Finanzierungsreport Juli 2026: CHF 333 Mio in 19 Runden – ein Basler Biotech dominiert

- 19 bezifferte Runden im Juli 2026 ergeben rund CHF 333 Mio. erfasstes Volumen.
- Grösste Runde: Windward Bio aus Basel mit USD 165 Mio. – allein 40 Prozent des Monats.
- Median CHF 6,0 Mio., Durchschnitt CHF 17,5 Mio.: wenige Grossrunden prägen den Monat.
- Zürich führt mit acht Runden, Deeptech und Hardware sind das starke Thema.
Der Juli 2026 war ein starker Monat für Schweizer Startups. In den von uns erfassten Runden flossen rund CHF 333 Millionen frisches Kapital. Doch fast die Hälfte davon geht auf ein einziges Basler Biotech zurück.
Die Zahlen des Monats
Wir haben für den Juli 2026 19 bezifferte Finanzierungsrunden von Schweizer Startups erfasst. Zusammen ergeben sie ein Volumen von rund CHF 333 Millionen. Der Median liegt bei CHF 6,0 Millionen, der Durchschnitt bei CHF 17,5 Millionen. Diese Lücke sagt schon viel: Wenige grosse Runden ziehen den Schnitt nach oben. Nimmt man die grösste Runde heraus, bleiben CHF 201 Millionen über 18 Runden, ein Schnitt von CHF 11 Millionen.
Dazu kommen sieben weitere Runden, deren Betrag nicht veröffentlicht wurde, sowie elf Förderbeiträge von Venture Kick und InnoBooster über zusammen rund CHF 1,0 Million. Bewusst nicht mitgezählt haben wir Deals, die keine klassische Startup-Runde sind: das Nasdaq-Offering von MoonLake über USD 230 Millionen, den Royalty-Deal von Neurimmune über bis zu USD 425 Millionen und die Sekundär-Beteiligung an Exentis. Sie zeigen aber, wie viel Geld gerade rund um Schweizer Firmen in Bewegung ist.
Zur Einordnung: Im ersten Halbjahr 2026 zählte der Swiss Venture Capital Report CHF 1,25 Milliarden über 123 Runden. Das sind im Schnitt rund CHF 208 Millionen pro Monat. Der Juli liegt mit CHF 333 Millionen deutlich darüber, getragen von wenigen Ausreissern nach oben.
Die grössten Runden
An der Spitze steht Windward Bio aus Basel. Das Biotech sammelte USD 165 Millionen (rund CHF 132 Millionen) in einer Crossover-Runde, angeführt von OrbiMed. Eine einzige Runde trägt damit 40 Prozent des Monatsvolumens.
Dahinter folgt SWISSto12 aus Renens mit einer Series C über USD 70 Millionen (rund CHF 56 Millionen). Der Satellitenbauer ist dabei bereits profitabel, eine Seltenheit in dieser Grössenordnung. Platz drei geht an BLP Digital aus Zürich: USD 50 Millionen (rund CHF 40 Millionen) von Goldman Sachs Alternatives für agentische KI in der Finanzbuchhaltung.
Es folgen ZuriQ mit USD 25,5 Millionen (rund CHF 20 Millionen) für 2D-Quantenchips, Hilo aus Neuenburg mit USD 19 Millionen (rund CHF 15 Millionen) vom Dell Family Office und GR3N aus Lugano mit EUR 15,5 Millionen (rund CHF 14 Millionen) für Mikrowellen-Recycling. Danach kommen AELER mit CHF 8,4 Millionen im jüngsten Zyklus, Ahead Health mit USD 10 Millionen, CCRAFT mit USD 7,8 Millionen und Neurosoft mit USD 7,5 Millionen.
Nach Kanton und Branche
Nach Kapital führt Basel-Stadt, aber nur wegen Windward Bio. Ohne diese eine Runde fällt der Halbkanton weit zurück. Das Arbeitspferd des Monats ist Zürich: Acht der 19 bezifferten Runden kommen von hier, zusammen rund CHF 83 Millionen. Die Waadt folgt mit drei Runden und CHF 66 Millionen, getragen von SWISSto12. Auch die Romandie war aktiv: Neuenburg mit CCRAFT und Hilo sowie Genf mit Neurosoft und Immitra Bio steuern je zwei Runden bei. Tessin, Thurgau und St. Gallen zeigen mit je einer Runde, dass die Szene breiter ist als das Dreieck Zürich, Waadt und Basel.
Bei den Branchen dominiert Biotech mit rund CHF 136 Millionen (41 Prozent), erneut ein Windward-Effekt. Deeptech und Hardware kommen zusammen auf rund CHF 87 Millionen über vier Runden, von Space über Quanten bis Photonik. Fintech und KI erreichen dank BLP Digital rund CHF 47 Millionen. Medtech ist mit fünf Runden die fleissigste Branche, bleibt beim Volumen mit CHF 34 Millionen aber im Mittelfeld. Cleantech rundet das Bild mit drei Runden und rund CHF 24 Millionen ab.
Unser Trend-Blick
Unser Fazit: Der Juli sieht auf dem Papier stark aus, ist es aber vor allem an der Spitze. Ein Basler Biotech und ein Waadtländer Satellitenbauer machen fast 60 Prozent des Volumens aus. Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein Grund zur Ehrlichkeit. Die Breite trägt der Median: CHF 6 Millionen sind ein solider Wert für einen Sommermonat.
Auffällig ist die Stärke von Deeptech. Quanten mit ZuriQ und Rhonexum, Photonik mit CCRAFT und Aylight sowie Space mit SWISSto12 prägen den Monat. Das passt zum Halbjahrestrend, in dem Hardware mit rund CHF 324 Millionen ein Rekordniveau erreichte. Die Schweiz spielt ihre Stärke aus: tiefe Technologie aus Hochschulen wie ETH, EPFL und CSEM.
Bemerkenswert ist auch, wie international das Geld ist. Goldman Sachs, OrbiMed, das Dell Family Office und Japans Lotte investierten diesen Monat in Schweizer Firmen. Das ist ein gutes Zeichen. Sorgen macht weiterhin die Wachstumslücke: Grosse Runden ab Series B bleiben die Ausnahme. Genau hier will der neu lancierte Swiss Champions Fund mit CHF 100 Millionen ansetzen. Wir bleiben dran.
Zur Methodik: Grundlage sind die von startupnews.ch erfassten und einzeln an Originalquellen verifizierten Runden des Monats, darunter Firmenmitteilungen, Investoren-Newsrooms, Wire-Dienste, venturekick.ch sowie Startupticker und Venturelab. Es handelt sich um erfasste Runden, nicht um den vollständigen Markt. Fremdwährungen sind zu gerundeten Juli-Kursen umgerechnet (1 USD rund CHF 0.80, 1 EUR rund CHF 0.93). Förderbeiträge, Sekundärtransaktionen, Royalty-Deals und Börsengänge sind separat ausgewiesen und nicht im Rundenvolumen enthalten.
Quelle: venturelab.swiss
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