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Porträt: Wie Gravis Robotics aus Zürich den Bagger zum Roboter macht

Redaktion·29. Juli 2026·6 Min.
Porträt: Wie Gravis Robotics aus Zürich den Bagger zum Roboter macht
In 30 Sekunden gelesen
  • ETH-Spin-off (2022) aus dem Labor von Marco Hutter, rüstet Bagger zu autonomen Robotern um
  • Rund USD 23 Mio. Finanzierung Ende 2025, u.a. mit Zacua Ventures, IQ Capital und Holcim
  • Retrofit-Ansatz: bestehende Maschinen werden autonom, statt neue zu bauen
  • Berichte über mögliches SoftBank-Interesse – noch unbestätigt

🔎 Porträt – Zürich: Ein ETH-Spin-off will die Baustelle autonom machen – und ein globaler Tech-Investor soll bereits anklopfen.

Bagger, die ohne Fahrer Erde bewegen: Was nach Zukunftsmusik klingt, baut Gravis Robotics aus Zürich seit 2022. Das ETH-Spin-off verwandelt schwere Baumaschinen in Roboter. Wir haben uns die Firma genauer angeschaut.

Was die Firma macht

Gravis Robotics entwickelt KI-Systeme, die bestehende Baumaschinen in autonome Roboter verwandeln. Statt neue Maschinen zu bauen, setzt die Firma auf Nachrüstung. Sensoren, Software und Steuerung machen aus einem konventionellen Bagger eine Maschine, die Aushub und Erdbewegung selbstständig erledigt. Das Ziel ist klar: den Fachkräftemangel auf Baustellen entschärfen und monotone oder gefährliche Arbeiten automatisieren.

Die Geschichte

Gravis wurde 2022 als Spin-off der ETH Zürich gegründet, aus dem Robotic Systems Lab von Professor Marco Hutter am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Zum Gründerteam gehören Ryan Luke Johns als CEO, Dominic Jud als CTO sowie Marco Tranzatto und Burak Çizmeci. Die Wurzeln liegen in jahrelanger Forschung an autonomen Systemen und Hydrauliksteuerung – dieselbe Denkschule, aus der auch der bekannte Laufroboter ANYmal stammt. Johns bringt einen Hintergrund in Architektur und Robotik mit, Jud vertiefte Expertise in hydraulischer Regelung.

Produkt & Technologie

Kern ist ein Autonomie-System, das Wahrnehmung, Planung und Steuerung verbindet. Der Bagger erfasst seine Umgebung, plant die Grabbewegungen und führt sie ohne menschlichen Eingriff aus. Ein Operator kann mehrere Maschinen aus der Ferne überwachen, statt jede einzeln zu bedienen. Der entscheidende Hebel ist das Retrofit-Konzept: Baufirmen müssen ihren Fuhrpark nicht ersetzen, sondern rüsten vorhandene Maschinen auf. Das senkt die Einstiegshürde deutlich und macht die Technologie auch für mittelgrosse Betriebe interessant.

Markt & Wettbewerb

Der Bau ist eine der am wenigsten digitalisierten Branchen – und leidet unter akutem Personalmangel. Autonome Erdbewegung ist deshalb ein Milliardenmarkt. Gravis trifft auf Wettbewerber wie Built Robotics aus den USA. Doch der Retrofit-Ansatz und die ETH-Robotik-Herkunft geben dem Team ein starkes Profil. Dass der Zementkonzern Holcim investiert hat, zeigt: Das Interesse kommt aus der Industrie selbst, nicht nur von Finanzinvestoren.

Finanzierung & Zahlen

Ende 2025 sammelte Gravis rund USD 23 Mio. ein, angeführt von Zacua Ventures und IQ Capital, mit Beteiligung von Pear VC, Sunna Ventures, Armada Investment und Holcim. Laut mehreren internationalen Berichten prüft der japanische Tech-Investor SoftBank inzwischen ein Engagement, kolportiert werden Bewertungen von über USD 500 Mio. Bestätigt ist ein solcher Deal nicht – wir führen das ausdrücklich als Marktgerücht, nicht als Fakt.

Unsere Einordnung

Gravis ist eines der spannendsten Deeptech-Teams der Schweiz. Die Kombination aus ETH-Robotik, einem konkreten Praxisproblem und einem cleveren Retrofit-Modell überzeugt. Dass ein globaler Player wie SoftBank angeblich anklopft, ist ein Ritterschlag für den Robotik-Standort Zürich. Unsere Meinung: Bleibt Gravis eigenständig und bringt die Technologie in den Serieneinsatz, kann daraus ein Schweizer Robotik-Champion werden. Ein früher Verkauf wäre nachvollziehbar – für das hiesige Ökosystem aber ein Verlust.

Zum Startup

Name
Gravis Robotics
Phase
Seed
Letzte Runde
USD 23 Mio. (2025)
Kanton
Zürich
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Quelle: mavt.ethz.ch

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