Schweizer VC-Halbjahr 2026: CHF 1,25 Milliarden – Hardware boomt, Zürich enttäuscht

- CHF 1245,03 Mio. Risikokapital im ersten Halbjahr 2026 – 15,5% weniger als im Vorjahr.
- Zahl der Runden stabil bei 123: der mehrjährige Abwärtstrend ist gestoppt.
- Hardware mit Rekord von rund CHF 324 Mio.; Biotech und Zürich schwächeln.
- 21 Exits bisher; die Investoren blicken optimistischer nach vorn als vor einem Jahr.
Das Schweizer Startup-Jahr 2026 ist zur Halbzeit durchzogen. CHF 1,25 Milliarden flossen in Jungfirmen. Solide – aber kein Aufbruch.
Was passiert ist
Im ersten Halbjahr 2026 sammelten Schweizer Startups CHF 1245,03 Millionen ein. Das sind 15,5 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Damit liegt das Volumen etwa auf dem Niveau von 2023 und 2024. Die gute Nachricht steckt im Detail: Die Zahl der Runden blieb mit 123 praktisch stabil. Der jahrelange Abwärtstrend bei den Deals ist damit gestoppt. Weniger Geld, aber nicht weniger Aktivität. Die Basis hält.
Hardware zieht davon
Der grosse Gewinner ist die Hardware. Startups aus diesem Sektor holten rund CHF 324 Millionen. Das ist ein neuer Rekord für ein Halbjahr, über 60 Prozent mehr als der bisherige Bestwert. Ihre Produkte machen Rechenzentren effizienter oder eröffnen Chancen in der Raumfahrt. Investoren setzen klar auf Deeptech. Ganz anders die Biotech-Branche: Grosse Runden blieben fast vollständig aus.
Waadt boomt, Zürich enttäuscht
Auch die Kantone zeigen ein seltenes Bild. Die Waadt führt beim investierten Kapital mit über CHF 330 Millionen. Das ist auf Augenhöhe mit den Rekordjahren 2021 und 2022. Grund ist die Stärke der Hardware: Drei der vier Hardware-Deals in den Top-10-Runden gingen an Waadtländer Firmen. Zürich dagegen schneidet historisch schlecht ab. Es fehlen die grossen Biotech-Runden, und die ICT-Finanzierung stagniert.
Unsere Einordnung
Das Halbjahr ist besser, als die nackte Minus-Zahl vermuten lässt. Stabile Rundenzahlen und ein Hardware-Rekord zeigen einen gesunden Kern. Sorgen macht uns Zürich. Wenn der grösste Hub bei Biotech und ICT schwächelt, ist das ein Warnsignal – nicht nur für die Stadt, sondern für den Life-Sciences-Standort Schweiz. Positiv stimmt die Exit-Seite: 21 Exits bis jetzt, gleich viele wie im Vorjahr, dazu mehr strategische Investments, die oft Übernahmen vorausgehen. Und die Investoren selbst blicken optimistischer nach vorn als noch vor einem Jahr. Die Talsohle wirkt durchschritten. Jetzt braucht es die grossen Wachstumsrunden, damit aus Stabilität wieder Wachstum wird.
Quelle: venturelab.swiss
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