Proxima Fusion sammelt EUR 411 Mio. – Europas Fusions-Champion aus München

- Proxima Fusion aus München sammelt EUR 411 Mio. bei einer Bewertung von EUR 2,4 Mrd. – die grösste Fusionsrunde Europas.
- Angeführt wird sie von XTX Ventures und East X Ventures, mit RWE und Google als strategischen Investoren.
- Das Max-Planck-Spin-off setzt auf den Stellarator – einen verschlungenen Reaktortyp für stabile Dauerleistung.
- Die Schweiz ist mit dem Swiss Plasma Center der EPFL selbst eine Fusions-Hochburg – der Deal zeigt, wie schnell das Feld kommerziell wird.
🌍 Blick über die Grenze – München: Was hier gerade passiert, geht auch die Schweiz an – denn bei der Kernfusion spielt unser Land vorne mit.
Kernfusion galt lange als der ewige Traum der Energiewelt: die Kraft der Sonne auf die Erde holen, sauber und praktisch unerschöpflich. Jetzt fliesst plötzlich richtig viel privates Geld in dieses Feld. Proxima Fusion aus München hat EUR 411 Mio. eingesammelt – die grösste Fusionsrunde, die Europa je gesehen hat.
Was die Firma macht
Proxima Fusion will Kraftwerke bauen, die Energie durch Kernfusion erzeugen – also durch das Verschmelzen von Atomkernen, nicht durch deren Spaltung wie im heutigen Atomkraftwerk. Das Unternehmen ist ein Spin-off des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik und wurde 2023 gegründet. In kurzer Zeit ist es zum bestfinanzierten Fusions-Startup Europas aufgestiegen.
Der technische Ansatz heisst Stellarator. Man kann ihn sich als eine Art verdrehten Ring vorstellen, in dem starke Magnetfelder das über 100 Millionen Grad heisse Plasma in Form halten. Der Vorteil gegenüber dem bekannteren Tokamak: Ein Stellarator läuft von Natur aus stabiler und eignet sich besser für den Dauerbetrieb – also für ein echtes Kraftwerk, das rund um die Uhr Strom liefert.
Was gerade passiert ist
Die neue Runde über EUR 411 Mio. bewertet Proxima mit EUR 2,4 Mrd. Angeführt wird sie von XTX Ventures und East X Ventures. Als strategische Investoren sind der Energiekonzern RWE und Google mit dabei – zwei Namen, die zeigen, dass hier nicht mehr nur Wagniskapitalgeber träumen, sondern auch Industrie und Tech-Riesen mitrechnen. Das Geld soll den Bau eines Demonstrations-Kraftwerks in den 2030er-Jahren vorantreiben.
Warum das gerade jetzt Fahrt aufnimmt
Zwei Dinge treiben den Fusions-Boom an. Erstens hat die Forschung in den letzten Jahren echte Fortschritte gemacht – bessere Supraleiter, bessere Simulationen, erste Experimente mit positiver Energiebilanz. Zweitens explodiert der Strombedarf, nicht zuletzt wegen der KI-Rechenzentren. Wer eine saubere, grundlastfähige Energiequelle verspricht, trifft genau den Nerv der Zeit. Fusion ist von der Wissenschaft zum Investment-Thema geworden.
Warum das für die Schweiz zählt
Die Schweiz ist bei der Fusion kein Zuschauer, sondern Weltspitze. Das Swiss Plasma Center der EPFL in Lausanne betreibt mit dem TCV einen der renommiertesten Forschungsreaktoren überhaupt und liefert seit Jahrzehnten Grundlagen, auf denen die ganze Branche aufbaut. Schweizer Physikerinnen und Ingenieure sind in europäischen Fusionsprojekten fest verankert.
Genau deshalb ist die Proxima-Runde für uns mehr als eine deutsche Meldung. Sie zeigt, wie schnell aus akademischer Spitzenforschung ein milliardenschweres Geschäft werden kann – und wirft die Frage auf, ob die Schweiz aus ihrer starken Ausgangslage ebenfalls Firmen von diesem Kaliber formt. Das Wissen ist da, das Kapital wäre da. Was es braucht, ist der Mut, aus Lausanner Physik ein Schweizer Fusions-Champion zu machen. Proxima liefert die Vorlage. Jetzt liegt es an uns, ob wir sie nutzen.
Quelle: proximafusion.com
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