Porträt: Wie 8inks die Batterie-Beschichtung neu erfindet

- 8inks ist ein ETH-Spin-off (2022) für schnellere, günstigere Batterieproduktion.
- Kerntechnik: Mehrschicht-Vorhangbeschichtung ersetzt das Slot-Die-Verfahren.
- EUR 2,4 Mio. vom EIC Accelerator, einem der härtesten Deeptech-Programme Europas.
- Die Technik ebnet auch den Weg zu Feststoffbatterien.
🔎 Porträt – Zürich: Ein ETH-Spin-off greift eine Technik an, die sich seit 30 Jahren kaum verändert hat – die Beschichtung von Batterie-Elektroden.
Batterien entscheiden mit über die Energiewende. Doch wie sie hergestellt werden, ist erstaunlich altmodisch. Genau hier setzt 8inks an – und hat dafür eine der härtesten Förderungen Europas gewonnen.
Was die Firma macht
8inks will den Herstellungsstandard für Lithium-Ionen-Batterien ersetzen, der seit rund 30 Jahren fast unverändert ist: das Slot-Die-Verfahren. Bei diesem wird die Aktivmasse – also das Material, das die Lithium-Ionen speichert – in einer einzigen Schicht auf eine Folie aufgetragen. Das ist langsam und wenig flexibel. 8inks macht es anders und legt mehrere dünne Schichten gleichzeitig auf. Das Ergebnis: schnellere, günstigere und feiner steuerbare Elektroden.
Die Geschichte
8inks entstand 2022 als Spin-off der ETH Zürich. Gründer Paul Baade entwickelte das Verfahren aus der Forschung heraus. Die Firma gehört zu einer kleinen Welle von ETH-Batterie-Spin-offs: Zusammen mit der Schwesterfirma BTRY sorgte 8inks 2024 für Aufmerksamkeit, als beide zeigten, wie sich Batterien effizienter und nachhaltiger produzieren lassen. 8inks wurde zudem als Venture Leader Technology ausgezeichnet und trug seine Technik so auf internationale Bühnen.
Produkt & Technologie
Kern ist die Mehrschicht-Vorhangbeschichtung. Statt einer Schicht fliesst ein dünner Vorhang aus mehreren Lagen gleichzeitig auf die Folie. Jede Lage kann eine andere Dicke und Materialeigenschaft haben. Das bringt zwei Vorteile. Erstens lässt sich die Elektrode viel genauer auf die Anwendung zuschneiden. Zweitens steigt die Beschichtungsgeschwindigkeit stark – ein direkter Hebel gegen die wachsende Nachfrage. Wichtig für die Zukunft: Die Methode hilft auch beim Skalieren von Feststoffbatterien, dem grossen nächsten Schritt der Branche.
Markt & Wettbewerb
Der Markt ist riesig und wird von asiatischen Zellherstellern dominiert. Europa versucht, eine eigene Batterie-Industrie aufzubauen – und sucht dabei nach genau solchen Effizienzhebeln. Wer die Produktion schneller und günstiger macht, ohne die Chemie neu erfinden zu müssen, trifft einen Nerv. 8inks verkauft keine Zellen, sondern eine bessere Art, sie zu bauen. Das ist ein klügerer Platz in der Wertschöpfungskette als der direkte Wettlauf mit den Giga-Fabriken.
Finanzierung & Zahlen
2026 wurde 8inks für den EIC Accelerator ausgewählt und sicherte sich EUR 2,4 Mio. Das Programm des European Innovation Council gilt als eines der kompetitivsten für Deeptech-Startups in Europa. Der Zuschlag ist mehr als Geld: Er ist ein Qualitätssignal, das Industriepartner und Folgeinvestoren aufhorchen lässt.
Unsere Einordnung
8inks ist eine typische Schweizer Deeptech-Wette: unspektakulär im Pitch, potenziell riesig in der Wirkung. Der Ansatz ist clever, weil er die Batterie-Chemie nicht anfasst, sondern nur den Produktionsschritt verbessert – das senkt das Risiko und passt zu Europas Aufholjagd. Klar ist auch: Der Weg von der Pilotanlage in die Serienfertigung ist lang, und Produktionsequipment verkauft sich nur, wenn grosse Zellhersteller mitspielen. Der EIC-Zuschlag zeigt, dass die Fachwelt die Technik ernst nimmt. Wir finden: eines der spannendsten Batterie-Startups aus dem ETH-Umfeld.
Zum Startup
- Name
- 8inks
- Phase
- Pre-Seed
- Letzte Runde
- EUR 2,4 Mio. (EIC Accelerator, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: ethz.ch
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