Zum Inhalt springen
startupnews.ch
← Zurück zu News
FinanzierungVerifiziert

Piomic Medical holt USD 25 Mio. – Swisscanto wagt sein erstes Medtech-Investment

Redaktion·23. Sept. 2026·3 Min.
Piomic Medical holt USD 25 Mio. – Swisscanto wagt sein erstes Medtech-Investment
In 30 Sekunden gelesen
  • Piomic Medical aus Zürich hat eine Wachstumsfinanzierung über USD 25 Mio. abgeschlossen (Mitteilung vom 18. September 2026).
  • Lead ist eine Zusage über CHF 10 Mio. von Swisscanto (CH) Private Equity Switzerland Growth II – das erste Medtech-Investment dieses ZKB-Wachstumsfonds.
  • Bestehende Aktionäre wie Diabetes Venture Fund, Zürcher Kantonalbank und Verve Ventures ziehen mit; seit der Gründung hat Piomic über USD 50 Mio. gesichert.
  • Das Geld finanziert die US-Zulassungsstudie MAVERICKS, die Europa-Studie NAZARÉ und den geplanten US-Markteintritt von COMS One.

Wundheilung klingt nicht nach Hightech. Piomic Medical aus Zürich zeigt seit Jahren das Gegenteil. Jetzt kommt die grösste Runde der Firmengeschichte – mit einem Lead-Investor, der zum ersten Mal überhaupt in Medtech geht.

Was passiert ist

Piomic Medical hat eine Wachstumsfinanzierung über USD 25 Mio. abgeschlossen. Das hat die Firma am 18. September 2026 mitgeteilt. Das Geld soll das laufende klinische Programm zu Ende bringen. Dazu gehören die US-Zulassungsstudie MAVERICKS und die europäische Studie NAZARÉ. Danach folgen der Zulassungsantrag in den USA, der Markteintritt mit dem COMS One Therapy System und neue Anwendungen für die Plattform.

COMS steht für Concurrent Optical and Magnetic Stimulation. Das tragbare Gerät kombiniert Licht und Magnetfelder. Es soll Wunden heilen helfen, die mit der Standardtherapie nicht zugehen – etwa diabetische Fussgeschwüre. Seit September 2025 trägt COMS One in den USA den Status «Breakthrough Device» der FDA. In Europa ist das Gerät unter der Medizinprodukteverordnung CE-zertifiziert. Piomic ist ein ETH-Spin-off mit Sitz in Zürich und einem US-Standbein in Chicago.

Mit der Runde kommt Andy Weymann als Board Observer an Bord. Er war fast 14 Jahre Chief Medical Officer bei Smith+Nephew und kennt die Wundversorgung aus Konzernsicht.

Wer investiert

Angeführt wird die Runde von einer Zusage über CHF 10 Mio. von Swisscanto (CH) Private Equity Switzerland Growth II L-QIF KmGK. Das ist der Wachstumsfonds aus dem Asset Management der Zürcher Kantonalbank. Piomic ist das erste Medtech-Investment dieses Fonds. Die bestehenden Aktionäre ziehen mit: Diabetes Venture Fund, Zürcher Kantonalbank, Verve Ventures, Sky Stiftung, N&V Capital und ein Schweizer Single Family Office. Dazu kommen weitere private und institutionelle Geldgeber. Seit der Gründung hat Piomic laut eigener Angabe über USD 50 Mio. gesichert – aus Eigenkapital, Wandelkapital und nicht verwässernden Fördergeldern.

Warum gerade die USA

Die Firma zielt klar auf den US-Markt. Dort ist die Wundversorgung im Umbruch. Medicare deckelt die Vergütung für sogenannte Skin Substitutes und verlangt mehr harte Evidenz. Genau hier sieht sich Piomic im Vorteil. Seit Januar 2025 gibt es eigene CPT-III-Abrechnungscodes für die COMS-Therapie. MAVERICKS läuft als Category-B-Studie mit Medicare-Deckung: randomisiert, doppelblind und sham-kontrolliert, mit 224 Patientinnen und Patienten an 30 US-Standorten. Zudem bleibt COMS One laut Firma über eine Übergangsregel für bestimmte Zusatzvergütungen von Medicare berechtigt – ein Weg, der für neue Anbieter gerade zugeht.

Wichtig zur Einordnung: In den USA ist COMS One noch nicht zugelassen. Das Gerät gilt dort weiterhin als Prüfprodukt.

Unsere Einordnung

Das ist eine starke Runde, aus zwei Gründen. Erstens hat Piomic die Hausaufgaben gemacht, die viele Medtech-Startups unterschätzen. Zulassung ist das eine, Vergütung das andere. Wer in den USA ohne Abrechnungscode auftaucht, verkauft nichts. Piomic hat diese Bausteine früh gelegt – das macht die Firma für Investoren deutlich berechenbarer.

Zweitens ist das Signal aus Zürich wichtig. Die ZKB-Welt ist hier doppelt dabei: als bestehende Aktionärin und neu über Swisscanto. Genau solches Wachstumskapital fehlt Schweizer Medtech-Firmen sonst oft, wenn es teuer wird. Die Kehrseite: USD 25 Mio. reichen bis zu den nächsten Meilensteinen, nicht bis zum fertigen US-Geschäft. Entscheidend wird die Zwischenauswertung von MAVERICKS. Liefert sie, ist Piomic ein heisser Kandidat für die nächste grosse Runde – oder für einen strategischen Käufer aus der Wundversorgung. Wir drücken die Daumen.

Zum Startup

Name
Piomic Medical
Phase
Growth
Letzte Runde
USD 25 Mio. (Growth, 2026)
Kanton
Zürich
Verwandte Themen

Quelle: piomic.com

Teilen

Mehr aus der Szene