Prevision Medicine sammelt USD 5,4 Mio. für personalisierte Krebstherapien

- Prevision Medicine (Schlieren/ZH) sichert sich USD 5,4 Mio. Seed-Finanzierung.
- Lead-Investor ist ACE Ventures, mit an Bord: GoHub Ventures, SICTIC und Onkologie-Angels.
- Die Plattform PrevisionOne testet Tumorzellen von Patienten live gegen ein Wirkstoff-Portfolio.
- Das Kapital fliesst in Zulassungen, Kostenübernahme und den Ausbau in Europa.
Die Zürcher Prevision Medicine hat sich in einer Seed-Runde USD 5,4 Millionen gesichert. Das Geld soll dem Biotech-Unternehmen helfen, seine Krebstests von der Nische in die europäische Klinik zu bringen.
Was passiert ist
Prevision Medicine mit Sitz in Schlieren hat eine Seed-Finanzierungsrunde über USD 5,4 Millionen abgeschlossen. Das 2024 gegründete Unternehmen betreibt mit PrevisionOne eine funktionelle Präzisionsonkologie-Plattform: Tumorzellen von Patientinnen und Patienten werden direkt gegen mehr als 100 Medikamente und Kombinationen getestet, bevor die eigentliche Therapie beginnt. Ärztinnen und Ärzte erhalten so innert weniger Tage eine evidenzbasierte Empfehlung, welches Medikament bei welchem Patienten tatsächlich wirkt – statt nach Schema F zu behandeln. Neben dem Sitz in Schlieren betreibt das Unternehmen ein Labor auf dem ETH-Campus Hönggerberg sowie einen zweiten Standort in Epalinges bei Lausanne.
Wer investiert
Angeführt wird die Runde von ACE Ventures, einer auf Schweizer Frühphasen-Investments spezialisierten Beteiligungsgesellschaft. Mit dabei sind zudem GoHub Ventures, die Investorenplattform SICTIC sowie mehrere onkologisch spezialisierte Angel-Investoren. Steve Salom von ACE Ventures bringt die Investitionsthese auf den Punkt: Ein Teil der grössten Fortschritte in der Krebsbehandlung liege nicht in neuen Wirkstoffen, sondern darin, bestehende Medikamente gezielter einzusetzen. Pablo Perea von GoHub Ventures verweist auf den Bedarf: Fast die Hälfte aller Krebspatientinnen und -patienten spricht auf die erste Behandlungslinie nicht an.
Warum funktionelle Tests den Unterschied machen
Klassische Onkologie stützt sich meist auf genetische Marker, um eine Therapie auszuwählen. Das funktioniert gut, wenn eine Mutation eindeutig auf ein Medikament zeigt – scheitert aber oft bei komplexeren oder therapieresistenten Tumoren. Prevision Medicine geht den umgekehrten Weg: Statt nur das Erbgut zu lesen, wird das tatsächliche Verhalten der lebenden Tumorzellen unter Medikamenteneinfluss beobachtet. Dieser sogenannte funktionelle Ansatz gilt als vielversprechende Ergänzung zur Genomik, vor allem bei hämatologischen Krebsarten und soliden Tumoren, wo Standardtherapien an ihre Grenzen stossen.
Unsere Einordnung
Dass eine Zürcher Biotech-Firma nur zwei Jahre nach Gründung eine Seed-Runde mit einem spezialisierten Onkologie-Investor wie ACE Ventures abschliesst, zeigt: Präzisionsmedizin trifft einen Nerv – gerade weil viele Krebstherapien schlicht bei zu vielen Patientinnen und Patienten nicht anschlagen. Der Weg von der Zulassung bis zur breiten Kostenübernahme durch Krankenkassen ist für ein Diagnostik-Startup meist der schwierigste Teil, nicht die Technologie selbst. Genau dort will Prevision Medicine das frische Kapital einsetzen. Ob das Modell skaliert, hängt davon ab, wie schnell sich Kliniken in Europa von der zusätzlichen Wartezeit für einen funktionellen Test überzeugen lassen. Der Rückenwind eines spezialisierten Investors ist dafür ein gutes Zeichen.
Zum Startup
- Name
- Prevision Medicine
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- USD 5,4 Mio. (Seed, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: previsionmedicine.com
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