Portraet: Wie Kemaro aus dem Thurgau Putzroboter zu Nestle und BMW bringt

- Kemaro aus Eschlikon (TG) baut autonome, KI-native Industrie-Reinigungsroboter.
- Gegruendet 2016 von Thomas Oberholzer, Martin Gadient und Armin Koller.
- Ueber 1'500 Roboter an 600+ Kunden verkauft, u.a. Nestle, BMW, Amazon.
- Series-B-Teil-Closing ueber rund USD 5 Mio. (April 2026), angefuehrt von Spicehaus Partners; USA-Expansion.
🔎 Portraet – Thurgau: Drei Ingenieure aus dem Thurgau bauen autonome Putzroboter und beliefern damit Nestle, BMW und Amazon.
Kemaro zeigt, dass Weltklasse-Robotik nicht aus dem Silicon Valley kommen muss, sondern auch aus Eschlikon im Thurgau.
Was die Firma macht
Kemaro entwickelt und baut autonome Reinigungsroboter fuer die Industrie. Das Vorzeigemodell K900 faehrt selbststaendig durch Lagerhallen, Produktionsflaechen und Logistikzentren und haelt sie sauber, ohne dass ein Mensch den Roboter steuern muss. Das Geraet kombiniert KI-Navigation mit robuster Hardware, die fuer den rauen Industriealltag gebaut ist. Kemaro nennt seinen Ansatz KI-nativ: Der Roboter lernt seine Umgebung und passt seine Route an, statt starr programmierte Bahnen abzufahren.
Die Geschichte
Gegruendet wurde Kemaro 2016 von den Ingenieuren Thomas Oberholzer, Martin Gadient und Armin Koller. Die drei stammen aus dem Thurgau und entwickelten ihren Roboter dort, wo die Schweizer Industrie stark ist: in der Ostschweiz. Von Beginn an setzte das Team auf einen forschungsgetriebenen Ansatz, erst gruendlich verstehen, dann bauen. Das Ergebnis ist ein patentiertes Reinigungssystem, das sich in echten Industrieumgebungen bewaehrt.
Produkt & Technologie
Der K900 ist mehr als ein Staubsauger auf Raedern. Er kartiert seine Umgebung, erkennt Hindernisse und optimiert seine Reinigungsrouten laufend. Fuer Betriebe mit grossen Flaechen ist das ein handfester Vorteil: weniger Personalaufwand, gleichbleibende Qualitaet, Einsatz auch nachts. Kemaro hat nach eigenen Angaben bereits ueber 1'500 Roboter an mehr als 600 Industriekunden verkauft, darunter Konzerne wie Unilever, Nestle, BMW und Amazon.
Finanzierung & Zahlen
Im April 2026 gab Kemaro ein erstes Teil-Closing seiner Series-B-Runde bekannt: rund fuenf Millionen US-Dollar, angefuehrt von Spicehaus Partners. Das gesamte Ziel der Runde liegt bei rund 17 Millionen Euro. Mit dem Kapital will Kemaro vor allem in die USA expandieren und sein Produktportfolio verbreitern. Mitgruender Thomas Oberholzer zieht dafuer persoenlich nach Nordamerika, um den Markteintritt zu leiten. Das erklaerte Ziel: mehrere tausend Roboter in Europa und den USA in den kommenden Jahren.
Markt & Wettbewerb
Der Markt fuer Serviceroboter waechst schnell. Personalmangel in der Reinigung, steigende Loehne und der Wunsch nach gleichbleibender Qualitaet treiben die Nachfrage. Kemaro konkurriert mit internationalen Anbietern, punktet aber mit der Spezialisierung auf anspruchsvolle Industrieflaechen statt auf Bueros oder Supermaerkte. Die Blue-Chip-Kundenliste ist dabei das staerkste Verkaufsargument.
Unsere Einordnung
Kemaro ist genau die Art von Hardware-Startup, die den Schweizer Standort auszeichnet: bodenstaendig, ingenieurgetrieben, mit einem Produkt, das funktioniert und verkauft wird. Dass ein Team aus Eschlikon Nestle, BMW und Amazon beliefert, ist bemerkenswert. Die grosse Bewaehrungsprobe ist jetzt die USA, ein Markt, der schon viele europaeische Robotikfirmen verschluckt hat. Dass ein Gruender selbst rueberzieht, ist ein gutes Zeichen fuer den Ernst des Vorhabens. Uns ueberzeugt Kemaro, weil es nicht auf Hype setzt, sondern auf verkaufte Geraete. Wenn das Series-B-Ziel voll aufgeht, koennte aus dem Thurgauer Roboterbauer ein europaeischer Marktfuehrer fuer industrielle Reinigungsrobotik werden.
Quelle: kemaro.ch
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