Porträt: Wie aico aus dem Thurgau ein Commerce OS für Schweizer KMU baut

- aico (aiconomy AG) aus Roggwil im Thurgau bündelt ERP, POS, E-Commerce, PIM und KI-Agenten auf einer Plattform.
- Gegründet 2021, positioniert als Commerce OS für Schweizer KMU aus Handel, Gastro und Industrie.
- Team von rund 11 bis 50 Personen um CEO Mathias Müller; Software-Lead ist Partner Dan Iftinca.
- Kein öffentlich bekanntes VC-Investment – aico ist bisher aus eigener Kraft gewachsen.
🔎 Porträt – Thurgau: Ein kleines Team aus Roggwil will Schweizer KMU von der Zettelwirtschaft aus fünf Systemen befreien – mit einer Plattform, die Kasse, Lager und Onlineshop verbindet.
aico ist die Wette, dass Schweizer Unternehmen keine weitere Insellösung brauchen, sondern ein System, das alles zusammenhält. Made in Switzerland, mit KI von Anfang an mitgedacht.
Was die Firma macht
aico ist das Produkt der aiconomy AG aus Roggwil im Kanton Thurgau. Das Unternehmen nennt seine Software ein Commerce OS: eine Plattform, die ERP, Kassensystem (POS), Onlineshop, Produktinformationen (PIM) und KI-Agenten unter einem Dach vereint. Zielgruppe sind Schweizer Betriebe aus Handel, Gastronomie und Industrie, die heute oft mit einem Flickenteppich aus Einzelprogrammen arbeiten. aico verspricht, diese Systeme abzulösen und die Daten an einem Ort zu halten – auf Schweizer Infrastruktur.
Die Geschichte
Die aiconomy AG wurde im März 2021 gegründet und sitzt an der St. Gallerstrasse in Roggwil, einem Dorf im Oberthurgau. Geführt wird sie von Mathias Müller als CEO und Gründungspartner; im Verwaltungsrat sitzt neben ihm Richard Weng. Die Wurzeln liegen im E-Commerce: aico startete als Schweizer Cloud-ERP mit starkem Fokus auf Shopify und individuelle Programmierung. Aus dem Shop-Backend ist über die Jahre der Anspruch gewachsen, den gesamten Handelsprozess abzubilden.
Produkt & Technologie
Der Kern von aico ist die Idee, dass Verkauf im Laden, im Onlineshop und in der Warenwirtschaft nicht länger getrennte Welten sein sollen. Bestellungen, Lager, Kasse und Kundendaten laufen in einem System zusammen. Dazu kommen KI-Agenten, die wiederkehrende Aufgaben übernehmen sollen – vom Pflegen der Produktdaten bis zu Auswertungen. Das Team umfasst laut eigenen Angaben rund 11 bis 50 Personen; die Softwareentwicklung leitet Partner Dan Iftinca. aico betont die Schweizer Herkunft: Entwicklung und Datenhaltung im Inland sind Teil des Verkaufsarguments.
Markt & Wettbewerb
Der Markt für Business-Software ist hart umkämpft. Auf der einen Seite stehen Schwergewichte wie SAP, Microsoft und der Schweizer Platzhirsch Abacus, auf der anderen internationale Cloud-Anbieter und spezialisierte Shop- und Kassensysteme. aico setzt dagegen auf Bündelung und Nähe: ein System statt fünf, ein Ansprechpartner statt vieler Schnittstellen, und die Karte Schweizer Daten, Schweizer Support. Ein öffentlich bekanntes VC-Investment gibt es bislang nicht; das Unternehmen ist aus eigener Kraft gewachsen.
Unsere Einordnung
Uns gefällt der Ehrgeiz. Commerce OS ist ein grosses Wort, und der Versuch, ERP, Kasse, Shop und PIM aus einem Dorf im Thurgau heraus zu vereinen, ist mutig. Genau hier liegt aber auch die Härte der Aufgabe: Jeder dieser Bausteine ist für sich schon ein eigenes Produkt mit starken Konkurrenten. Wer alles verspricht, muss überall gut genug sein. Für Schweizer KMU, die den Wildwuchs ihrer Systeme satthaben, ist ein integriertes, hier gehostetes Angebot mit KI-Agenten trotzdem attraktiv – gerade weil Datenhoheit und Support in der Landessprache zählen. aico wird sich an klaren Referenzkunden messen lassen müssen, nicht an Feature-Listen. Wenn das Team den Sprung vom Shopify-nahen Dienstleister zum eigenständigen Plattformprodukt schafft, ist das eine der spannenderen Ostschweizer Wetten. Wir behalten aico im Auge.
Zum Startup
- Name
- aico
- Phase
- Bootstrapped
- Letzte Runde
- Kein öffentlich bekanntes VC-Investment. Aktienkapital CHF 117'647 (100'000 Aktien plus 17'647 Partizipationsscheine).
- Kanton
- Thurgau
Quelle: aico.swiss
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