ZuriQ sammelt USD 25,5 Mio. für seine 2D-Quantenchips

- ZuriQ, ein Spin-off der ETH Zürich, sammelt USD 25,5 Mio. in einer Seed-Runde.
- Angeführt wird die Runde von Quantonation, mit Forward.one, Extantia, Firgun Ventures und allen bisherigen Investoren.
- Der Ansatz: eine 2D-Architektur, in der Ionen frei über den Chip bewegt werden – statt in einer 1D-Kette.
- In unter 18 Monaten baute das Team ein 3x3-Array aus neun einzeln steuerbaren Ionen, gefertigt mit Infineon.
Zürich bekommt einen ernstzunehmenden Quanten-Player. Das ETH-Spin-off ZuriQ holt USD 25,5 Mio. frisches Kapital – und geht damit einen Weg, den die grossen Namen der Branche bisher meiden.
Was passiert ist
ZuriQ hat eine Seed-Runde über USD 25,5 Mio. abgeschlossen. Das Geld folgt auf eine Pre-Seed über USD 4,2 Mio. aus dem Jahr 2025. Das Team will damit wachsen und seine Technologie in die nächste Grössenordnung heben: von heute wenigen Ionen hin zu Prozessoren mit Hunderten und später Tausenden Qubits.
Der Kern der Firma ist eine ungewöhnliche Architektur. Die meisten Trapped-Ion-Computer reihen ihre Ionen in einer eindimensionalen Kette auf. ZuriQ bewegt die Ionen dagegen frei über eine zweidimensionale Chipfläche. In unter 18 Monaten hat das Team gemeinsam mit ETH-Forschenden ein funktionierendes 3x3-Gitter aus neun einzeln steuerbaren Ionen gebaut – das bisher grösste 2D-Array seiner Art. Gefertigt wurde der Chip mit Infineon, also mit etablierten Industrieprozessen.
Wer investiert
Angeführt wird die Runde von Quantonation, einem auf Quantentechnologie spezialisierten Fonds. Mit dabei sind Forward.one, Extantia und Firgun Ventures sowie alle Investoren der vorherigen Runde. Diese Mischung aus Deeptech-Spezialist und Bestandsinvestoren ist ein gutes Zeichen: Wer schon dabei war, legt nach.
Warum 2D den Unterschied machen kann
Der grösste Engpass beim Quantencomputing heisst Skalierung. Eine 1D-Kette lässt sich nur begrenzt verlängern, bevor die Kontrolle über die einzelnen Ionen leidet. Eine Fläche bietet mehr Platz und mehr Wege, Ionen zu sortieren und zu verschalten. Genau darauf setzt ZuriQ – und stellt sich damit gegen Platzhirsche wie IonQ und Quantinuum, die auf die klassische 1D-Anordnung bauen. Dass der Chip bei Infineon vom Band läuft, ist dabei mehr als ein Detail: Fertigbarkeit im Industriemassstab entscheidet am Ende darüber, ob aus einem Laboraufbau ein Produkt wird.
Unsere Einordnung
Das ist eine der stärksten Deeptech-Geschichten des Sommers. ZuriQ verkauft keine Vision, sondern zeigt einen funktionierenden Chip – und wählt bewusst den unbequemeren Weg. Zwei Dinge machen uns optimistisch: Der Ansatz greift ein echtes Skalierungsproblem an, statt es zu umgehen, und die Fertigung mit Infineon nimmt der Idee einen Teil des typischen Quanten-Risikos. Bis zu Tausenden Qubits ist es ein weiter Weg, und die Konkurrenz ist gross und gut finanziert. Aber ZuriQ zeigt, dass Schweizer Quantenforschung nicht nur publiziert, sondern baut. Genau solche Firmen braucht der Standort.
Quelle: globenewswire.com
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