Porträt: BTRY und die Batterie, die in einer Minute lädt

- BTRY ist ein 2023 gegründetes Spin-off von Empa und ETH Zürich mit Sitz in Dübendorf.
- Die gestapelten Dünnschicht-Festkörperbatterien laden in rund einer Minute und arbeiten bei extremen Temperaturen.
- Gegründet von den Empa-Forschern Moritz Futscher und Abdessalem Aribia.
- Finanzierung: CHF 900'000 Pre-Seed (2024), USD 5,7 Mio. Seed (2025) und EUR 2,2 Mio. EIC Accelerator (2026).
🔎 Porträt – Dübendorf: Eine Batterie, die in einer Minute voll ist und auch bei grosser Kälte liefert. Dieses Empa-Spin-off will genau das in die Fabrik bringen.
Ladezeit ist das grösste Ärgernis moderner Elektronik. BTRY verspricht, es zu beseitigen: aufladen in rund einer Minute, mit hoher Energiedichte und ohne die üblichen Sicherheitsrisiken.
Was die Firma macht
BTRY ist ein Spin-off der Forschungsanstalt Empa und der ETH Zürich. Die Firma entwickelt eine neue Art von Batterie: eine Dünnschicht-Festkörperbatterie. Anders als heutige Lithium-Ionen-Zellen kommt sie ohne flüssigen Elektrolyten aus. Das macht sie sicherer und robuster. Das erklärte Ziel ist ehrgeizig: eine Zelle, die in rund einer Minute lädt, viel Energie speichert und auch bei extremer Hitze oder Kälte zuverlässig arbeitet.
Die Geschichte
Hinter BTRY stehen die beiden Empa-Forscher Moritz Futscher und Abdessalem Aribia. Sie entwickelten die Technologie im Labor und gründeten daraus 2023 das Unternehmen mit Sitz in Dübendorf. Die Nähe zur Empa ist mehr als Symbolik. Sie gibt dem Team Zugang zu Reinräumen, Messtechnik und jahrelanger Materialforschung. Genau das braucht es, um eine Laborzelle in ein industriefähiges Produkt zu verwandeln.
Produkt & Technologie
Der Trick von BTRY ist das Stapeln. Einzelne Dünnschicht-Batterien sind extrem flach und laden blitzschnell, speichern aber wenig. BTRY stapelt viele solcher Schichten übereinander. So entsteht eine Zelle, die die hohe Ladegeschwindigkeit behält und trotzdem genug Energie liefert. Die Herstellung kommt zudem ohne Lösungsmittel aus, was sie sauberer macht als klassische Batterieproduktion. Weil kein flüssiger Elektrolyt drin ist, entfällt ein grosser Teil des Brandrisikos. Erste Anwendungen sieht die Firma in Elektronik, Sensoren und Geräten, in denen Platz und Sicherheit zählen.
Markt & Wettbewerb
Festkörperbatterien gelten als der nächste grosse Schritt in der Energiespeicherung. Konzerne von Toyota bis Samsung arbeiten daran, dazu zahlreiche Startups. Der Markt ist also hart umkämpft und kapitalintensiv. BTRY setzt nicht auf die grosse Autobatterie, sondern auf den Weg über kleine, hochwertige Zellen. Das ist klug. Dort sind Kunden bereit, für Ladegeschwindigkeit und Sicherheit zu zahlen, und die nötigen Stückzahlen sind erreichbar. Über diesen Nischeneinstieg lässt sich Technologie reifen, bevor man grössere Märkte angeht.
Finanzierung & Zahlen
BTRY hat seine Finanzierung Schritt für Schritt aufgebaut. Den Start machte im Januar 2024 eine Pre-Seed-Runde über CHF 900'000, angeführt vom deutschen High-Tech Gründerfonds mit der Zürcher Kantonalbank an Bord. Im November 2025 folgte eine überzeichnete Seed-Runde über USD 5,7 Mio. für die Industrialisierung. 2026 kam ein EIC-Accelerator-Zuschuss der EU über EUR 2,2 Mio. dazu. Dieses Programm ist hart umkämpft, die Erfolgsquote liegt unter fünf Prozent. Das Geld ist nicht verwässernd, ein Vorteil für ein Deeptech-Team.
Unsere Einordnung
BTRY ist ein Paradebeispiel für Schweizer Deeptech: Spitzenforschung aus der Empa, ein fokussiertes Team und eine ehrliche Go-to-Market-Strategie über die Nische. Die Technik ist beeindruckend, aber Batterie-Industrialisierung ist notorisch schwierig. Vom funktionierenden Prototyp zur zuverlässigen Massenproduktion ist es ein langer, teurer Weg, an dem schon grössere Firmen gescheitert sind. Die Mischung aus privatem Kapital und nicht-verwässernder EU-Förderung verschafft BTRY Luft. Wenn das Stapel-Konzept sich in der Fertigung bewährt, hat die Schweiz hier einen echten Anwärter auf einen Batterie-Durchbruch.
Zum Startup
- Name
- BTRY
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- USD 5,7 Mio. (Seed, 2025); EUR 2,2 Mio. (EIC Accelerator, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: btry.ch
Mehr aus der Szene
PorträtPorträt: Wie 9T Labs Carbonfaser aus der Manufaktur in die Serie bringt
PorträtPorträt: Borobotics und der Bohrroboter, der Erdwärme in die Stadt bringt
Finanzierung