smarli. holt über CHF 2 Mio. – St. Gallen verkauft das Smart Home über den Elektriker

- smarli. hat in seiner zweiten Finanzierungsrunde über CHF 2 Mio. aufgenommen.
- Neuer Investor Robert Sigrist zieht in den Verwaltungsrat ein – die Wahl wurde im Juni 2026 im Handelsregister eingetragen.
- Das Geld fliesst in den Ausbau des Partnernetzwerks sowie in eigene Software- und Hardwarekomponenten.
- Die erste Runde brachte im Januar 2025 rund CHF 700'000.
Das St. Galler Startup smarli. hat seine zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen und dabei über zwei Millionen Franken aufgenommen. Das Geld geht ins Partnernetzwerk und in eigene Hardware.
Was passiert ist
smarli. baut ein Smart-Home-System, das auf der bestehenden Elektroinfrastruktur aufsetzt. Licht, Storen, Heizung, Energieversorgung und Sicherheit lassen sich damit steuern – in Neubauten ebenso wie in bestehenden Wohnungen, Häusern und Büros, die nachgerüstet werden.
In der zweiten Runde kamen nun über zwei Millionen Franken zusammen. Die erste Runde hatte im Januar 2025 rund 700'000 Franken eingebracht. Das Kapital soll in den Ausbau des Partnernetzwerks fliessen sowie in die Weiterentwicklung von Software und Hardware. Im September sind zusätzlich Mitarbeitende in der Partnerakquise und -betreuung dazugekommen.
Wer investiert
Namentlich genannt wird ein neuer Investor: Robert Sigrist. Er nimmt gleichzeitig Einsitz im Verwaltungsrat, seine Wahl wurde im Juni 2026 im Handelsregister eingetragen. Weitere Geldgeber der Runde werden in der Mitteilung nicht aufgeführt – laut Firma beteiligten sich bestehende und neue Investoren.
Der Verwaltungsrat war schon bei der ersten Runde erweitert worden – damals um Jim Steiner, Inhaber und CEO der St. Galler BSW Security AG, und um den Investor und Anwalt Raphael Jaeger. Neben den beiden Mitgründern Martin Stamm und Thomas Obrecht sitzt damit inzwischen ein ansehnliches Netzwerk aus der Elektro- und Sicherheitsbranche am Tisch.
Der eigentliche Hebel heisst Elektriker
Interessant ist weniger die Höhe der Runde als das, wofür das Geld eingesetzt wird. smarli. verkauft nicht primär an Endkunden, sondern an Elektroinstallateure, Installationsbetriebe und Energieversorger. Die Partner konfigurieren das System selbst über eine sogenannte Partner Engine.
Parallel entwickelt die Firma eigene Hardwarekomponenten, zugeschnitten auf diese Engine und die bestehende Elektroinfrastruktur. Ziel sind Robustheit, Zuverlässigkeit und eine einfachere Installation. Mitgründer Thomas Obrecht nennt genau diese zwei Punkte – Partnernetzwerk und eigene Komponenten – als entscheidend für die nächste Phase.
Unsere Einordnung
Zwei Millionen sind im Schweizer Startup-Jahr 2026 keine Schlagzeile. Der Ansatz dahinter ist trotzdem einer der vernünftigeren im Smart-Home-Markt.
Denn das Problem dieser Branche war nie die Technik, sondern der Vertrieb. Smart-Home-Systeme scheitern regelmässig daran, dass sie eine eigene Installateur-Ausbildung brauchen oder proprietäre Geräte voraussetzen. smarli. dreht das um: bestehende Elektroinfrastruktur, beliebige Geräte, und der Elektriker vor Ort konfiguriert selber. Wer den Installateur auf seiner Seite hat, kommt in den Neubau und in die Sanierung – zwei Kanäle, an denen kein Direktvertrieb vorbeikommt.
Das Risiko liegt an derselben Stelle. Ein Partnermodell skaliert nur, wenn die Konfigurationssoftware wirklich so einfach ist, wie sie verspricht. Und mit eigener Hardware baut sich smarli. eine Fixkostenposition auf, die bei einer Runde in dieser Grösse schnell drückt. Wir schauen deshalb weniger auf die nächste Finanzierung als darauf, wie viele Installationsbetriebe in zwölf Monaten selbstständig smarli.-Projekte umsetzen.
Zum Startup
- Name
- smarli.
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- Über CHF 2 Mio. (2026)
- Kanton
- St. Gallen
Quelle: leaderdigital.ch
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