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Porträt: Wie AlpineAI aus Davos mit SwissGPT souveräne KI in die Schweiz bringt

Redaktion·27. Juli 2026·5 Min.
Porträt: Wie AlpineAI aus Davos mit SwissGPT souveräne KI in die Schweiz bringt
In 30 Sekunden gelesen
  • AlpineAI aus Davos (GR) baut mit SwissGPT eine souveräne KI-Plattform für regulierte Branchen wie Gesundheitswesen, Behörden und Hochschulen.
  • Daten bleiben in zertifizierten Schweizer Rechenzentren; Betrieb innerhalb des Schweizer bzw. EU-Rechtsrahmens.
  • Gegründet 2023, CEO und Mitgründer ist Neurowissenschaftler Pascal Kaufmann; Zusammenarbeit mit ETH Zürich und EPFL.
  • Seed-Runde im zweistelligen Millionenbereich, angeführt von Swiss KMU Partners; Ziel ist Wachstum in der Schweiz und Expansion nach Europa.

🔎 Porträt – Graubünden: Ein Schweizer ChatGPT, dessen Daten das Land nie verlassen – aus Davos, mitten in den Bergen.

AlpineAI baut mit SwissGPT eine KI-Plattform für Branchen, die ihre Daten nicht ins Ausland schicken dürfen. Der Anspruch: souveräne KI, made in Switzerland.

Was die Firma macht

AlpineAI entwickelt KI-Lösungen für stark regulierte Bereiche – Gesundheitswesen, Behörden, Institutionen und Hochschulen. Kern ist SwissGPT, ein Chat- und Agenten-System ähnlich ChatGPT. Der Unterschied liegt nicht im Können, sondern im Ort: Die Daten bleiben in der Schweiz, verarbeitet in zertifizierten Schweizer Rechenzentren. Firmen können damit KI auf sensible Kundendaten anwenden, ohne dass Informationen das Land verlassen.

Die Geschichte

AlpineAI wurde 2023 gegründet, von einem Team aus der Schweizer KI- und Techszene. CEO und Mitgründer ist der Neurowissenschaftler Pascal Kaufmann, in der Szene bekannt für seine Arbeit an künstlicher Intelligenz. Sitz ist Davos – ein bewusstes Statement gegen die Konzentration auf Zürich und den Genfersee. Die Firma arbeitet mit Forschungslaboren der ETH Zürich und der EPFL zusammen.

Produkt & Technologie

SwissGPT setzt auf bestehende KI-Modelle, kommerzielle wie auch Open-Source-Modelle, und packt sie in eine Umgebung, die Datenschutz und Regulierung ernst nimmt. Der Betrieb läuft ausschliesslich in hochzertifizierten Schweizer Rechenzentren. Für europäische Kunden bleibt die Verarbeitung innerhalb des EU-Rechtsrahmens. Das ist der entscheidende Verkaufspunkt: nicht "die beste KI der Welt", sondern eine gute KI, der man in Sachen Compliance vertrauen kann.

Markt & Wettbewerb

Der Markt für souveräne KI wächst schnell. Behörden, Spitäler und Banken dürfen viele US-Cloud-Dienste aus rechtlichen Gründen nicht nutzen. Genau hier setzt AlpineAI an. Die Konkurrenz ist zweischneidig: einerseits die grossen US-Anbieter mit überlegenen Modellen, andererseits andere europäische Souveränitäts-Anbieter. AlpineAIs Trumpf ist die Nähe zum Kunden und das Label Schweiz. Der Nachteil: Man baut die Modelle nicht selbst, sondern veredelt fremde. Das macht die Firma abhängig von der Modell-Entwicklung anderer.

Finanzierung & Zahlen

AlpineAI hat eine Seed-Runde im zweistelligen Millionenbereich abgeschlossen, angeführt von Swiss KMU Partners. Das Geld soll das Produkt ausbauen, das Wachstum in der Schweiz beschleunigen und die Expansion nach Europa vorbereiten.

Unsere Einordnung

AlpineAI reitet eine echte Welle. Datensouveränität ist kein Marketing-Gag, sondern für viele Schweizer Institutionen eine harte Vorgabe. Wer KI will, aber die Daten im Land halten muss, hat wenige Optionen – und AlpineAI ist eine der sichtbarsten. Das ist eine starke Position. Die grosse Frage ist die Abhängigkeit von fremden Modellen. Solange AlpineAI fremde KI verpackt, sitzt der eigentliche Fortschritt woanders. Der Wert liegt dann in Vertrauen, Integration und Betrieb – nicht in der KI selbst. Das kann reichen, gerade in regulierten Märkten. Aber es ist ein Geschäft, das man verteidigen muss. Wir finden den Ansatz goldrichtig für die Schweiz. Über den Erfolg entscheidet die Ausführung.

Zum Startup

Name
AlpineAI
Phase
Seed
Letzte Runde
Seed (zweistellige Mio., 2025)
Kanton
Graubünden
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Quelle: alpineai.swiss

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