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Helvo geht schweizweit live – Crissier bündelt Konto, Buchhaltung und Lohn für KMU

Redaktion·17. Sept. 2026·4 Min.
Helvo geht schweizweit live – Crissier bündelt Konto, Buchhaltung und Lohn für KMU
In 30 Sekunden gelesen
  • Helvo aus Crissier (VD) öffnet sein Finanzbetriebssystem für KMU in der ganzen Schweiz.
  • Kern ist ein Schweizer Geschäftskonto mit CHF- und EUR-IBAN, eröffnet in 48 bis 72 Stunden.
  • Konten laufen über die Hypothekarbank Lenzburg AG, Einlagen sind über esisuisse bis CHF 100'000 geschützt.
  • Bestehende KMU können ihre Bankkonten über das Open-Banking-System bLink der SIX anbinden.

Helvo ist ab sofort für KMU in der ganzen Schweiz offen. Das Waadtländer Fintech will den Papierkrieg rund um Konto, Rechnung, Buchhaltung und Lohn in einem System bündeln.

Was passiert ist

Helvo mit Sitz in Crissier hat seine Plattform schweizweit freigeschaltet. Vorausgegangen ist eine Beta-Phase, die im Juni mit rund 50 Unternehmen startete. Bis Ende 2026 will das Team 500 Schweizer Firmen auf der Plattform haben.

Im Zentrum steht ein Schweizer Geschäftskonto mit je einer IBAN in Franken und in Euro. Die Eröffnung soll innerhalb von 48 bis 72 Stunden möglich sein, vorbehältlich der Prüfung. Die Abos beginnen bei CHF 39 pro Monat, die Nutzungskontingente unterscheiden sich je nach Plan.

Wie das Produkt funktioniert

Zahlungen, Rechnungsstellung, Buchhaltung, Lohn und Finanzkennzahlen laufen im selben System. Jede Transaktion wird mit den zugehörigen Belegen verknüpft. Damit soll die manuelle Abstimmung wegfallen, die viele Kleinbetriebe wöchentlich Stunden kostet.

Helvo zielt auf zwei Gruppen. Gründerinnen und Gründer richten ihre Finanzen von Beginn weg dort ein und nutzen dafür auch ein Kapitaleinzahlungskonto, das den Weg von der Gründung zum operativen Konto verkürzt. Bestehende KMU müssen ihre Bank nicht wechseln: Sie binden ihre Konten über bLink an, das Open-Banking-System der SIX, und nutzen die Werkzeuge darüber.

Die Konten stellt die Hypothekarbank Lenzburg AG bereit, eine von der FINMA beaufsichtigte Schweizer Bank. Einlagen sind über esisuisse bis CHF 100'000 pro Kundin oder Kunde geschützt. Helvo selbst ist keine Bank, sondern liefert Technologie und Zugang.

Ein Markt mit viel Papier

Über 99 Prozent der Schweizer Unternehmen sind KMU, und sie stellen rund zwei Drittel der Arbeitsplätze im Land. Trotzdem arbeiten viele von ihnen mit einer Mischung aus Bankportal, Tabellen und separater Buchhaltungssoftware. «Die Herausforderung ist nicht der Zugang zu Finanzwerkzeugen, sondern die wachsende Komplexität mehrerer getrennter Systeme», sagt CEO Julien Barbotin-Larrieu.

Nach seiner Darstellung geht es weniger um ein weiteres Tool als um die Verbindung zwischen Transaktion, Beleg und Buchung in Echtzeit. Daraus sollen Liquiditätssicht und Prognose entstehen, ohne dass jemand die Zahlen jedes Mal von Hand zusammenträgt.

Unsere Einordnung

Der clevere Teil ist nicht das Konto, sondern bLink. Wer Schweizer KMU zum Bankwechsel zwingen will, verliert. Wer sie ihre Hausbank behalten lässt und trotzdem die Abläufe übernimmt, kommt viel weiter. Diese Entscheidung halten wir für richtig.

Auch die Preisgestaltung passt. CHF 39 pro Monat liegt in einem Bereich, den ein Kleinbetrieb ohne Budgetrunde entscheidet. Und die Kombination aus Kapitaleinzahlungskonto und Geschäftskonto trifft einen echten Schmerzpunkt bei Neugründungen.

Schwierig wird es bei der Tiefe. Buchhaltung und Lohn sind in der Schweiz kein Nebenschauplatz, sondern ein Feld mit etablierten Anbietern, Treuhandbeziehungen und kantonalen Eigenheiten. Eine Plattform, die alles kann, muss in jedem Teilbereich gut genug sein. Das Ziel von 500 Firmen bis Jahresende ist bewusst nüchtern gewählt – und genau deshalb ein guter Gradmesser. Erreicht Helvo es mit zufriedenen Kunden statt mit Rabattaktionen, ist das Modell tragfähig.

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Name
Helvo
Phase
Seed
Kanton
Waadt
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Quelle: fintechnews.ch

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