Pilot-Radar: Panop, InVirtuoLabs und ZuriQ holen sich Partner – drei Kooperationen, ein Muster

- Panop (Cybersecurity) unterstützt als erste Exposure-Management-Plattform Exoscale nativ im Cloud-Security-Posture-Management.
- InVirtuoLabs und Nagi Bioscience wollen Daten aus lebenden Organismen in das KI-gestützte Wirkstoffdesign einspeisen.
- ZuriQ und Rhonexum haben einen mehrjährigen Rahmenvertrag; eine erste Bestellung ist platziert, Lieferung bis Ende Jahr.
- Finanzielle Bedingungen nennt keine der drei Meldungen.
Drei Schweizer Deeptech-Teams, drei Partner, ein Muster: Wer klein ist, baut nicht alles selbst. Unser Radar der jüngsten Kooperationen.
Panop und Exoscale: Sicherheit für die europäische Cloud
Panop ist ein Schweizer Cybersecurity-Unternehmen. Seine Plattform findet und priorisiert Sicherheitsrisiken in der Cloud, an den äusseren Angriffsflächen, im Umfeld von Dritten und bei KI-Anwendungen. Neu unterstützt Panop den europäischen Cloud-Anbieter Exoscale nativ. Laut Meldung ist es die erste Exposure-Management-Plattform mit dieser Anbindung. Exoscale-Kunden können so Konfigurationen prüfen, Abweichungen und offene Dienste erkennen und erhalten priorisierte Befunde. Zielgruppe sind europäische Unternehmen, die öffentliche Hand und regulierte Branchen. Exoscale gehört seit 2017 zu Telekom Austria.
InVirtuoLabs und Nagi Bioscience: Lebende Daten für die KI
InVirtuoLabs entwickelt Wirkstoffe mit einer KI-Plattform für das Moleküldesign. Nagi Bioscience baut automatisierte Testsysteme mit lebenden Organismen, etwa den Fadenwurm C. elegans. Die beiden wollen Experimentaldaten aus ganzen Organismen in das KI-Design einspeisen. Ziel ist, Modellvorhersagen mit Wirksamkeit, Toxizität und Reaktionen des Gesamtorganismus zu verbinden. Die Ergebnisse fliessen in jede neue Designrunde zurück. Nagi liefert dazu Versuchsmodelle und Daten seines Systems SydLab One.
ZuriQ und Rhonexum: Kälte-Chips für Quantenrechner
ZuriQ baut Quantencomputer auf Basis gefangener Ionen. Rhonexum liefert integrierte Schaltungen, die bei tiefsten Temperaturen arbeiten. Die beiden haben einen mehrjährigen Rahmenvertrag für künftige Bestellungen, Produkteinsätze und technische Zusammenarbeit geschlossen. ZuriQ prüft die Chips für seine Ionenfallen-Roadmap. Eine erste Menge von Rhonexums Erstprodukt ist bestellt, die Lieferung ist bis Ende Jahr geplant.
Unsere Einordnung
Alle drei Kooperationen verbinden zwei kleine Firmen mit einander ergänzenden Stärken. Das ist klug. Ein Quantenstartup muss keine Kälte-Elektronik entwickeln, wenn ein Schweizer Nachbar sie liefert. Ein Sicherheitsanbieter gewinnt Reichweite, wenn er in einer europäischen Cloud zu Hause ist.
Ein Vorbehalt bleibt. Alle Aussagen kommen von den Firmen selbst, Zahlen zu Volumen oder Wirkung fehlen. Gerade bei den Aussagen «als Erste» und «bisher nicht möglich» bleiben wir vorsichtig. Spannend wird es, wenn die ersten Ergebnisse vorliegen: ein ausgeliefertes Chip-Los, ein gemeinsamer Wirkstoffkandidat, ein Kunde, der Exoscale wegen der Panop-Anbindung wählt. Das schauen wir uns an.
Quelle: thequantuminsider.com
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