AI Infrastructure Capital startet mit USD 16 Mio. für grüne KI-Server in Island

- AI Infrastructure Capital aus Pfäffikon SZ startet mit rund USD 16 Mio.
- Die Firma kauft NVIDIA-GPU-Server und betreibt sie in Island mit erneuerbarer Energie.
- Ankerinvestorin ist die Anlagestiftung Valyou aus Rapperswil.
- Gegründet von Cédric Waldburger (Tomahawk.VC) und Roald Parmentier im Juni 2026.
Ein neues Schweizer Startup nimmt einen der grössten Engpässe der KI-Branche ins Visier: zu wenig Rechenleistung. AI Infrastructure Capital aus Pfäffikon SZ startet mit rund 16 Millionen US-Dollar.
Was passiert ist
AI Infrastructure Capital wurde im Juni 2026 in Pfäffikon im Kanton Schwyz gegründet. Das Geschäftsmodell ist bewusst einfach: Die Firma kauft leistungsstarke NVIDIA-GPU-Server, betreibt sie an Standorten mit erneuerbarer Energie und vermietet die Rechenleistung langfristig an Unternehmen. Zum Start hat das Team eine Finanzierungsrunde über rund 16 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Ein Teil der Server läuft bereits – und die Kapazität ist laut Firma schon über langfristige Verträge vermietet.
Wer investiert
Ankerinvestorin der Runde ist die Anlagestiftung Valyou aus Rapperswil. Ihr Geschäftsführer Yonten Wagma zieht in den Verwaltungsrat ein, ebenso der Rapperswiler Unternehmer Fabian Villiger. Gegründet wurde die Firma von Cédric Waldburger und Roald Parmentier. Waldburger ist Unternehmer und Investor und beteiligt sich über seine Venture-Firma Tomahawk.VC an jungen Technologiefirmen. Parmentier bringt Erfahrung aus dem Betrieb von Rechenzentren und der Hardware-Beschaffung mit.
Warum ausgerechnet Island
Der Standort ist kein Zufall. Der Strom in Island stammt vollständig aus erneuerbaren Quellen, und die kühle Aussenluft übernimmt einen grossen Teil der Kühlung, die anderswo teuer erzeugt werden muss. Das senkt laut Firma die Betriebskosten dauerhaft und macht den Betrieb deutlich klimafreundlicher als an klassischen Standorten wie Frankfurt oder Dublin. Über die Lebensdauer der Maschinen sei das ein struktureller Vorteil, sagt Mitgründer Parmentier. Jede Anfrage an ein KI-Tool laufe am Ende auf einem physischen Server, der Strom ziehe und gekühlt werden müsse – und genau davon gebe es zu wenige.
Unsere Einordnung
Das Modell überzeugt, gerade weil es unspektakulär ist. Während viele über KI-Modelle reden, kauft dieses Team schlicht die Hardware, stellt sie an einen günstigen, grünen Standort und sichert sich langfristige Mietverträge. Das ergibt planbare Erträge statt Wetten auf den nächsten Hype. Die Kehrseite: Der Ansatz ist kapitalintensiv, GPU-Hardware verliert schnell an Wert, und die Abhängigkeit von NVIDIA bleibt gross. Dass eine Anlagestiftung als Ankerin einsteigt, passt gut zu diesem Infrastruktur-Charakter. Für eine erst zwei Monate alte Firma ist das ein mutiger, aber sauberer Start – und ein Signal, dass grüne Rechenzentren aus der Schweiz heraus zum Geschäftsmodell werden.
Zum Startup
- Name
- AI Infrastructure Capital
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- USD 16 Mio. (Launch-Runde, 2026)
- Kanton
- Schwyz
Quelle: ai-infrastructure.capital
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