-Testen. Sie deckt Web-Anwendungen sowie Apps für iOS und Android ab. Kunden zahlen nach Ergebnis, nicht nach Aufwand. Das ist ein klares Versprechen in einer Branche, die bisher stark auf manuelle Arbeit und Outsourcing setzt.

Die Geschichte

Gegründet haben Klarent Asheem Panakkat als CEO und Momchil Ivanov als CTO. Beide waren zuvor leitende Ingenieure bei Google und arbeiteten dort an Produkten wie Lens und Shopping. Panakkat war nach Medienberichten auch an Maps und Search beteiligt. 2023 verliessen die beiden Google und gründeten die Firma.

Der Start war ein anderer als das heutige Produkt. Zuerst baute das Team Werkzeuge, um grosse Sprachmodelle zu bewerten. Dann erkannte es: Das grössere Problem ist das Testen von KI-generiertem Code. Dieser Schwenk hat das Unternehmen geprägt. Panakkat fasst die Kernfrage so zusammen: Wie hält man Coding-Agenten ehrlich?

Produkt und Technologie

Der Kern ist ein Prinzip, das Klarent „deterministische Autonomie“ nennt. Grosse Sprachmodelle schreiben und reparieren den Testcode. Beim eigentlichen Testlauf entscheiden sie aber nicht mehr mit. Der Code ist fest, wird zwischengespeichert und läuft immer gleich ab. Ein Partner von Mosaic Ventures bringt es auf den Punkt: KI zum Schreiben der Tests, nicht zum Ausführen.

Dazu kommt ein Mensch im Prozess. Ein Service-Team prüft jedes Ergebnis, bevor es beim Kunden landet. Das kostet Aufwand, schafft aber Vertrauen. Wer schon einmal einem flackernden Test hinterhergejagt ist, versteht den Wert.

Markt und Wettbewerb

Als Kunden nennt Klarent JD Sports aus dem E-Commerce, die NZZ aus den Medien und Sixt aus Reisen und Mobilität. Die Firma will zudem in Banken und Versicherungen vordringen. Ein Kunde lässt laut Berichten rund 3500 Tests pro Tag laufen. Die Kundenangaben stammen von Klarent selbst.

Als Wettbewerber werden unter anderem Octomind, Tricentis, QA Wolf, Momentic, LambdaTest und Endform genannt. Panakkat sieht den Qualitätssicherungsmarkt bei rund USD 35 Mrd., grösstenteils manuell erledigt. Das ist seine Einschätzung, keine unabhängige Marktzahl. Der grösste Rivale sei klassisches Outsourcing, sagt der Mosaic-Partner.

Finanzierung und Zahlen

Im Oktober 2026 meldete Klarent eine Seed-Runde über USD 8 Mio. Angeführt wurde sie von Mosaic Ventures, mit dabei sind Moonfire Ventures und Business Angels, darunter der frühere Google-Direktor Jürgen Galler, Harris Barton und AngelInvest Ventures. Das Team zählt laut Medienbericht 25 Personen. Der grösste Teil des Geldes geht in Personal und Vertrieb in den USA und in Grossbritannien, ein kleinerer in die Entwicklung.

Unsere Einordnung

Klarent trifft einen Nerv. Je mehr KI Code liefert, desto wichtiger wird verlässliche Kontrolle. Die Idee, KI nur schreiben und nicht ausführen zu lassen, ist einfach und gut erklärbar. Das hilft im Verkauf an Konzerne.

Offen bleibt, wie stark der Mensch im Prozess skaliert. Ein Service mit Prüfern ist schwerer zu vervielfachen als reine Software. Auch der Konkurrenzdruck ist hoch, und die US-Giganten schlafen nicht. Das Team hat aber Kunden, Kapital und einen klaren Fokus. Wir finden: Ein Zürcher Software-Startup mit globalem Anspruch, genau so soll es sein.

Zum Startup

Name
Klarent
Phase
Seed
Letzte Runde
USD 8 Mio. (Seed, 2026)
Kanton
Zürich
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Quelle: klarent.ai

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