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Resilia holt die ersten Dreijahresverträge – KimboCare macht Prävention zur Firmen-Infrastruktur

Redaktion·7. Sept. 2026·4 Min.
Resilia holt die ersten Dreijahresverträge – KimboCare macht Prävention zur Firmen-Infrastruktur
In 30 Sekunden gelesen
  • KimboCare aus Prilly (VD) hat mit Resilia eine Schweizer Sparte für betriebliche Prävention gestartet.
  • Nach neun Monaten stehen die ersten Dreijahresverträge mit insgesamt über 1000 zugesagten Mitarbeitenden.
  • Das Netzwerk umfasst über 450 Präventionsanbieter in den sechs grossen Schweizer Städten, darunter das Ensemble Hospitalier de la Côte und das Hôpital de La Tour.
  • Morgan Schaeffer (Deloitte) und Philippe Ryser (SICPA) sind als persönliche Berater dazugestossen; die Seed-Runde für Resilia läuft noch.

Prävention ist in der Schweiz vor allem eine Absichtserklärung. KimboCare versucht das Gegenteil: Prävention als buchbare Infrastruktur, die ein Arbeitgeber einkauft wie Strom oder IT. Nach neun Monaten stehen die ersten Dreijahresverträge.

Was passiert ist

Die Waadtländer Healthtech KimboCare hat mit Resilia eine eigene Schweizer Sparte aufgebaut. Sie richtet sich nicht an Privatpersonen, sondern an Arbeitgeber. Die Firma finanziert ihren Mitarbeitenden einen definierten Zugang zu Vorsorgeleistungen, die die Grundversicherung nicht abdeckt: jährlicher Gesundheitscheck, Zahn- und Sehbilanz, Stressprävention. Die Nutzung wird anonymisiert aggregiert und der Geschäftsleitung als Wirkungsbericht zurückgespielt.

Der Stand nach neun Monaten Betrieb: erste Dreijahresverträge mit Kunden, die zusammen über 1000 Mitarbeitende zugesagt haben. Dahinter liegt ein Netz von mehr als 450 Präventionsanbietern in den sechs grossen Schweizer Städten. Dazu gehören Spitäler wie das Ensemble Hospitalier de la Côte und das Hôpital de La Tour, dazu Arztpraxen und Spezialisten wie CryoDukt oder SmileClinix. Als nächste Schritte nennt die Firma weitere Arbeitgeber aus der laufenden Pipeline, den Ausbau des Anbieternetzes und den Abschluss der laufenden Seed-Runde.

Wer dahintersteht

KimboCare wurde 2019 in Lausanne gegründet und sitzt heute im EPFL Innovation Park in Prilly. Seit 2021 arbeitet die Firma in Afrika und Lateinamerika mit sogenannten Gesundheitsguthaben: Unternehmen, Entwicklungsagenturen und Diaspora-Gemeinschaften finanzieren damit nachvollziehbar den Zugang zu Behandlungen für Menschen, die keine klassische Versicherung erreicht. Resilia überträgt dieselbe Mechanik auf einen anderen Engpass – in der Schweiz fehlt nicht das Geld, sondern ein Kanal, über den individuelle Vorsorge überhaupt finanzierbar und steuerbar wird.

Das Gesicht des Projekts ist Mitgründer und COO Franck Tiambo, Aktuar von Ausbildung (ETH Zürich) und sechs Jahre bei Deloitte Schweiz im Bereich Risiken und Regulierung. Zum Start von Resilia hat die Firma ihren Schweizer Beirat verstärkt: Morgan Schaeffer, Senior Partner bei Deloitte, sowie Philippe Ryser, Global Head of Partnerships bei SICPA. Beide beraten Resilia ausdrücklich persönlich – weder Deloitte noch SICPA sind Kundin oder Partnerin.

Warum der Markt überhaupt existiert

Die Schweiz gibt laut Gesundheitsförderung Schweiz im Schnitt CHF 4.80 pro Kopf und Jahr für Gesundheitsprävention aus. Das ist etwa ein halber Kaffee. Was diese Lücke kostet, lässt sich schwerer beziffern: KimboCare selbst schätzt den jährlichen Produktivitätsverlust durch Absenzen und vermeidbare Krankheiten auf rund CHF 12 Mrd. – eine Eigenschätzung auf Basis öffentlicher Daten, keine amtliche Zahl. Unbestritten ist die Richtung: Absenzen sind teuer, und niemand im heutigen System hat ein starkes Eigeninteresse, sie zu verhindern.

Unsere Einordnung

Der Ansatz überzeugt uns, weil er Prävention aus der Wohlfühlecke holt. Frühstart-Yoga und Obstkörbe sind nett, aber niemand kann sie einem Verwaltungsrat als Investition verkaufen. Ein Dreijahresvertrag mit definierten Leistungen und einem Wirkungsbericht schon. Dass Resilia auf die rechtlichen Pflichten der Arbeitgeber aufsetzt statt auf gute Absichten, ist der klar klügere Weg in den Schweizer Markt.

Gleichzeitig ist Zurückhaltung angebracht. Etwas mehr als 1000 zugesagte Mitarbeitende sind für den Schweizer Arbeitsmarkt eine kleine Zahl, und die Seed-Runde ist noch nicht abgeschlossen. Der eigentliche Beweis kommt später: Verlängern die ersten Kunden nach drei Jahren? Und lässt sich die versprochene Senkung vermeidbarer Absenzen sauber belegen – oder bleibt sie eine Zahl aus dem eigenen Dashboard? Wer Prävention als Performance-Hebel verkauft, muss diesen Beweis liefern. Wenn KimboCare das schafft, entsteht hier eine Kategorie, die es in der Schweiz so noch nicht gibt.

Zum Startup

Name
KimboCare
Phase
Seed
Kanton
Waadt
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Quelle: resilia.kimbocare.com

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