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ExpansionVerifiziert

vVARDIS bringt sein bohrfreies Karies-Mittel in 380 Bupa-Praxen

Redaktion·29. Aug. 2026·3 Min.
vVARDIS bringt sein bohrfreies Karies-Mittel in 380 Bupa-Praxen
In 30 Sekunden gelesen
  • Bupa Dental Care führt Curodont Repair in seinen UK-Praxen ein; das Netz umfasst über 380 Zentren in Grossbritannien und Irland.
  • Berechtigte Bupa-Versicherte können die Behandlung in teilnehmenden Praxen über den Instant-Claim-Service abrechnen.
  • Es ist nach der Partnerschaft mit mydentist im Januar der zweite grosse UK-Anbieter innerhalb eines Jahres.
  • vVARDIS sitzt in Zug und wurde von den Schwestern Haley und Goly Abivardi gegründet.

Ein Zuger Medtech verkauft in Grossbritannien etwas, das der Zahnarztbranche eigentlich Umsatz wegnimmt. Und die Ketten reissen es sich trotzdem unter den Nagel.

Was passiert ist

Bupa Dental Care führt Curodont Repair in seinen britischen Praxen ein. Das gab der Versicherungs- und Gesundheitskonzern zusammen mit dem Zuger Hersteller vVARDIS Ende August bekannt. Bupa Dental Care betreibt über 380 Zentren in Grossbritannien und Irland.

Der zweite Teil der Meldung ist der interessantere. Berechtigte Bupa-Versicherte können die Behandlung in teilnehmenden Praxen abrechnen – über den Instant-Claim-Service, abhängig von Police und verfügbaren Leistungen. Damit taucht ein Startup-Produkt nicht nur im Behandlungszimmer auf, sondern im Leistungskatalog eines Versicherers. Das ist die schwierigere Hürde von beiden.

Was das Produkt macht

Curodont Repair behandelt frühe Karies ohne Bohrer. Das Mittel beruht auf einem Peptid, das die natürliche Schmelzmatrix nachahmt. Es baut sich mit Kalzium und Phosphat aus dem Speichel zu einer Struktur auf, an der sich Mineralien wieder anlagern können. Der Zahn repariert sich also selbst, statt ausgebohrt und gefüllt zu werden.

vVARDIS verweist auf mehr als 250 wissenschaftliche Publikationen, darunter Meta-Analysen und peer-reviewte klinische Studien, sowie auf eine dokumentierte Erfolgsrate von über 90 Prozent. Die Technologie steckt seit über zehn Jahren in der Praxis. Gegründet wurde die Firma von den Schwestern Haley und Goly Abivardi, beide Zahnärztinnen.

Warum Grossbritannien

Das Land ist für vVARDIS zum wichtigsten europäischen Markt geworden. Im Januar 2026 hatte mydentist als erster grosser Anbieter zugesagt; die Kette betreibt rund 500 Praxen. Mit Bupa kommt nun der zweite Schwergewicht-Deal innerhalb eines Jahres.

Der Grund liegt im Zustand des britischen Systems. Karies ist laut WHO weltweit die häufigste Krankheit überhaupt, rund 2,5 Milliarden Menschen leben mit unbehandelten Löchern. In England gehört Zahnbehandlung zu den häufigsten Gründen für Spitaleintritte bei kleinen Kindern. Dazu kommt die Angst: In der von Bupa zitierten Erhebung geben 53 Prozent an, Angst vor dem Zahnarztbesuch zu haben, 76 Prozent haben deshalb schon Termine verschoben oder ganz vermieden. Eine Behandlung ohne Bohrer und ohne Spritze löst für eine Kette also nicht nur ein medizinisches, sondern ein Auslastungsproblem.

Unsere Einordnung

vVARDIS macht gerade vor, was den meisten Schweizer Medtechs nicht gelingt: den Sprung vom guten Produkt zum Standardangebot einer ganzen Kette. Zwei der grössten britischen Anbieter in einem Jahr – das ist kein Pilotprojekt mehr, das ist Verteilung.

Der Hebel liegt in der Abrechnung. Solange eine Behandlung privat bezahlt werden muss, bleibt sie ein Nischenangebot für informierte Patienten. Sobald sie in einem Versicherungsprodukt auftaucht, wird sie zur Normalität. vVARDIS hat verstanden, dass der Vertriebskanal in der Zahnmedizin nicht der Zahnarzt ist, sondern die Kette und der Versicherer dahinter.

Offen bleibt die Schweiz. Hier ist Curodont längst verfügbar, aber ein vergleichbarer Grossanbieter fehlt – unser Zahnarztmarkt ist kleinteilig, und Zusatzversicherungen entscheiden individuell. Es wäre bitter, wenn ein Zuger Produkt in London selbstverständlich wird und daheim eine Frage des Zufalls bleibt.

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Name
vVARDIS
Phase
Growth
Kanton
Zug
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Quelle: businesswire.com

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