Portraet: Wie Medyria aus Winterthur die Herzdiagnostik mit einem Sensor-Katheter schaerft

- Medtech aus dem Technopark Winterthur, gegruendet 2012, spezialisiert auf Sensorik fuer die Herzdiagnostik.
- Leitprodukt PyCath: Mikrokatheter, der Druck und Blutflussgeschwindigkeit gleichzeitig misst.
- Zuletzt CHF 3,5 Mio. eingesammelt (Juli 2026) fuer FDA-Zulassung und US-Markteintritt.
- Zielmarkt: interventionelle Kardiologie, auch bei nicht-verengten, aber gestoerten Herzkranzgefaessen.
🔎 Portraet – Winterthur: Ein Mikrokatheter, der Druck und Blutfluss zugleich misst. Damit will dieses Medtech die Diagnostik am Herzen schaerfer machen, wo heutige Geraete nur die halbe Wahrheit zeigen.
Wenn ein Kardiologe abklaert, ob eine Verengung im Herzkranzgefaess wirklich gefaehrlich ist, misst er meist den Druck. Doch Druck allein erzaehlt nicht die ganze Geschichte. Medyria aus Winterthur will das aendern und misst zusaetzlich, wie schnell das Blut fliesst.
Was die Firma macht
Medyria entwickelt Sensorik und Kathetertechnik fuer die Diagnose von Herzkranzgefaessen. Angefangen hat das Unternehmen mit dem Verkauf seines Blutfluss-Sensors als OEM-Komponente an andere Hersteller. Daraus wurde ein eigenes Produkt: PyCath, ein Mikrokatheter, der Druck und Blutflussgeschwindigkeit in einem Geraet erfasst und so eine vollstaendige physiologische Beurteilung erlaubt.
Die Geschichte
Gegruendet wurde Medyria 2012 und ist seither im Technopark Winterthur zuhause. Mitgruender und CEO ist Mauro M. Sette. Das Team hat sich ueber Jahre auf einen technisch anspruchsvollen Nischenbereich konzentriert: winzige Sensoren, die im schlagenden Herzen zuverlaessige Messwerte liefern muessen. Das ist Feinarbeit, die Ausdauer und viel regulatorisches Know-how verlangt.
Produkt & Technologie
PyCath ist ein Mikrokatheter fuer die invasive Diagnose von Durchblutungsstoerungen am Herzen, sowohl bei verengten als auch bei nicht-verengten Herzkranzgefaessen. Der Clou: Nach Angaben des Unternehmens ist es das einzige Geraet auf dem Markt, das Druck und Blutflussgeschwindigkeit zusammen misst. Damit lassen sich Faelle erkennen, bei denen die Gefaesse zwar offen aussehen, die Durchblutung aber trotzdem gestoert ist. Genau solche Patienten fallen mit reiner Druckmessung oft durchs Raster.
Markt & Wettbewerb
Die Druckmessung im Herzkranzgefaess ist ein etablierter Markt, dominiert von grossen Konzernen wie Abbott und Philips. Medyrias Wette ist, dass die kombinierte Messung von Druck und Fluss der naechste Schritt ist, besonders fuer die wachsende Gruppe von Patienten mit gestoerter Mikrozirkulation trotz offener Gefaesse. Gegen die Grossen anzutreten ist hart. Aber ein klarer technischer Vorsprung in einer relevanten Nische kann genau der Hebel sein.
Finanzierung & Zahlen
Zuletzt sammelte Medyria im Juli 2026 CHF 3,5 Mio. ein. Das Geld soll die FDA-Zulassung fuer PyCath finanzieren und den Markteintritt in den USA vorbereiten. Bereits im Jahr davor hatte das Unternehmen eine Runde ueber CHF 1,5 Mio. abgeschlossen. Der US-Markt ist fuer ein kardiologisches Diagnosegeraet der entscheidende, aber auch der regulatorisch anspruchsvollste Schritt.
Unsere Einordnung
Medyria ist ein klassischer Schweizer Deeptech-Fall: Tiefe Ingenieurarbeit, langer Atem, ein echtes klinisches Problem. Das gefaellt uns. Dass eine offensichtlich sinnvolle Messung, naemlich Druck und Fluss zusammen, bisher fehlt, ist die eigentliche Chance. Ob Medyria sie nutzen kann, entscheidet sich am US-Markt und an der Frage, ob Kardiologen ihre Routine aendern. Das braucht Evidenz und Vertriebskraft. Mit den frischen CHF 3,5 Mio. ist der naechste Schritt finanziert. Wir druecken die Daumen, dass aus dem Winterthurer Nischenprodukt ein Standard wird.
Zum Startup
- Name
- Medyria
- Phase
- Series B
- Letzte Runde
- CHF 3,5 Mio. (2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: medyria.com
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