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Porträt: Wie Flowbone aus der EPFL ein Hydrogel baut, das Knochen von innen stärkt

Redaktion·19. Okt. 2026·5 Min.
Porträt: Wie Flowbone aus der EPFL ein Hydrogel baut, das Knochen von innen stärkt
In 30 Sekunden gelesen
  • Flowbone SA ist ein EPFL-Spin-off, gegründet im Juli 2020 von Ulrike Kettenberger, Dominique Pioletti und Régis Gauderon.
  • Ein injizierbares Hydrogel mit mineralischen Nanopartikeln soll die körpereigene Knochenbildung anregen.
  • Die Seed-Runde 2022 umfasste CHF 2,1 Mio., hauptsächlich von Business Angels; dazu kamen CHF 2,2 Mio. an Preisen und Fördergeldern.
  • Das erste kommerzielle Produkt zielt auf Knochenmarkläsionen bei Kniearthrose; geplant ist der Markteintritt in den USA.

🔎 Porträt – Waadt: Ein EPFL-Team will Knochenbrüche verhindern, bevor sie passieren – mit einer Spritze statt mit Tabletten.

Osteoporose bleibt oft unbemerkt, bis der Knochen bricht. Flowbone setzt vorher an. Das Lausanner Medtech entwickelt ein Gel, das direkt in den geschwächten Knochen gespritzt wird.

Was die Firma macht

Flowbone SA ist ein EPFL-Spin-off, das sich auf Knochenregeneration konzentriert. Das Produkt ist ein Hydrogel mit wenigen Prozent mineralischer Nanopartikel. Es besteht aus einem Hauptbestandteil des natürlichen Knochens. Injiziert in geschwächten Knochen, regt es den Körper an, selbst neuen Knochen zu bilden. Laut Firma bleibt danach kein eingespritztes Material zurück.

Die Geschichte

Die Wurzeln liegen im Biomechanical Orthopedics Laboratory der EPFL. Professor Dominique Pioletti leitet es. Post-Doc Ulrike Kettenberger forschte dort mit. Gemeinsam mit Régis Gauderon gründeten sie im Juli 2020 die Flowbone SA.

Das Motiv erklärte Pioletti schon 2020: Weltweit leiden rund 250 Millionen Menschen an Osteoporose. Ärzte entdecken sie meist erst nach dem ersten Bruch, was zu spät ist. Heutige Medikamente wirken auf den ganzen Körper, und ihr Nutzen zeigt sich erst nach etwa zwölf Monaten. Ein lokal wirkendes Gel könnte diese Lücke schliessen.

Produkt & Technologie

Die frühe EPFL-Beschreibung nennt eine Matrix aus Hyaluronsäure, Calciumphosphat-Partikel und eine kleine Dosis eines Bisphosphonats. Der Arzt spritzt das Gel unter lokaler Betäubung direkt in den Knochen. Es dringt in die Knochenstruktur ein, ohne sie zu beschädigen. Wichtig: Es wirkt nur dort, wo ein Bruch verhindert werden soll. Das könnte Nebenwirkungen im restlichen Körper begrenzen.

Wir betonen: Das sind Erwartungen aus der Forschung. Im damaligen EPFL-Bericht heisst es, die Knochenstruktur solle sich nach drei bis vier Monaten verbessern und der Effekt rund drei Jahre halten. Klinische Resultate nannte der Bericht nicht.

Markt & Wettbewerb

Der Weg zum Markt führt zuerst über ein kleineres Feld. Das erste kommerzielle Produkt soll Knochenmarkläsionen bei Kniearthrose behandeln. Ziel ist weniger Schmerz, langsameres Fortschreiten und der Erhalt des Gelenks. Parallel laufen präklinische Arbeiten zur Stärkung osteoporotischen Knochens. Das ist ein bewährtes Muster im Medtech: mit einer enger gefassten Indikation starten, dann ausweiten.

Der Zielmarkt ist zuerst die USA. Das Team bereitet die Zulassung durch die FDA für ein erstes Knochenreparatur-Produkt vor.

Finanzierung & Zahlen

Im Oktober 2022 schloss Flowbone eine Seed-Runde von CHF 2,1 Millionen ab. Das Geld kam hauptsächlich von erfahrenen Business Angels. Genannt wird der Serienunternehmer Gaëtan Marti. Dazu kamen Preise und Fördergelder von insgesamt CHF 2,2 Millionen.

Auszeichnungen gab es einige: 2020 Venture Kick, 2021 Venture Leader Medtech, 2021 eine Nennung bei den TOP 100 Swiss Startups und 2022 die Healthy Longevity QuickFire Challenge der National Academy of Medicine.

Unsere Einordnung

Flowbone hat, was ein Medtech braucht: ein klares Problem, eine starke Hochschulbasis und eine gestufte Strategie. Die Auszeichnungen und die Angel-Runde zeigen Vertrauen.

Der heikle Punkt bleibt die Zeit. Medtech-Zulassungen dauern, und die letzte uns bekannte Runde liegt 2022. Wir würden gern ein Update zu FDA-Schritten und Folgefinanzierung sehen. Gelingt es, wäre Flowbone ein Paradebeispiel dafür, wie die EPFL Forschung in Patientennutzen übersetzt.

Zum Startup

Name
Flowbone
Phase
Seed
Letzte Runde
CHF 2,1 Mio. (Seed, 2022)
Kanton
Waadt
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Quelle: venturelab.swiss

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