GoNina bringt seine Food-Waste-KI in die Kantinen der SV Group

- GoNina startet ein Pilotprojekt mit der SV Group in zehn Betrieben der Gemeinschaftsgastronomie.
- Die KI nutzt über 150 Faktoren wie Wetter, Feiertage und lokale Verkaufsdaten für tägliche Produktionsempfehlungen.
- Bisher setzen über 100 Bäckereistandorte auf die Software des 2023 gegründeten Zürcher Startups.
- Ziel ist weniger Überschuss und damit weniger Food Waste in Kantinen und Mensen.
Das Zürcher Foodtech-Startup GoNina wagt den Sprung von der Bäckerei in die Grossküche. Seine KI-Prognosen kommen neu in der Gemeinschaftsgastronomie zum Einsatz – zusammen mit einem Schwergewicht der Branche.
Was passiert ist
GoNina startet ein Pilotprojekt mit der SV Group. Die Software wird zunächst in zehn Betrieben der Gemeinschaftsgastronomie getestet. Die SV Group mit Sitz in Dübendorf betreibt rund 500 Restaurants und Verpflegungsangebote – von Personalrestaurants über Mensen an Bildungsinstitutionen bis zum Event-Catering. Für GoNina ist es der erste grosse Schritt in dieses Segment: Bisher setzen mehr als 100 Bäckereistandorte auf die Prognosen des Startups.
Wie die KI funktioniert
Die Plattform wertet über 150 Einflussfaktoren aus – etwa Wetter, Feiertage, lokale Events und standortgenaue Verkaufsdaten. Daraus errechnet sie täglich, wie viel ein Betrieb produzieren sollte. Weniger Überschuss bedeutet weniger weggeworfene Lebensmittel und tiefere Kosten. Bleibt trotzdem etwas übrig, lässt sich der Überschuss über eine zweite Funktion vergünstigt an Konsumentinnen und Konsumenten abgeben. GoNina wurde im August 2023 von Ferdinand von Hagen und Matthieu Ochsner gegründet und ging im Februar 2024 live.
Warum die Grossküche der spannendere Hebel ist
In der Schweiz landen jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall, ein grosser Teil davon in der Ausser-Haus-Verpflegung. Genau dort, wo täglich für hunderte Gäste geplant wird, wirkt eine bessere Prognose besonders stark. Kantinen und Mensen sind planbarer als der spontane Ladenverkauf – und liefern der KI saubere, wiederkehrende Daten. Für ein Startup, das seine Modelle bisher an Gipfeli und Brot trainiert hat, ist das ein natürlicher nächster Markt.
Unsere Einordnung
Der Pilot mit der SV Group ist mehr als ein Testlauf – er ist ein Gütesiegel. Wenn einer der grössten Gastro-Betreiber der Schweiz seine Produktionsplanung einem jungen Startup anvertraut, sagt das viel über die Reife des Produkts. Der Erfolg wird sich an einer Zahl messen lassen: Wie stark sinkt der Foodwaste pro Standort? Gelingt der Nachweis über zehn Betriebe hinweg, hat GoNina ein starkes Argument für den Rollout in hunderte weitere Küchen – und für den Schritt über die Landesgrenze. Das Risiko liegt in der Datenqualität und darin, dass Köchinnen und Köche der Maschine wirklich vertrauen. Wir finden: Das ist der richtige Markt zur richtigen Zeit.
Quelle: gonina.com
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