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Square8 startet «AI Workers» – Zürcher Gründer wollen KI-Mitarbeiter mit Namen, Rolle und Chef

Redaktion·3. Nov. 2026·3 Min.
Square8 startet «AI Workers» – Zürcher Gründer wollen KI-Mitarbeiter mit Namen, Rolle und Chef
In 30 Sekunden gelesen
  • Square8 Technologies (Zürich, gegründet 2026) lanciert «AI Workers», die wie Angestellte geführt werden.
  • Jeder Worker hat Namen, Rolle im Organigramm, KPIs, Zugriffsrechte und eine menschliche Führungsperson für heikle Freigaben.
  • Laut Firma laufen die Workers bei ersten europäischen Kunden in Finanzen, HR-Administration, Support und Operations; Kunden und Investoren sind nicht genannt.
  • Standardrollen sollen in rund 30 Minuten live gehen, massgeschneiderte Rollen brauchen vier bis sechs Wochen.

Ein Mitarbeiter mit Namen, E-Mail-Adresse, KPIs und Vorgesetztem – nur dass er aus Code besteht. Das Zürcher Startup Square8 verkauft KI nicht als Chatbot, sondern als Kollegen.

Was passiert ist

Square8 Technologies hat seine «AI Workers» vorgestellt. Das sind KI-Systeme, die ein Unternehmen wie neue Angestellte einstellt, einarbeitet und führt. Jeder Worker bekommt einen Namen, eine E-Mail-Adresse, eine Rolle im Organigramm und messbare Ziele. Dazu kommt eine menschliche Führungsperson, die heikle Aktionen freigibt.

Die Workers arbeiten nicht in einer eigenen Oberfläche. Sie melden sich in bestehender Business-Software an, etwa in Workday oder Zendesk. Laut Firma sind sie bereits in echten Rollen bei ersten Kunden in Europa im Einsatz, vor allem in Finanzen, Controlling, HR-Administration, Kundendienst und Operations. Kundennamen nennt Square8 nicht.

Auf der Website zeigt das Startup fertige Rollen: Executive Assistant, Chief of Staff und IT Security Manager. Sie sollen in etwa 30 Minuten live gehen. Massgeschneiderte Rollen brauchen vier bis sechs Wochen. Gehostet wird in der Schweiz und in der EU, die Firma verspricht DSGVO-Konformität und einen vollständigen Prüfpfad.

Wer dahintersteht

Gegründet wurde Square8 2026. Zum Team zählen laut Branchenmeldung zum Launch Philippe Sahli (CEO), Lars Mangelsdorf (CRO) und René Pfitzner (CTO). Sahli und Mangelsdorf haben 2019 den Zürcher Spesen-Spezialisten Yokoy mitgegründet, der 2025 an TravelPerk (heute Perk) verkauft wurde. Pfitzner ist Physiker mit Stationen an der ETH Zürich und am Los Alamos National Laboratory und hat zuvor das Zürcher Startup Experify mitgegründet.

Investoren sind bisher nicht bekannt. Eine Finanzierungsrunde hat Square8 nicht gemeldet. Die Gründer erzählen, bei Yokoy hätten sie gesehen, wie viel Zeit Finanz- und Operations-Teams mit Softwarebedienung, Recherche und Ermessensentscheiden verbringen. Das Prozesswissen stecke oft nur in den Köpfen.

Warum «Mitarbeiter» statt «Co-Pilot»

Der Markt ist voll von KI-Agenten. Die meisten Anbieter verkaufen Fähigkeiten: Der Agent kann Rechnungen lesen, Tickets beantworten, Daten abgleichen. Square8 verkauft etwas anderes, nämlich Führbarkeit. Jede Korrektur, jede Freigabe und jede Regeländerung wird protokolliert und der Person zugeordnet, die sie gemacht hat. Wer je ein Audit durchgestanden hat, versteht, warum das zählt.

Dazu passt der Fahrplan. Die Firma startet mit administrativen Rollen. Als nächsten Schritt nennt sie den Einsatz auf physischen Robotern. Das ist ein grosses Versprechen für ein Startup, das erst 2026 gegründet wurde.

Unsere Einordnung

Die Idee ist klug gewählt. Firmen scheitern mit KI selten an der Technik, sondern an Vertrauen und Verantwortung. Ein Worker mit Chef, Jobbeschreibung und Prüfpfad beantwortet genau diese Fragen. Das Gründerteam kennt zudem den Alltag von Finanzabteilungen aus erster Hand. Das ist ein echter Vorsprung.

Offen bleibt, was sich belegen lässt. Kunden, Zahlen und Investoren fehlen noch. Wir wollen sehen, wie viele Aufgaben ein Worker wirklich selbständig erledigt und wie oft der Mensch eingreifen muss. Bis dahin gilt: starke Story, starkes Team, Beweis steht aus. Wir bleiben dran.

Zum Startup

Name
Square8
Kanton
Zürich
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Quelle: square8.ai

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