Sygnum startet unter MiCAR in der EU durch

- Sygnum Europe erhält von der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht eine CASP-Lizenz unter der EU-Regulierung MiCAR.
- Die Lizenz gibt Sygnum Passporting-Zugang zum gesamten EU-Binnenmarkt.
- Angeboten werden Konten, Handel, institutionelle Verwahrung und der Sygnum Crypto Yield Fund.
- Über die Bank-to-Bank-Plattform sollen weitere Banken schneller eigene Krypto-Angebote lancieren.
Die Zürcher Digital-Asset-Bank Sygnum baut ihr Europageschäft deutlich aus. Möglich macht das eine neue Lizenz unter der EU-Krypto-Regulierung MiCAR.
Was passiert ist
Sygnum hat für seine Tochter Sygnum Europe eine CASP-Bewilligung erhalten. Erteilt hat sie die Finanzmarktaufsicht in Liechtenstein. CASP steht für Crypto-Asset Service Provider und ist die zentrale Lizenzform unter der EU-Verordnung MiCAR. Die Bewilligung wurde wirksam, als die MiCAR-Übergangsfrist Ende Juni 2026 auslief. Damit kann Sygnum sein Angebot über das sogenannte Passporting in den gesamten EU-Binnenmarkt tragen. Das Büro in Liechtenstein dient als Tor zu den grössten Volkswirtschaften der Union.
Was Sygnum anbietet
Sygnum bringt drei Produktlinien in die EU. Für Privatkunden gibt es Konten für Fiat- und Digitalwährungen, den Handel mit grossen Kryptowährungen wie Bitcoin sowie Zugang zu Produkten wie dem Sygnum Crypto Yield Fund für vermögende Kunden. Für institutionelle Anleger wie Hedgefonds und Vermögensverwalter steht die Off-Exchange-Verwahrung Protect bereit. Und über eine Bank-to-Bank-Plattform können andere Finanzinstitute reguliert eigene Digital-Asset-Angebote lancieren, schneller und mit weniger Aufwand.
Der Markt dahinter
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. MiCAR schafft in der EU erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen für Kryptodienste. Wer die Lizenz früh hat, kann sich als seriöser Anbieter positionieren, solange viele Wettbewerber noch mit der Regulierung ringen. Der Nachholbedarf ist gross: Die allermeisten der über 5000 Banken in Europa bieten bis heute keine Digital-Asset-Dienste an, weil Infrastruktur und Aufsicht zu aufwendig sind. Genau diese Lücke will Sygnum mit seiner Bank-to-Bank-Plattform füllen.
Unsere Einordnung
Für Sygnum ist das ein starker Zug. Die FINMA-Banklizenz von 2019 war der Ausweis für die Schweiz. Die MiCAR-Lizenz ist nun der Schlüssel für einen viel grösseren Markt. Besonders klug ist der Fokus auf das Bank-to-Bank-Geschäft. Sygnum verkauft dann nicht mehr nur an Endkunden, sondern liefert die Infrastruktur für ganze Banken, ein Geschäft mit hoher Bindung. Der Weg über Liechtenstein ist pragmatisch und schnell. Die Konkurrenz schläft aber nicht: Grosse Börsen und Banken drängen mit denselben Lizenzen in denselben Markt. Sygnum muss seinen Vorsprung als früher, regulierter Anbieter nun zügig in Kunden ummünzen. Die Ausgangslage dafür ist gut.
Quelle: sygnum.com
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