Porträt: Wie Akina aus dem ETH-Labor die Physiotherapie nach Hause bringt

- Akina ist ein Spin-off der ETH Zürich und des ETH AI Center, gegründet 2021.
- Ein KI-Bewegungscoach analysiert Übungen per Webcam und gibt Echtzeit-Feedback.
- Zertifiziertes Medizinprodukt seit 2024, hybrides Modell mit echten Therapeuten.
- Seed-Runde Anfang 2025 über CHF 2,8 Mio., angeführt von Freigeist Capital.
🔎 Porträt – Zürich: Ein ETH-Spin-off, das die Physiotherapie aus der Praxis ins Wohnzimmer holt – mit nichts als einer Webcam und einer KI, die jede Bewegung mitliest.
Physiotherapie scheitert oft nicht an der Übung, sondern am Alltag. Termine, Anfahrt, Motivation. Akina will genau diese Lücke schliessen: KI-gestützte Übungen zu Hause, ergänzt durch echte Therapeuten. Das Zürcher Startup ist aus der Forschung an der ETH entstanden – und inzwischen ein zertifiziertes Medizinprodukt.
Was die Firma macht
Akina bietet digitale Physiotherapie. Der Kern ist ein KI-Bewegungscoach, der über die Webcam gängiger Geräte die Bewegungen von Patientinnen und Patienten analysiert und in Echtzeit Rückmeldung gibt. Falsche Haltung, zu wenig Winkel, zu schnell – die Software erkennt es und korrigiert. Ergänzt wird das durch menschliche Therapeuten, die den Verlauf begleiten. So entsteht ein hybrides Modell aus KI-Heimübungen und klinischer Expertise.
Die Geschichte
Akina wurde 2021 gegründet, als Spin-off der ETH Zürich und des ETH AI Center. Hinter der Firma stehen Florian Haufe (CEO) und Michele Xiloyannis (CTO), die zuvor jahrelang am Sensory-Motor Systems Lab der ETH zu Rehabilitationstechnik und Robotik geforscht hatten. Aus dieser Forschung wurde ein Produkt: 2022 gewann Akina Venture Kick, 2023 schaffte es das Team in die Top 100 der Schweizer Startups.
Produkt & Technologie
Das Besondere ist der niedrigschwellige Zugang. Es braucht keine Sensoren, keine Wearables, keine teure Hardware – die Kamera reicht. Dahinter steckt Bewegungsanalyse, die aus dem Videobild ein präzises Skelettmodell rechnet und mit therapeutischen Vorgaben abgleicht. Seit dem Start als zertifiziertes Medizinprodukt 2024 hat Akina nach eigenen Angaben tausende Therapiesitzungen ermöglicht.
Markt & Wettbewerb
Der Bedarf ist riesig. Beschwerden am Bewegungsapparat gehören zu den häufigsten und teuersten Gesundheitsproblemen, gleichzeitig fehlen Therapieplätze. Digitale Physiotherapie ist deshalb ein wachsender Markt – mit Wettbewerbern in Deutschland und den USA. Akinas Vorteil ist die Verbindung aus ETH-Technologie, medizinischer Zulassung und dem hybriden Modell, das Therapeuten nicht ersetzt, sondern verlängert.
Finanzierung & Zahlen
Anfang 2025 sammelte Akina eine Seed-Runde über CHF 2,8 Mio. (rund EUR 3 Mio.) ein. Angeführt wurde sie von Freigeist Capital, dem Fonds von Frank Thelen – die erste Health-Tech-Beteiligung des Fonds. Mit an Bord waren FAIR VC, Dr. Sattler Capital und mehrere Schweizer Gesundheitsexperten.
Unsere Einordnung
Akina macht vieles richtig. Der Verzicht auf Zusatzhardware senkt die Hürde radikal, die Medizinprodukt-Zulassung schafft Vertrauen, und das hybride Modell umgeht die grösste Schwäche reiner Übungs-Apps: die fehlende Bindung. Die Herausforderung liegt weniger in der Technik als in der Erstattung. Wer digitale Physiotherapie in die Regelversorgung und zu den Krankenkassen bringt, gewinnt. Genau daran wird sich Akina messen lassen müssen. Die Basis – ETH-Forschung, klarer Nutzen, starke Investoren – stimmt. Für uns eines der überzeugendsten Digital-Health-Teams der Schweiz.
Zum Startup
- Name
- Akina Health
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- CHF 2,8 Mio. (Seed, 2025)
- Kanton
- Zürich
Quelle: akina.health
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