Aionic Labs holt EUR 3 Mio. von Deutschlands Innovationsagentur SPRIND

- Aionic Labs ist das einzige Schweizer Team unter zehn Gewinnern des SPRIND-Programms Next Frontier AI.
- Erste Stufe: rund EUR 3 Mio. nicht-verwässernde Förderung, über alle Stufen bis zu EUR 26,5 Mio.
- Die Firma baut Time-Series-Sprachmodelle (TSLMs), die Sensor- und Messdaten verstehen statt Text.
- Technologiebasis ist das Open-Source-Projekt OpenTSLM von ETH Zürich und Stanford, präsentiert an der ICML.
Ein Startup mit Wurzeln an der ETH Zürich mischt beim europäischen Rennen um eigene KI-Basismodelle vorne mit. Aionic Labs ist das einzige Schweizer Team, das die deutsche Innovationsagentur SPRIND für ihr Programm «Next Frontier AI» ausgewählt hat.
Was passiert ist
In der ersten Stufe erhält Aionic Labs rund EUR 3 Mio. – nicht-verwässernd, das Team gibt also keine Firmenanteile ab. Das Programm läuft über 24 Monate in mehreren Stufen. Qualifiziert sich Aionic weiter, kann die Förderung auf bis zu EUR 26,5 Mio. steigen. Insgesamt hat SPRIND zehn Teams ausgewählt; Aionic ist das einzige aus der Schweiz. Geführt wird die Firma von Dr. Robert Jakob aus Deutschland, der zugleich das Agentic Systems Lab an der ETH Zürich leitet, und Thomas Kaar aus Österreich.
Wer dahintersteht
SPRIND ist die deutsche Bundesagentur für Sprunginnovationen. Mit «Next Frontier AI» will sie ein europäisches Frontier-AI-Lab aufbauen, das eigene Basismodelle entwickelt und Europas technologische Unabhängigkeit stärkt. Neben Geld bekommen die Teams Rechenleistung, Infrastruktur, Unterstützung beim MLOps sowie rechtliche und strategische Begleitung. Es ist also kein klassisches VC-Investment, sondern eine staatlich getragene Wette auf Europas KI-Souveränität.
Was Aionic anders macht
Aionic baut sogenannte Time-Series Language Models, kurz TSLMs. Bekannte Sprachmodelle wie ChatGPT verstehen Text, aber kaum kontinuierliche Mess- und Sensordaten. Genau da setzt Aionic an: Die Modelle sollen Zeitreihen verstehen – Sensordaten aus Industrieanlagen, Vitalwerte von Patienten, Lastprofile von Stromnetzen, Lieferketten- und Lagerdaten bis hin zu Transaktionsdaten von Banken, Versicherern und Telcos. Die Technologie stammt aus einem gemeinsamen Open-Source-Forschungsprojekt der ETH Zürich und der Universität Stanford. Der Ansatz wurde unter dem Namen OpenTSLM veröffentlicht und an der renommierten Konferenz ICML präsentiert.
Unsere Einordnung
Das ist ein kluger Zug. Europa sitzt auf riesigen Industrie-Datenschätzen, hat aber kaum eigene Basismodelle. Statt gegen OpenAI beim Chat anzutreten, besetzt Aionic eine echte Lücke: industrielle Zeitreihen, wo die grossen US-Modelle heute schwach sind. Dass ETH-Forschung direkt in ein europäisches Sprunginnovations-Programm fliesst, ist genau der Transfer von Labor zu Markt, den die Schweiz braucht. Ein Wermutstropfen bleibt: Das Geld kommt aus Deutschland, nicht aus der Schweiz. Wenn wir solche Teams halten wollen, braucht es auch hierzulande mehr nicht-verwässerndes Kapital für Deeptech.
Zum Startup
- Name
- Aionic Labs
- Phase
- Pre-Seed
- Letzte Runde
- EUR 3 Mio. (SPRIND Next Frontier AI, nicht-verwässernd, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: aioniclabs.ai
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