Zum Inhalt springen
startupnews.ch
← Zurück zu News
Produkt-UpdateVerifiziert

Synhelion tankt Flugzeuge mit Sonnenlicht

Redaktion·12. März 2026·5 Min.
Synhelion tankt Flugzeuge mit Sonnenlicht
In 30 Sekunden gelesen
  • Synhelion stellt Treibstoff aus Sonnenlicht her.
  • Ziel ist ein Ersatz für fossiles Kerosin.
  • Die Technologie stammt aus der ETH-Forschung.
  • Nachhaltige Treibstoffe sind ein Zukunftsmarkt.

Fliegen ohne fossiles Kerosin? Synhelion aus Zürich arbeitet daran — mit Treibstoff, der aus Sonnenlicht entsteht. Es ist eine der ambitioniertesten Wetten der Schweizer Cleantech-Szene.

Die Technologie

Synhelion nutzt konzentrierte Sonnenwärme, um aus CO2 und Wasser einen synthetischen Treibstoff herzustellen. Spiegel bündeln das Sonnenlicht auf einen Punkt und erzeugen extreme Hitze. Diese treibt einen Prozess an, der am Ende flüssigen Treibstoff liefert — chemisch ähnlich wie fossiles Kerosin.

Der grosse Vorteil: kein Umbau nötig

Der Treibstoff passt in bestehende Motoren und Flugzeuge. Das ist entscheidend. Die Luftfahrt kann ihre Flotten nicht über Nacht austauschen. Ein Treibstoff, der sofort in heutige Triebwerke passt, ist deshalb praktikabler als radikale Alternativen wie Wasserstoff oder Elektroflug, die neue Flugzeuge und Infrastruktur bräuchten.

Investoren und der erste Meilenstein

Synhelion holt sich sein Kapital gezielt von strategischen Partnern: An Bord sind unter anderem Swiss International Air Lines, der Zementkonzern CEMEX, der Energiekonzern Eni, die AMAG-Gruppe und die SMS group. In einer Runde 2022 kamen so 22 Millionen Franken zusammen. Der grösste Beweis steht aber im Feld: Seit 2024 betreibt Synhelion in Deutschland mit der Anlage DAWN die weltweit erste industrielle Produktion von solarem Treibstoff — und SWISS ist die erste Airline, die diesen Treibstoff einsetzt.

Warum die Luftfahrt verzweifelt sucht

Fliegen ist einer der am schwersten zu dekarbonisierenden Bereiche überhaupt. Batterien sind zu schwer, Wasserstoff zu aufwändig. Synthetische Treibstoffe gelten als eine der wenigen realistischen Optionen. Der Druck durch Regulierung und Öffentlichkeit wächst — und damit die Nachfrage nach Lösungen wie der von Synhelion.

Die Kosten- und Skalierungsfrage

Wie bei jeder jungen Technologie ist der Preis die grosse Hürde. Solarer Treibstoff ist anfangs deutlich teurer als fossiles Kerosin. Er wird nur konkurrenzfähig, wenn die Produktion in grossem Massstab läuft und der CO2-Preis steigt. Der Weg von der Pilotanlage zur industriellen Menge ist lang und kapitalintensiv.

Die Konkurrenz

Synhelion ist nicht allein. Weltweit arbeiten Firmen an synthetischen Treibstoffen, mit unterschiedlichen Verfahren. Der Vorteil des Zürcher Unternehmens liegt im direkten Einsatz von Sonnenwärme statt Strom — das könnte effizienter sein. Ob dieser technische Vorsprung reicht, entscheidet die Skalierung.

Der Markt und der Wettbewerb

Die Luftfahrt gehört zu den am schwersten zu dekarbonisierenden Branchen. Synthetische Treibstoffe gelten als eine der wenigen realistischen Optionen, und weltweit arbeiten Firmen mit unterschiedlichen Verfahren daran. Synhelions Vorteil ist der direkte Einsatz von Sonnenwärme statt Strom — das könnte effizienter und günstiger sein.

Die Kostenfrage

Wie bei jeder jungen Technologie ist der Preis die grosse Hürde. Solarer Treibstoff ist anfangs deutlich teurer als fossiles Kerosin. Konkurrenzfähig wird er erst mit industrieller Skalierung und einem steigenden CO2-Preis. Der Weg von der Pilotanlage zur grossen Fabrik ist lang und kapitalintensiv.

Ausblick

Mit der Anlage DAWN und SWISS als erstem Airline-Partner hat Synhelion bewiesen, dass die Technologie funktioniert. Jetzt zählt die Skalierung: die erste kommerzielle Anlage in Spanien und danach der Sprung in grosse Mengen. Gelingt das, ist der Markt gewaltig.

Unsere Einordnung

Die Idee ist bestechend, die Skalierung die grosse Frage. Solarer Treibstoff wird anfangs teuer sein. Aber die Luftfahrt braucht dringend Alternativen, und Synhelion ist ganz vorne dabei. Unsere Einschätzung: Das ist eine Wette mit langem Zeithorizont und hohem Einsatz — aber wenn sie aufgeht, ist der Markt gewaltig. Genau solche mutigen Projekte machen die Schweizer Cleantech-Szene spannend.

Zum Startup

Name
Synhelion
Phase
Growth
Letzte Runde
CHF 22 Mio. (2022)
Kanton
Tessin

Quelle: synhelion.com

Teilen

Mehr aus der Szene