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Porträt: Wie Ecorobotix aus der Waadt Pestizide um bis zu 95 Prozent senkt

Redaktion·1. Aug. 2026·7 Min.
Porträt: Wie Ecorobotix aus der Waadt Pestizide um bis zu 95 Prozent senkt
In 30 Sekunden gelesen
  • Ecorobotix aus Yverdon-les-Bains baut KI-Spritzen, die jede Pflanze einzeln behandeln.
  • Der ARA-Sprüher reduziert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nach Firmenangaben um bis zu 95 Prozent.
  • Bis März 2026 wurden weltweit über 1000 ARA-Geräte verkauft.
  • In der Series D holte Ecorobotix 2025 rund USD 105 Mio., angeführt von Highland Europe.

🔎 Porträt – Yverdon-les-Bains: Dieser Agrartech-Pionier will beweisen, dass Hightech und weniger Chemie auf dem Acker zusammengehören.

Auf einem konventionellen Feld wird Pflanzenschutzmittel meist flächig versprüht. Auch dort, wo gar keine Pflanze steht. Ecorobotix aus der Waadt macht es anders und behandelt jede Pflanze einzeln. Das Ergebnis: deutlich weniger Chemie bei gleicher Wirkung.

Was die Firma macht

Ecorobotix entwickelt Maschinen für ultrapräzisen Pflanzenschutz. Herzstück ist der ARA, ein Anbaugerät für den Traktor. Kameras erfassen jede einzelne Pflanze, eine KI erkennt in Echtzeit, ob es sich um Nutzpflanze oder Unkraut handelt. Winzige Düsen geben den Wirkstoff dann gezielt auf wenige Zentimeter genau ab. Ecorobotix nennt das Plant-by-Plant. Nach Firmenangaben sinkt der Verbrauch von Herbiziden und anderen Mitteln so um bis zu 95 Prozent.

Die Geschichte

Gegründet wurde Ecorobotix 2011 in Yverdon-les-Bains von Aurélien Demaurex und Steve Tanner. Der erste Ansatz war ein autonomer Solar-Roboter, der selbstständig über den Acker fährt. Aus dieser Idee wurde über die Jahre ein marktreifes Produkt für den professionellen Anbau. Heute beschäftigt die Firma über 250 Mitarbeitende und ist in Europa, Nord- und Südamerika aktiv. Aus dem Forschungsprojekt ist ein internationales Scale-up geworden.

Produkt & Technologie

Der ARA kam 2021 auf den Markt. Er verbindet drei Dinge, die zusammen den Unterschied machen: hochauflösende Kameras, ein trainiertes KI-Modell und eine sehr feine Düsensteuerung. Das System unterscheidet Kultur und Beikraut und dosiert individuell. Für Landwirte zählt am Ende die Rechnung. Weniger Wirkstoff heisst tiefere Kosten und weniger Rückstände im Boden und im Wasser. Gleichzeitig steigt der Druck durch strengere Auflagen beim Pflanzenschutz. Genau in diese Lücke stösst Ecorobotix.

Markt & Wettbewerb

Bis März 2026 hat Ecorobotix nach eigenen Angaben weltweit über 1000 ARA-Geräte verkauft. Der Sprüher ist in mehreren europäischen Ländern im Einsatz und expandiert nach Nordamerika und Südamerika. Die Konkurrenz ist gewichtig. John Deere setzt mit See and Spray auf ähnliche Ideen, dazu kommen spezialisierte Anbieter wie Carbon Robotics. Ecorobotix hat aber einen Vorsprung bei der Präzision und eine wachsende installierte Basis. Beides zählt in einem Markt, in dem Landwirte auf bewährte Technik vertrauen.

Finanzierung & Zahlen

Ecorobotix ist gut finanziert. Auf eine Series C über USD 45 Mio. im Jahr 2024 folgte im Oktober 2025 eine Series D über rund USD 105 Mio. Angeführt wurde die Runde von Highland Europe. Neu mit an Bord kamen unter anderem der European Circular Bioeconomy Fund und McWin. Auch BASF Venture Capital und Swisscom Ventures gehören zum Kreis der Investoren. Insgesamt hat die Firma damit über USD 150 Mio. eingesammelt. Das Kapital soll vor allem den internationalen Vertrieb und die Weiterentwicklung der KI beschleunigen.

Unsere Einordnung

Ecorobotix ist eines der überzeugendsten Agrartech-Vorhaben Europas. Der Ansatz löst ein echtes Problem und rechnet sich für den Landwirt, statt nur ein gutes Gewissen zu verkaufen. Das ist der Grund, warum internationale Investoren so bereitwillig zeichnen. Die grosse Frage ist die Skalierung. 1000 Geräte sind ein Meilenstein, aber der Weltmarkt ist riesig, und die grossen Landmaschinenkonzerne schlafen nicht. Ecorobotix muss jetzt zeigen, dass es aus dem Technologievorsprung einen dauerhaften Marktvorsprung macht. Die Voraussetzungen dafür sind selten gut.

Zum Startup

Name
Ecorobotix
Phase
Growth
Letzte Runde
USD 105 Mio. (Series D, 2025)
Kanton
Waadt

Quelle: ecbf.vc

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