Porträt: Wie das Zuger Fintech Range Stablecoins für Finanzabteilungen sicher macht

- Range aus Zug (Crypto Valley) vereint Treasury, Risiko und Compliance über Stablecoins und klassische Währungen auf einer Plattform.
- Gegründet 2022, geführt von Mitgründer und CEO Andres Monteoliva.
- Series A über USD 8,3 Mio. (2026) von TX Ventures, SixThirty, Maven 11 Capital und Onigiri Capital; rund USD 11 Mio. gesamt.
- Die Plattform überwacht über 100 Stablecoins und 200 Netzwerke und sichert nach eigenen Angaben über USD 30 Mrd. an Kundenvermögen.
🔎 Porträt – Zug: Wie ein Fintech aus dem Crypto Valley die langweiligste, aber wichtigste Aufgabe der Stablecoin-Ära löst – sauberes Geld, sauber verbucht.
Stablecoins sind längst im Finanzalltag angekommen. Doch wer Geld gleichzeitig in Franken, Dollar und digitalen Währungen bewegt, verliert schnell den Überblick – und das Risiko. Genau hier setzt Range aus Zug an: Die Firma will Treasury, Risiko und Compliance über alle Geldarten hinweg auf eine einzige Plattform bringen.
Was die Firma macht
Range ist die Plattform für Unternehmen, die über Stablecoins und klassische Währungen hinweg arbeiten. Sie besteht aus zwei Teilen: UNIFY führt alle Bestände zusammen – von Krypto-Wallets bis zu Bankkonten – und schafft so ein einziges, verlässliches Buchungssystem. PROTECT ist die Kontrollschicht: Sie prüft Transaktionen auf Risiko, Compliance-Verstösse oder Verletzungen interner Regeln, bevor das Geld überhaupt fliesst. Kurz: Range macht den Zahlungsverkehr mit digitalen und klassischen Geldern nachvollziehbar und prüfsicher.
Die Geschichte
Range wurde 2022 gegründet und ist in Zug registriert – mitten im Schweizer Crypto Valley, dem dichtesten Cluster für Blockchain-Firmen in Europa. Geführt wird die Firma von Mitgründer und CEO Andres Monteoliva. Der Ausgangspunkt war ein konkretes Problem: Finanzteams, die mit Fiat und Stablecoins zugleich arbeiten, mussten bisher mehrere Werkzeuge zusammenstückeln, von denen keines für beide Welten gebaut war. Range wollte diese Lücke schliessen – und wuchs schnell zu einem international tätigen Anbieter mit Kunden weit über die Schweiz hinaus.
Produkt & Technologie
Die Plattform überwacht nach eigenen Angaben mehr als 200 Netzwerke und über 100 Stablecoins in Echtzeit und ist mit über 10'000 Banken, Verwahrern und Wallets verbunden. Damit sichert Range eigenen Angaben zufolge Kundenvermögen von über 30 Milliarden US-Dollar ab. Der entscheidende Kniff ist die Prüfung vor der Ausführung: Verdächtige oder regelwidrige Transaktionen werden gestoppt, bevor Geld verschoben wird – nicht erst im Nachhinein im Reporting. Zu den Nutzern zählen bekannte Namen der Krypto-Welt wie Circle, die Solana Foundation und Stellar.
Markt & Wettbewerb
Der Zeitpunkt passt. Stablecoins wandern gerade von der Krypto-Nische in die Bücher grosser Unternehmen, und neue Regeln in der EU und den USA zwingen Firmen zu lückenloser Kontrolle. Das treibt die Nachfrage nach genau der Infrastruktur, die Range baut. Die Konkurrenz ist allerdings ernst: Etablierte Analyse-Anbieter wie Chainalysis oder Elliptic decken die Compliance-Seite ab, klassische Treasury-Software die Fiat-Seite. Ranges Wette ist, dass Firmen keine zwei getrennten Welten mehr wollen, sondern ein einziges System für beides.
Finanzierung & Zahlen
Im Juni 2026 schloss Range eine Series A über 8,3 Millionen US-Dollar ab; damit steigt die Gesamtfinanzierung auf rund 11 Millionen Dollar. Angeführt wurde die Runde von klassischen Fintech-Fonds statt reinen Krypto-Investoren: dem Schweizer TX Ventures und dem US-Fonds SixThirty. Ebenfalls beteiligt waren die krypto-nativen Fonds Maven 11 Capital und Onigiri Capital. Diese Mischung ist bewusst gewählt – sie signalisiert, dass Range als Brücke zwischen traditioneller Finanzwelt und Krypto verstanden werden will.
Unsere Einordnung
Range verkauft Schaufeln im Goldrausch – und das ist klug. Während viele auf den Kurs einzelner Coins wetten, verdient Range an der Infrastruktur, die es unabhängig vom Preis braucht: Kontrolle, Nachweis, Compliance. Der Kundenstamm mit Namen wie Circle und der Solana Foundation ist ein starkes Gütesiegel für ein erst vier Jahre altes Unternehmen. Zwei Dinge bleiben aber offen. Erstens die Abhängigkeit vom Krypto-Zyklus: Kühlt der Markt ab, sinkt auch das zu überwachende Volumen. Zweitens die Härte des Wettbewerbs gegen etablierte Compliance- und Treasury-Anbieter. Dass Range in Zug registriert ist, passt: Kaum ein Standort verbindet Krypto-Kompetenz und regulatorische Ernsthaftigkeit so gut. Wenn Stablecoins wirklich zum Standard im Firmenzahlungsverkehr werden, sitzt Range an einer sehr guten Stelle.
Quelle: range.org
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