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ExpansionVerifiziert

PostFinance vertreibt die Steuer-KI von iqtax – Pilot im Kanton Zürich bis Ende Jahr

Redaktion·5. Sept. 2026·4 Min.
PostFinance vertreibt die Steuer-KI von iqtax – Pilot im Kanton Zürich bis Ende Jahr
In 30 Sekunden gelesen
  • PostFinance vertreibt als Vermittlungspartnerin die KI-Plattform TaxOptimizer des Startups iqtax.
  • Der Pilot ist auf den Kanton Zürich begrenzt und läuft vorderhand bis Ende 2026.
  • Die Software kostet einmalig 49 Franken; der Vertrag kommt zwischen Steuerzahlenden und iqtax zustande.
  • Im ersten Quartal 2027 wertet PostFinance den Pilot aus und entscheidet über weitere Kantone.

Ein Schweizer Finanzinstitut mit Millionen Kundinnen und Kunden baut kein eigenes Steuertool, sondern verkauft das eines Startups. Das ist der eigentlich bemerkenswerte Teil dieser Meldung.

Was passiert ist

PostFinance und iqtax haben am 1. September 2026 den «TaxOptimizer» lanciert. PostFinance tritt dabei als Vermittlungspartnerin auf und bewirbt das Produkt über ihre Kanäle. Der Vertrag kommt zwischen den Steuerzahlenden und iqtax zustande – die Bank verkauft, entwickelt aber nicht.

Der Pilot ist bewusst eng gesteckt: nur für Steuerzahlende im Kanton Zürich, vorderhand bis Ende 2026. Die Software kostet einmalig 49 Franken. Wer bis Ende Jahr über PostFinance kauft, erhält zusätzlich die Prüfung durch eine zertifizierte Fachperson im Wert von 89 Franken gratis dazu.

Was das Produkt kann

Die Belege muss man weiterhin selbst zusammensuchen. Sind sie hochgeladen und einige Stammdaten erfasst, erstellt die Plattform die Steuererklärung automatisiert. Das Abtippen von Zahlen in die richtigen Felder entfällt komplett. Nutzende prüfen und bestätigen nur noch, danach geht die Erklärung direkt ans kantonale Steueramt Zürich. Je nach Komplexität dauert das laut den beiden Partnern 5 bis 20 Minuten.

Hinter iqtax steht die iqtax AG aus Rotkreuz im Kanton Zug, gegründet 2024 von Arbnor Jashari. «Wir wollten keine schönere Maske für ein altes Formular bauen, sondern das Ausfüllen so weit wie möglich abschaffen», sagt der CEO. Ziel sei die vollständig smarte Steuererklärung in der ganzen Schweiz.

Warum PostFinance zukauft statt selbst baut

«Die Steuererklärung ist ein wichtiges Puzzleteil der finanziellen Verpflichtungen aller Bürger:innen. Dieses soll aber keine Last darstellen», sagt Ron Schneider, Leiter Customer Experience bei PostFinance. Man habe sich bewusst für eine Partnerschaft mit einem bestehenden Produkt entschieden, statt selbst eines von Grund auf zu entwickeln. Damit leiste man auch einen Beitrag zur Stärkung des Startup-Werkplatzes Schweiz.

Im ersten Quartal 2027 wertet PostFinance die Pilotphase aus. Dann fällt der Entscheid über weitere Kantone und über die Fortsetzung der Zusammenarbeit.

Unsere Einordnung

Das ist die Art von Corporate-Startup-Kooperation, von der die Schweiz mehr braucht. Kein Innovationslabor, kein Beteiligungstheater, sondern echter Vertrieb. Ein zweijähriges Startup aus Rotkreuz bekommt Zugang zu einer der grössten Retail-Kundenbasen des Landes. Das ist mehr wert als die meisten Seed-Runden.

Der Haken liegt in der Skalierung. Steuersoftware ist in der Schweiz ein Kantonsproblem: 26 Systeme, 26 Schnittstellen, 26 Bewilligungsprozesse. Die zertifizierte Direktanbindung an Zürich ist ein starker Anfang, aber eben nur einer von 26. Wer national werden will, muss diesen Aufwand 25-mal wiederholen – gegen etablierte Anbieter, die die Behördenwege längst kennen.

Der Preis ist clever gesetzt. 49 Franken tun niemandem weh, und die geschenkte Fachprüfung nimmt genau die Angst, die eine KI beim Thema Steuern auslöst. Entscheidend wird der Q1-Entscheid 2027. Verlängert PostFinance und nimmt Kantone dazu, hat iqtax den Durchbruch. Bleibt es beim Zürcher Versuch, war es eine schöne Referenz – mehr nicht.

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Name
iqtax
Kanton
Zug
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Quelle: postfinance.ch

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