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Upgrid holt Seed-Kapital für lokale Energiegemeinschaften – ein Ruhr-Fonds steigt in Adliswil ein

Redaktion·23. Aug. 2026·4 Min.
Upgrid holt Seed-Kapital für lokale Energiegemeinschaften – ein Ruhr-Fonds steigt in Adliswil ein
In 30 Sekunden gelesen
  • Upgrid AG aus Adliswil (ZH) hat ihre erste Finanzierungsrunde über knapp EUR 1 Mio. abgeschlossen.
  • Beteiligt sind GF BRYCK Ventures, Marcaro, Climate Founders, Swisspreneur und Business Angels.
  • Das Geld fliesst vor allem in Engineering sowie Vertrieb und Betrieb.
  • Die Plattform bündelt Abrechnung und Steuerung lokaler Elektrizitätsgemeinschaften; nach eigenen Angaben werden über 3'600 Kundinnen und Kunden bedient.

Solarstrom entsteht auf dem Dach, wird im Keller gespeichert und im Quartier geteilt. Die Abrechnung dahinter ist ein Albtraum. Upgrid aus Adliswil verkauft die Software dafür – und hat nun erstmals Kapital aufgenommen.

Was passiert ist

Die Upgrid AG hat eine Seed-Runde über knapp eine Million Euro abgeschlossen. Es ist die erste Finanzierungsrunde des Unternehmens. Das Kapital soll vor allem in Engineering sowie in Vertrieb und Betrieb fliessen – also dorthin, wo Wachstum im laufenden Betrieb entsteht. Das Team soll wachsen, die Plattform weiter ausgebaut werden. Bis Ende Jahr will Upgrid die Zahl aktiver Energiegemeinschaften auf der Plattform deutlich erhöhen und die Partnerschaften mit Energieversorgern vertiefen.

Wer investiert

An der Runde beteiligt ist GF BRYCK Ventures, ein Pre-Seed-Fonds, den der Gründerfonds Ruhr und die BRYCK Startup Alliance gemeinsam verwalten. Dazu kommen Marcaro, das Investmentvehikel von Jürg Schwarzenbach, sowie Climate Founders, Swisspreneur und mehrere Business Angels. Der deutsche Fonds kam über den Weg: Upgrid hatte am ersten BRYCK-Accelerator im Ruhrgebiet teilgenommen, im Rahmen des Energy Cluster. Kurz nach Programmende stand die Runde.

Was die Firma macht

Die Upgrid AG sitzt an der Soodring in Adliswil im Kanton Zürich. Die Plattform bündelt, was eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft braucht: Teilnehmende verwalten, Strommengen zuordnen, abrechnen, dezentrale Anlagen orchestrieren. Auf der Konsumentenseite verspricht das Startup günstigeren lokalen Solarstrom auch ohne eigene Anlage, auf der Produzentenseite bessere Preise als die übliche Vergütung für eingespeisten Strom. Nach eigenen Angaben bedient das Unternehmen mit Partnern über 3'600 Kundinnen und Kunden in Energiegemeinschaften. Zum Angebot gehören auch ZEV und virtuelle ZEV sowie Modelle für Gemeinden.

Warum gerade jetzt

Der Treiber ist die Regulierung. Seit Anfang Jahr gibt es in der Schweiz erweiterte Möglichkeiten für lokale Elektrizitätsgemeinschaften, und die Nachfrage ist seither deutlich gestiegen. Das ist der Markt, den Upgrid bedient. Gleichzeitig wächst der Bestand an Dachanlagen schneller als die Fähigkeit der Beteiligten, den Strom sinnvoll untereinander zu verteilen. Genau diese Lücke ist ein Softwareproblem – und damit gut skalierbar.

Unsere Einordnung

Knapp eine Million Euro ist keine grosse Runde. Interessant ist trotzdem der Investorenmix: ein deutscher Pre-Seed-Fonds aus dem Ruhrgebiet in einem Schweizer Energie-Startup. Das sagt mehr über die Ambition als der Betrag. Upgrid zielt auf die DACH-Region, nicht nur auf Schweizer Quartiere. Der Weg über einen ausländischen Accelerator ist dabei ein Muster, das hierzulande zu selten genutzt wird.

Das Risiko liegt im Wettbewerb. LEG-Software ist ein Feld, in dem Energieversorger selbst bauen und etablierte Abrechnungsanbieter nachrüsten. Upgrids Vorsprung sind laufende Gemeinschaften und die Zeit, die andere noch brauchen. Beides muss jetzt schnell wachsen, sonst wird aus dem angestrebten Betriebssystem ein Feature im Angebot eines Versorgers. Mit knapp einer Million lässt sich das anstossen, nicht gewinnen. Wir rechnen damit, dass die nächste Runde früher kommt als geplant – und das wäre in diesem Fall ein gutes Zeichen.

Zum Startup

Name
Upgrid
Phase
Seed
Letzte Runde
Knapp EUR 1 Mio. (Seed, 2026)
Kanton
Zürich
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Quelle: campus-start-ups.nrw

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