Studyond holt CHF 2 Mio. – und macht aus der Abschlussarbeit ein Geschäftsmodell

- Studyond aus St.Gallen schliesst eine Finanzierungsrunde über CHF 2 Mio. ab.
- HSG Alumni beteiligt sich – die erste Startup-Beteiligung der Ehemaligen-Organisation überhaupt.
- Die Plattform bringt Studierende, Forschende und Unternehmen für Thesis- und Innovationsprojekte zusammen.
- Studyond ist offizielles HSG-Spin-off und anerkanntes ETH-Startup, gegründet 2023.
Jedes Jahr schreiben rund 95'000 Studierende in der Schweiz eine Abschlussarbeit. Die meisten dieser Arbeiten verschwinden danach in einer Schublade. Studyond aus St.Gallen will genau das ändern – und hat dafür jetzt CHF 2 Mio. eingesammelt.
Was passiert ist
Studyond hat eine Finanzierungsrunde über zwei Millionen Franken abgeschlossen. Das Geld soll das weitere Wachstum tragen. Die Plattform verbindet Studierende, Forschende und Unternehmen für gemeinsame Thesis- und Innovationsprojekte. Ein Unternehmen bringt eine echte Frage ein, ein Student bearbeitet sie mit wissenschaftlicher Methodik – und beide gewinnen dabei.
Künftig will das Team über die Abschlussarbeit hinausgehen. Praktika, Recruiting, Gastvorlesungen und weitere Praxisprojekte stehen auf der Roadmap. Nach eigenen Angaben sind heute mehr als 20 Partnerhochschulen und über 320 Unternehmen auf der Plattform aktiv.
Wer investiert
Der auffälligste Name in der Runde ist HSG Alumni, die Ehemaligen-Organisation der Universität St.Gallen. Laut Mitgründerin Alexandra Allgaier ist es die erste Startup-Beteiligung der Organisation überhaupt. Das ist mehr als eine Fussnote: HSG Alumni zählt über 42'000 Mitglieder und 190 Clubs weltweit. Wer diese Community anzapft, bekommt auf einen Schlag Zugang zu Tausenden von Unternehmen, in denen Alumni sitzen.
Daniel Knus, Geschäftsführer von HSG Alumni, begleitet die Plattform zusätzlich im Advisory Board. Die Beteiligung ist Teil einer strategischen Partnerschaft, die HSG Alumni auf ihre Strategie 2030 einzahlt – Generationendialog zwischen Studierenden und Ehemaligen.
Aus der Forschung in den Markt
Studyond ist kein Zufallsprodukt. Die Plattform stammt aus einem von Innosuisse geförderten Forschungsprojekt von ETH Zürich, Universität St.Gallen und OST – Ostschweizer Fachhochschule. Als Umsetzungspartner waren economiesuisse und der Schweizerische Arbeitgeberverband dabei. Heute ist die Firma offizielles HSG-Spin-off und anerkanntes ETH-Startup – eine doppelte Verankerung, die im Vertrieb an Hochschulen Türen öffnet.
Das Gründungsteam vereint HSG- und ETH-Alumni: CEO Philipp Wetzel, Alexandra Allgaier, Romeo Arpagaus und Micha Brugger, dazu Daniel Nydegger für die Unternehmenspartnerschaften. 2026 wurde Studyond zudem ins MITdesignX-Programm des Massachusetts Institute of Technology aufgenommen.
Unsere Einordnung
Zwei Millionen sind für Schweizer Verhältnisse keine grosse Runde. Trotzdem halten wir diesen Deal für einen der interessanteren des Sommers – wegen des Investors. Eine Alumni-Organisation, die zum ersten Mal in ihrer Geschichte in ein Startup investiert, kauft nicht primär Rendite. Sie kauft Relevanz für ihr Netzwerk. Genau daraus entsteht für Studyond ein Vertriebskanal, den kein Konkurrent einfach nachbauen kann.
Der wunde Punkt bleibt das Geschäftsmodell. Hochschulen sind notorisch preissensibel, und Unternehmen zahlen für Talentzugang meist erst, wenn sie ihn messen können. Studyond muss zeigen, dass aus vermittelten Arbeiten tatsächlich Einstellungen und Projekte werden. Gelingt das, ist der Sprung von der Thesis-Vermittlung zum Recruiting-Kanal logisch – und deutlich lukrativer.
Bemerkenswert ist auch der Standort. St.Gallen wird in der Schweizer Startup-Debatte gern übersehen, zwischen Zürich, Lausanne und Basel. Dass ausgerechnet hier eine Plattform entsteht, die den Wissenstransfer europaweit organisieren will, passt zur Ostschweizer Art: leise anfangen, dann liefern.
Zum Startup
- Name
- Studyond
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- CHF 2 Mio. (2026)
- Kanton
- St. Gallen
Quelle: startbase.com
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