Porträt: Borobotics und der Bohrroboter, der Erdwärme in die Stadt bringt

- Borobotics aus Winterthur wurde 2023 gegründet und entwickelt den autonomen Bohrroboter Grabowski.
- Grabowski ist rund 2,5 m lang, 135 mm dünn und braucht nur 6 bis 8 m² Platz.
- Er bohrt Erdwärmesonden dort, wo grosse Bohrgeräte nicht hinkommen: in Gärten, Garagen, Kellern.
- Finanzierung u.a. CHF 1,3 Mio. von Innosuisse und CHF 2,5 Mio. von Emissions Reduction Alberta (2026).
🔎 Porträt – Winterthur: Erdwärme ist sauber und immer verfügbar. Nur die Bohrung ist teuer und sperrig. Dieses Startup schrumpft die Bohrmaschine auf Roboter-Grösse.
Wer heute eine Erdwärmesonde setzen will, braucht ein Bohrgerät so hoch wie ein Haus und schwer wie ein Lastwagen. In der Stadt ist das oft unmöglich. Borobotics will genau das lösen.
Was die Firma macht
Borobotics ist ein junges Cleantech- und Robotik-Startup aus Winterthur. Es baut einen elektrischen, autonomen Bohrroboter für Geothermie. Der Roboter heisst Grabowski. Er bohrt die Löcher, in denen später Erdwärmesonden stecken. Diese Sonden speisen Wärmepumpen und heizen so Gebäude, ganz ohne Öl und Gas. Der Clou: Grabowski arbeitet dort, wo herkömmliche Technik keinen Platz hat.
Die Geschichte
Gegründet wurde Borobotics 2023. Die Firma sitzt im Technopark Winterthur, einem bekannten Nährboden für Industrie- und Robotik-Startups. Der Ausgangspunkt war eine simple Beobachtung: Die Wärmewende scheitert in Städten oft an der Bohrung. Zufahrt, Lärm, Platz und Kosten stehen im Weg. Das Team stellte darum nicht die Bohrtechnik selbst infrage, sondern ihre Grösse. Statt eines riesigen Bohrturms sollte ein schlanker Roboter die Arbeit übernehmen.
Produkt & Technologie
Grabowski ist rund 2,5 Meter lang und nur 135 Millimeter dünn. Er braucht gerade einmal 6 bis 8 Quadratmeter Platz. Damit passt er in fast jeden Garten, in eine Tiefgarage oder sogar in einen Keller. Zum Vergleich: Heutige Bohrgeräte sind bis zu sechs Meter hoch und wiegen rund zehn Tonnen. Der Roboter arbeitet elektrisch und autonom. Er frisst sich Stück für Stück in den Boden, statt mit viel Lärm und Diesel von oben zu bohren. Das senkt Emissionen, Lärm und Kosten. Im praktischen Test peilte das Team für den Sommer 2026 eine Bohrtiefe von 50 Metern an.
Markt & Wettbewerb
Der Markt ist riesig und politisch gewollt. Millionen Gebäude in Europa müssen weg von fossilen Heizungen. Wärmepumpen sind die naheliegende Antwort, und Erdwärme ist die effizienteste Quelle für sie. Das Nadelöhr ist die Bohrung. Wer sie günstiger und stadttauglich macht, öffnet einen gewaltigen Markt. Klassische Bohrfirmen sind hier eher Partner als Gegner: Sie könnten Grabowski dort einsetzen, wo ihre grossen Geräte scheitern. Ein direkter Wettbewerber mit einem gleich kleinen, autonomen System ist bislang nicht in Sicht.
Finanzierung & Zahlen
Borobotics finanziert sich bislang stark über Förderung, was zur langen Entwicklungszeit von Hardware passt. Von der Innovationsagentur Innosuisse gab es CHF 1,3 Mio. für die Weiterentwicklung von Grabowski. Dazu kam Unterstützung von Venture Kick. 2026 sicherte sich die Firma zudem CHF 2,5 Mio. von der kanadischen Förderagentur Emissions Reduction Alberta. Dass sogar ein Öl-Land wie Alberta in Schweizer Geothermie-Technik investiert, ist ein starkes Signal für die internationale Relevanz.
Unsere Einordnung
Borobotics greift ein echtes Problem an, nicht ein erfundenes. Die Wärmewende steckt in Städten fest, und die Bohrung ist der Grund. Ein kleiner, autonomer Roboter ist dafür eine überzeugend einfache Idee. Der Weg bleibt hart: Hardware im Untergrund ist unberechenbar, jede Bodenschicht anders, und der Sprung vom Prototyp zum robusten Serienprodukt ist gross. Doch die Förderung aus dem In- und Ausland zeigt, dass Fachleute an das Konzept glauben. Gelingt der Nachweis in der Tiefe, könnte Grabowski zu einem der wichtigsten Schweizer Beiträge zur Wärmewende werden.
Zum Startup
- Name
- Borobotics
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- CHF 2,5 Mio. (Emissions Reduction Alberta, 2026); CHF 1,3 Mio. (Innosuisse, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: venturekick.ch
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