viboo holt Oliver Graf als CEO – der Gründer rückt an die Spitze des Verwaltungsrats

- Oliver Graf übernimmt die operative Führung des Dübendorfer Proptechs viboo als CEO.
- Mitgründer Felix Bünning bleibt als Präsident des Verwaltungsrats an Bord.
- viboo ist ein Spin-off der ETH Zürich und der Empa; über 130 Gebäude in der Schweiz und Deutschland nutzen die Plattform.
- Die Firma schloss im Oktober 2025 eine Finanzierungsrunde über rund EUR 3,3 Mio. unter der Führung von Realyze Ventures ab.
Ein Gründer gibt den CEO-Posten ab, bevor er muss. Das kommt in der Schweizer Szene selten vor – und ist meistens das Zeichen, dass eine Firma erwachsen wird.
Was passiert ist
Das Dübendorfer Proptech viboo hat Oliver Graf zum CEO ernannt. Mitgründer Felix Bünning, der das Unternehmen bisher führte, bleibt als Präsident des Verwaltungsrats an Bord. Die Firma begründet den Schritt mit der nächsten Wachstumsphase.
Graf ist Serial Entrepreneur und in der DACH-Immobilienbranche gut vernetzt. Er war unter anderem Proptech-Gründer und Board Member bei der Ziegert Group sowie als Business Angel und Berater in zahlreichen Immobilienprojekten aktiv. Seine Aufgabe: den DACH-Markt schneller ausbauen, weitere Märkte erschliessen und die Organisation auf skalierbares Wachstum trimmen.
Was viboo macht
viboo ist ein Spin-off der ETH Zürich und der Empa. Die Software regelt Heizungen nicht reaktiv, sondern vorausschauend: Sie rechnet Wettervorhersage, Belegung und die thermische Trägheit jedes einzelnen Raums zusammen und heizt entsprechend früher oder eben gar nicht. Der Clou ist, dass sich das System selbst lernt – es braucht kein aufwendiges physikalisches Modell des Gebäudes.
Über 130 Gebäude in der Schweiz und in Deutschland laufen inzwischen mit der Plattform. Die Firma nennt eine durchschnittliche Einsparung von rund 25 Prozent Energie. Gegründet wurde viboo von Felix Bünning zusammen mit Benjamin Huber und Matthias Sulzer. Im Oktober 2025 schloss das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über rund EUR 3,3 Mio. ab, angeführt von Realyze Ventures, mit der Zürcher Kantonalbank und den bestehenden Investoren High-Tech Gründerfonds und Swisscom an Bord.
Warum der Wechsel Sinn ergibt
Der Gebäudebestand ist in der Schweiz und in Deutschland der zäheste Brocken der Dekarbonisierung. Neubauten sind effizient, der Altbestand ist es nicht – und ihn zu sanieren, kostet Jahre und viel Geld. Software, die ohne Bauarbeiten ein Viertel der Heizenergie spart, ist deshalb attraktiv für Immobilieninvestoren, die ihre Portfolios schnell verbessern müssen.
Nur: Dieser Markt wird nicht über Technologie gewonnen, sondern über Zugang. Wer bei den grossen Portfoliohaltern und Städten nicht durch die Tür kommt, verkauft weiter einzelne Liegenschaften. Genau dafür holt man einen Mann mit Ziegert-Vergangenheit und einem Adressbuch in der DACH-Immobilienbranche.
Unsere Einordnung
Wir halten das für eine der saubereren Gründer-Nachfolgen der letzten Monate. Bünning verschwindet nicht, er wechselt die Ebene und behält den Vorsitz im Verwaltungsrat. Das erhält die technische DNA und gibt trotzdem einen Vertriebsprofi ans Steuer.
Das Risiko liegt woanders. Der Markt für vorausschauende Gebäuderegelung füllt sich rasch, und die grossen Gebäudetechnik-Konzerne bauen ähnliche Funktionen in ihre eigenen Systeme ein. viboo hat einen Vorsprung bei der Selbstlern-Logik, aber Vorsprünge in der Software schmelzen schnell. Die nächsten zwölf Monate entscheiden, ob aus 130 Gebäuden 1'300 werden.
Wenn das gelingt, hat die Schweiz ein Cleantech-Vorzeigebeispiel, das ohne Subventionsstory auskommt: Die Rechnung geht über die Heizkosten auf.
Zum Startup
- Name
- viboo
- Phase
- Series A
- Letzte Runde
- EUR 3,3 Mio. (2025)
- Kanton
- Zürich
Quelle: moneycab.com
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