Zerolook holt EUR 1,6 Mio. Pre-Seed für seine KI-Flugsuche

- Das Zuger Traveltech-Startup Zerolook sammelt EUR 1,6 Mio. (CHF 1,5 Mio.) im Pre-Seed.
- Angeführt wird die Runde von Playfair aus London, dazu Vento Ventures, TrueSight Ventures und Alpha Venture.
- Zerolook sagt Flugpreise per KI voraus, statt sie für jede Anfrage teuer neu zu berechnen.
- Gegründet 2025 von einem Ex-Google-Travel- und einem Ex-Kayak-Manager.
Die KI-Agenten fluten die Flugsuche mit Anfragen. Das Zuger Startup Zerolook will genau dieses Problem lösen – und hat dafür frisches Geld.
Was passiert ist
Zerolook hat eine Pre-Seed-Runde über EUR 1,6 Mio. abgeschlossen. Das sind rund CHF 1,5 Mio. oder USD 1,9 Mio. Das Startup mit Sitz in Zug baut eine B2B-Schnittstelle für die Flugsuche. Airlines und Reiseplattformen können damit Suchanfragen beantworten, ohne für jede einzelne Anfrage teuer zu bezahlen. Das frische Geld fliesst in den Start der Zerolook API v1 und in ein Machine-Learning-Team in Zürich. Erste Absichtserklärungen mit Online-Reiseanbietern liegen laut Firma bereits vor.
Wer investiert
Angeführt wird die Runde von Playfair aus London. Mit an Bord sind Vento Ventures, TrueSight Ventures und Alpha Venture sowie Angel-Investoren aus Technologie, Reise und Finanzwelt. Gegründet wurde Zerolook 2025 von Simone Lini und George Hadjiyiannis. Lini leitete zuvor als Head of Partnerships die Reise-Partnerschaften von Google Flights in der Region EMEA und gründete Waynaut, das später von Lastminute.com übernommen wurde. Hadjiyiannis war VP Product bei der Flug-Metasuche Kayak und arbeitete davor bei Google, NVIDIA und eBay.
Warum die Flugsuche kippt
Früher kamen auf eine Buchung rund 50 Suchanfragen. Mit Online-Reisebüros stieg das Verhältnis auf 1:500, mit Metasuchen auf über 1:10'000. KI-Reiseagenten treiben es laut Zerolook über 1:200'000. Das Problem dahinter: Jede Preisberechnung löst Milliarden von Verbindungen und Tarif-Kombinationen aus, deren Regeln sich laufend ändern. Wer die Suche beantwortet, zahlt dafür – auch wenn niemand bucht. Zerolook dreht den Spiess um. Statt jeden Tarif neu zu berechnen, sagt das Modell die wahrscheinliche Verbindung und den Preis voraus, mitsamt einem Konfidenzwert. Trainiert ist es auf historischen Tarif-, Flugplan- und Verfügbarkeitsdaten. So wird Verkehr beantwortbar, der heute schlicht zu teuer ist.
Unsere Einordnung
Das ist ein kluger Zeitpunkt. Die KI-Agenten kommen, und sie fragen viel und buchen selten. Zerolook trifft damit einen echten Schmerzpunkt der Branche. Zwei Dinge stimmen uns zuversichtlich: Das Gründerteam kennt die Flugsuche von innen, von Google Flights bis Kayak. Und der Ansatz – Vorhersage statt Neuberechnung – passt genau zur Kostenlogik der Anbieter. Offen bleibt die grosse Frage: Wie genau sind die vorhergesagten Preise, wenn Tarife im Minutentakt wechseln? Ein falscher Preis ärgert Kunden mehr als eine langsame Suche. Genau hier muss sich Zerolook beweisen. Die EUR 1,6 Mio. sind schlank, reichen aber für den Start der API und ein Zürcher ML-Team. Ein Startup, das man im Auge behalten sollte.
Zum Startup
- Name
- Zerolook
- Phase
- Pre-Seed
- Letzte Runde
- EUR 1,6 Mio. (Pre-Seed, 2026)
- Kanton
- Zug
Quelle: zerolook.com
Mehr aus der Szene
InternationalMistral holt EUR 3 Mrd. – Europas grösste Tech-Runde und ein Weckruf für die Schweizer KI-Debatte
FinanzierungFörder-Ticker KW 37: Genf verteilt CHF 500'000, das Tessin knackt erstmals die 100er-Marke
Finanzierung