Relai schliesst neue Finanzierungsrunde ab – FinanzFabio steigt beim Zürcher Bitcoin-Startup ein

- Relai hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen; die Höhe kommuniziert das Unternehmen nicht.
- Zu den Investoren gehört Fabio Marchesin, Inhaber der FinanzFabio AG, der zusätzlich als Berater und im Marketing mitwirkt.
- Relai zählt über 100'000 Nutzerinnen und Nutzer und hat kumuliert mehr als eine Milliarde US-Dollar Handelsvolumen abgewickelt.
- Über die Tochter Relai EU SASU verfügt die Firma seit Oktober 2025 über eine MiCA-Zulassung der französischen AMF.
Relai hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Den Betrag nennt das Zürcher Unternehmen nicht – dafür einen Namen, den in der Schweiz fast jeder kennt, der sich für Geld interessiert.
Was passiert ist
Relai wurde 2020 von Julian Liniger und Adem Bilican in Zürich gegründet und betreibt eine Bitcoin-only-App. Nun meldet die Firma den erfolgreichen Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde. Wie hoch sie ausfällt, sagt Relai nicht. Das frische Kapital soll in den Ausbau und die Stärkung der App fliessen.
Die Zahlen, die Relai kommuniziert, sind ordentlich: über 100'000 Nutzerinnen und Nutzer, vor wenigen Wochen die Marke von 620'000 App-Downloads geknackt, kumuliert über eine Milliarde US-Dollar Handelsvolumen abgewickelt. Die Relai AG ist als Finanzintermediär dem VQF angeschlossen, einer von der Finma anerkannten Selbstregulierungsorganisation.
Wer investiert
Der prominenteste Name der Runde ist Fabio Marchesin, Inhaber und Gesicht der FinanzFabio AG und in der Schweiz der reichweitenstärkste Finanz-Influencer. Neu ist die Verbindung nicht: Marchesin war laut Relai einer der ersten Kunden und empfiehlt die App seit Jahren aktiv in seiner Community.
Er bleibt nicht stiller Kapitalgeber. Marchesin steht Relai zusätzlich als Berater zur Seite und hilft im Marketing sowie bei der Positionierung als Finanzunternehmen – in der Schweiz und in Europa. CEO Julian Liniger spricht offen vom Ziel, Relai zum Bitcoin-Unicorn zu machen. Weitere Investoren der Runde nennt das Unternehmen nicht namentlich.
Warum Europa der eigentliche Hebel ist
Relai unterscheidet sich von den grossen Krypto-Börsen durch die Selbstverwahrung: Die Firma hält die Bitcoin ihrer Kundschaft nicht selbst, sondern die Kundinnen und Kunden kontrollieren ihre Wallet. Das reduziert das Gegenparteirisiko und macht die App für sicherheitsbewusste Sparerinnen und Sparer interessant.
Wichtiger für die Wachstumsstory ist die Regulierung. Über die französische Tochtergesellschaft Relai EU SASU verfügt das Unternehmen seit Oktober 2025 über eine MiCA-Zulassung der französischen Finanzmarktaufsicht AMF – und damit über einen regulierten Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Für ein Schweizer Fintech ist das der entscheidende Türöffner, weil der Heimmarkt schlicht zu klein ist. Im September 2025 gewann Relai den Top-100-Swiss-Startup-Award als bestes Fintech.
Unsere Einordnung
Eine Runde ohne Betrag ist normalerweise ein schwaches Signal. Wer gut abschliesst, sagt es. Hier fehlt jede Zahl – keine Summe, keine Bewertung, keine vollständige Investorenliste. Das ist kommunikativ unnötig zurückhaltend für eine Firma, die sonst gerne mit Downloadzahlen operiert.
Strategisch ist der Deal trotzdem klug. Der teuerste Posten für eine Consumer-Finanz-App ist die Kundenakquise. Wer statt Werbebudget einen Influencer mit sechsstelliger Reichweite ins Cap Table holt, kauft sich Vertriebskraft zu Eigenkapitalkonditionen. Dass Marchesin Relai ohnehin seit Jahren empfiehlt, macht die Sache glaubwürdiger als eine gekaufte Kampagne.
Das Risiko liegt auf der Hand: Relai koppelt sein Wachstum an eine Person und an einen Kurs, den niemand kontrolliert. Beides kann kippen. Wir würden die Runde deshalb weniger als Finanzierung lesen denn als Vertriebspartnerschaft mit Eigenkapitalanteil. Interessant wird, ob Relai die MiCA-Lizenz in den nächsten Monaten in echte Nutzerzahlen ausserhalb der Schweiz übersetzt. Daran, nicht am nächsten Influencer, misst sich der Weg zum Unicorn.
Zum Startup
- Name
- Relai
- Phase
- Growth
- Letzte Runde
- Betrag nicht kommuniziert (Finanzierungsrunde, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: moneycab.com
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