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xorlab holt EUR 5 Mio. – Zürich baut die europäische Antwort auf die US-Mailfilter

Redaktion·2. Sept. 2026·4 Min.
xorlab holt EUR 5 Mio. – Zürich baut die europäische Antwort auf die US-Mailfilter
In 30 Sekunden gelesen
  • xorlab aus Zürich schliesst eine Series-A+-Runde über EUR 5 Mio. ab.
  • Angeführt wird die Runde vom bestehenden Investor Spicehaus Partners, mit Grapha Holding, EquityPitcher Ventures und ZKB Start-up Finance.
  • Das Geld geht in die Expansion in DACH, Benelux und die nordischen Länder.
  • Zu den Kunden zählen Julius Bär, Swisscom, Vontobel, G+D und das CERN.

Das Zürcher Cybersecurity-Startup xorlab sammelt EUR 5 Mio. ein. Das Geld kommt von bestehenden Geldgebern – und soll die Expansion nach Benelux und Skandinavien bezahlen.

Was passiert ist

xorlab hat eine Series-A+-Runde über EUR 5 Mio. abgeschlossen. Die Firma verkauft eine Sicherheitsschicht für E-Mail. Kunden betreiben sie wahlweise im eigenen Rechenzentrum, hybrid oder in der Cloud. Das Kapital fliesst in die Expansion in Europa, zuerst in der DACH-Region, danach in Benelux und den nordischen Ländern.

xorlab wurde im Juli 2015 als ETH-Spin-off von Antonio Barresi, Matthias Ganz und Marco Nembrini gegründet. Barresi führt die Firma als CEO. Zu den Kunden gehören Julius Bär, Swisscom, Vontobel, G+D und das CERN – also genau jene Häuser, die bei Sicherheitseinkäufen am längsten hinschauen.

Wer investiert

Angeführt wird die Runde von Spicehaus Partners. Die Zürcher Beteiligungsgesellschaft ist seit der Pre-Series-A von 2020 an Bord. Mit dabei sind erneut Grapha Holding, EquityPitcher Ventures und ZKB Start-up Finance. Neue Namen gibt es keine.

Daniel Andres, Gründungspartner bei Spicehaus, begründet den Nachschlag mit der Kombination aus KI-getriebenen Angriffen, wachsendem Regulierungsdruck und dem europäischen Ruf nach digitaler Souveränität. Man sehe darin eine Gelegenheit, aus xorlab einen europäischen Marktführer zu bauen.

Warum E-Mail wieder zum Problem wird

Die Angriffe, um die es geht, tragen keine Schadsoftware und passen zu keiner bekannten Signatur. Sie lesen sich wie normale Geschäftspost. Genau deshalb rutschen sie durch Microsoft 365 und klassische Filter. xorlab setzt darum nicht auf Signaturen, sondern auf Kontext: Eine verhaltensbasierte KI lernt, wie normale Kommunikation in einem Unternehmen aussieht, und schlägt bei Abweichungen an – ein ungewohnter Absender, eine untypische Anweisung, eine erstmalige Zahlungsaufforderung.

Der zweite Treiber ist regulatorisch. DORA und NIS2 nehmen Finanzinstitute und Betreiber kritischer Infrastruktur direkt in die Pflicht für die Widerstandsfähigkeit ihrer digitalen Lieferkette. xorlab wirbt damit, dass die Verarbeitung in europäischen Rechenzentren läuft und der Betrieb von europäischem Personal geführt wird.

Unsere Einordnung

EUR 5 Mio. sind für eine Firma mit elf Jahren Geschichte und dieser Kundenliste keine grosse Zahl. Genau das ist aber die interessante Nachricht. Es gibt keinen neuen Lead-Investor, keine Bewertungsschlagzeile, keinen US-Fonds. Die bestehenden Geldgeber legen nach, mehr nicht. Das riecht nach einer Firma, die kontrolliert wächst und keinen Wachstumsschub kaufen muss.

Die Wette dahinter halten wir für richtig. Souveränität ist in Europa vom Schlagwort zum Einkaufskriterium geworden, und E-Mail ist das Einfallstor, das jede Firma hat. Wer hier eine Alternative zu den US-Anbietern liefern kann und dazu noch on-premises betreiben lässt, hat ein Verkaufsargument, das kein amerikanischer Wettbewerber kopieren kann.

Der Haken: Mit EUR 5 Mio. lässt sich kein Kontinent erobern. Benelux und Skandinavien sind ehrgeizige Ziele für ein Team dieser Grösse, und die europäische Cybersecurity-Konkurrenz schläft nicht. xorlab wird zeigen müssen, dass sich der Zürcher Referenzkundenkreis in Amsterdam und Stockholm wiederholen lässt. Gelingt das, dürfte die nächste Runde deutlich grösser ausfallen.

Zum Startup

Name
xorlab
Phase
Series A
Letzte Runde
EUR 5 Mio. (Series A+, 2026)
Kanton
Zürich
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Quelle: eu-startups.com

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