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MANI steigt bei Odne ein – der Dübendorfer Wurzelkanal geht nach Japan

Redaktion·15. Sept. 2026·5 Min.
MANI steigt bei Odne ein – der Dübendorfer Wurzelkanal geht nach Japan
In 30 Sekunden gelesen
  • Odne und der japanische Medizin- und Dentaltechnikhersteller MANI, Inc. gehen eine Kapital- und Geschäftsallianz ein.
  • MANI beteiligt sich an Odne; der Betrag wurde nicht offengelegt.
  • In der ersten Phase erhält MANI die exklusiven Vertriebsrechte für Odnes Produkte in Japan, vorbehältlich der Zulassung.
  • Odne wurde 2018 gegründet und sitzt in Dübendorf (ZH); OdneClean, OdneFill und OdneCure haben in den USA eine FDA-Zulassung.

Ein börsenkotierter japanischer Dentalkonzern beteiligt sich an einem Startup aus Dübendorf. Für Odne ist das der Eintritt in einen der anspruchsvollsten Dentalmärkte der Welt – ohne eigenen Vertrieb aufbauen zu müssen.

Was passiert ist

Odne hat eine Kapital- und Geschäftsallianz mit MANI, Inc. angekündigt. MANI investiert in das Schweizer Unternehmen, beide Seiten wollen die globale Verbreitung von Odnes Wurzelkanal-Technologien beschleunigen. Den Betrag der Beteiligung nennen die Firmen nicht.

Konkret wird es in der ersten Phase: MANI erhält die exklusiven Vertriebsrechte für Odnes Produkte in Japan und beginnt dort mit dem Vertrieb, sobald die Zulassung vorliegt. Danach wollen beide Seiten weitere asiatische Märkte prüfen, in denen MANI stark ist – und eine mögliche Zusammenarbeit in der Produktion.

Wer da einsteigt

MANI, Inc. ist kein Finanzinvestor, sondern ein Hersteller. Das Unternehmen ist am Prime Market der Börse Tokio kotiert und wird von Masaya Watanabe geführt. Auf Basis einer eigenen Mikrofertigung für Edelstahl produziert MANI unter anderem Diamantbohrer für die Zahnpräparation sowie Endo-Feilen für die Aufbereitung von Wurzelkanälen. Stark ist die Firma in Japan, China und weiteren asiatischen Märkten.

Watanabe sagt, MANI wolle die eigenen Produkte mit OdneClean und OdneFill zu einem durchgehenden Behandlungsablauf verbinden. Das passt: MANI liefert die Feilen, Odne die Reinigung und die Füllung. Zwei Puzzleteile, die sich nicht konkurrenzieren.

Die Technologie dahinter

Odne wurde 2018 gegründet und geht auf eine Zusammenarbeit von EPFL und ETH Zürich zurück; die Gründer lizenzierten die Technologie von den beiden Hochschulen. Der Hauptsitz liegt heute in Dübendorf, für den US-Markt gibt es zusätzlich die Odne Inc. in Pennsylvania.

Das Hauptprodukt OdneClean arbeitet mit hydrodynamischer Kavitation und Wasser. Es reinigt verzweigte Wurzelkanäle mechanisch auch dort, wo Feilen nicht hinkommen, und erlaubt damit eine schonendere Präparation. OdneFill und OdneCure gehen einen Schritt weiter: Sie füllen den Kanal mit einem lichthärtenden Hydrogel statt mit der klassischen Guttapercha. Alle drei Geräte haben in den USA eine FDA-Zulassung; OdneClean ist dort seit 2025 bei Endodontie-Spezialisten im Markt, OdneFill und OdneCure laufen in einer begrenzten Markteinführung.

Der Markt ist gross und unbefriedigend: Weltweit werden laut Odne jährlich über 60 Millionen Wurzelkanäle behandelt, die Erfolgsquoten schwanken je nach Studie zwischen 46 und 91 Prozent. Jede misslungene Behandlung kostet das Gesundheitssystem ein zweites Mal.

Unsere Einordnung

Für ein Medtech-Startup ist ein strategischer Hersteller als Investor meist mehr wert als Wagniskapital. Geld bekommt man an vielen Orten. Einen Vertriebskanal in Japan, gewachsene Beziehungen zu Zahnärztinnen und Zahnärzten und eine Produktion mit Erfahrung in Edelstahl-Mikrofertigung bekommt man nicht.

Odne geht damit den umgekehrten Weg vieler Schweizer Medtechs: erst die USA, dann Asien, und beides über Partner statt über eigene Strukturen. Das ist kapitalschonend und schnell. Der Preis dafür ist Abhängigkeit. Wer den Vertrieb in einem Schlüsselmarkt exklusiv abgibt, verliert die Kontrolle über Tempo und Preis.

Offen bleibt das Wichtigste: Wie viel MANI investiert hat, sagt niemand. Ohne Zahl lässt sich nicht beurteilen, ob das eine strategische Absicherung oder ein ernsthafter Wachstumsschub ist. Und die japanische Zulassung steht erst noch an. Trotzdem: Ein kotierter Hersteller wettet nicht ohne Grund auf eine wasserbasierte Alternative zu einem Verfahren, das seit Jahrzehnten gleich aussieht. Das ist ein starkes Signal für die Technologie aus Dübendorf.

Zum Startup

Name
Odne
Phase
Series A
Letzte Runde
Strategische Beteiligung von MANI, Inc. (Betrag nicht offengelegt, 2026)
Kanton
Zürich
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Quelle: odne.co

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