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Perovskia Solar druckt jetzt in Serie – und schickt seine Zellen Richtung Weltraum

Redaktion·23. Sept. 2026·3 Min.
Perovskia Solar druckt jetzt in Serie – und schickt seine Zellen Richtung Weltraum
In 30 Sekunden gelesen
  • Das Empa-Spin-off Perovskia Solar aus Aubonne (VD) ist im Frühling 2026 vom Labor in die Serienfertigung gewechselt.
  • Die Firma liefert massgeschneiderte Perowskit-Zellen für IoT-Sensoren und smarte Geräte, aktuell unter anderem an einen US-Kunden für ein Tracking-Gerät.
  • An der Bengaluru Space Expo 2026 unterzeichnete Perovskia ein MoU mit AkashaLabdhi; vorerst geht es um Evaluation und Qualifikation, nicht um einen fixen Satelliteneinsatz.
  • Ein Prototyp für den Weltraum soll Ende 2026 stehen, Zellen sollen im vierten Quartal 2027 ins All; gestützt wird das Wachstum von EUR 2,25 Mio. aus dem EIC Accelerator.

Perowskit galt lange als Laborversprechen. Perovskia Solar aus Aubonne macht daraus ein Produkt. Die Firma produziert jetzt in Serie – und schaut schon nach oben, Richtung Weltraum.

Was passiert ist

Das Empa-Spin-off ist im Frühling 2026 vom Labor in die Serienfertigung gewechselt. Das berichtet die Standortförderung Greater Geneva Bern area (GGBa). Perovskia druckt seine Solarzellen nach Kundenwunsch. Form, Grösse, Aussehen und elektrische Werte lassen sich anpassen. Das passt überall dort, wo klassische Solarmodule keinen Platz haben.

Die Kunden entwickeln energieautarke Elektronik, etwa IoT-Sensoren und smarte Geräte. Aktuell liefert Perovskia Zellen für ein Tracking-Gerät an einen Kunden in den USA. Dazu laufen Machbarkeitsprojekte mit Partnern in Europa und Asien, von etablierten Industriefirmen bis zu jungen Tech-Unternehmen. Ein sichtbares Beispiel ist der UV-Tracker Sun-a-Wear. Er wurde als erstes kommerziell erhältliches Produkt mit Perowskit-Photovoltaik vorgestellt.

Auf der eigenen Website nennt Perovskia das Ziel, die automatisierte Linie im Werk auf eine Druckkapazität von einer Million Solarzellen hochzufahren.

Der Hauptsitz liegt in Aubonne im Kanton Waadt. Die Firma nutzt nach eigener Aussage das Umfeld von Empa, ETH Zürich und EPFL – und über drei Jahrzehnte Erfahrung mit Dünnschicht-Solartechnik in diesem Ökosystem.

Der Schritt Richtung Weltraum

An der Bengaluru Space Expo 2026 hat Perovskia eine Absichtserklärung mit der indischen Firma AkashaLabdhi unterschrieben. Gemeinsam wollen die beiden prüfen, wie sich Perowskit-Zellen im All einsetzen lassen. Wichtig ist die Einordnung: Perovskia liefert vorerst Zellen zur Evaluation und Qualifikation. Ein fester Einsatz auf Satelliten oder Raumstationen ist damit nicht vereinbart.

Parallel entwickelt die Firma flexible Zellen mit einem besseren Verhältnis von Leistung zu Gewicht. Ein erster Prototyp soll Ende 2026 stehen. Nach einer Basis-Qualifikation sollen die Zellen im vierten Quartal 2027 ins All fliegen.

Geld und nächste Schritte

Finanziell stützt sich Perovskia auf eine Seed-Runde über USD 2,4 Mio. aus dem Jahr 2024 und einen Zuschuss über EUR 2,25 Mio. aus dem EIC Accelerator vom Juni 2026. Damit sollen Kapazität und Effizienz der Produktion steigen. Leistung, Haltbarkeit und Anpassbarkeit der Zellen sollen besser werden. Dazu kommt der Vertrieb: Ein neuer Sales Manager in Taiwan soll die Präsenz in Asien stärken, Europa und Nordamerika stehen ebenfalls auf der Liste. Zudem will Perovskia seine laufende Finanzierungsrunde abschliessen. Details dazu sind noch nicht bekannt.

Unsere Einordnung

Das ist der Moment, auf den viele Deeptech-Startups jahrelang warten: Das Produkt verlässt das Labor. Perovskia hat sich dafür eine kluge Nische ausgesucht. Statt gegen günstige Silizium-Module auf dem Dach anzutreten, versorgt die Firma kleine Geräte mit Strom aus Innen- und Aussenlicht. In diesem Markt zählt Anpassung mehr als der Preis pro Watt.

Den Weltraum-Schritt finden wir spannend, aber wir würden ihn nicht überbewerten. Ein MoU ist eine Absicht, kein Auftrag. Und Perowskit muss seine Langzeitstabilität im All erst beweisen. Trotzdem: Leichte, flexible Zellen sind für Satelliten genau das, was gesucht wird. Gelingt die Qualifikation, öffnet sich ein Markt mit ganz anderen Margen. Die Hausaufgabe für die nächsten Monate ist klar: Stückzahlen hochfahren, Kunden halten, Runde schliessen. Klappt das, hat die Waadt einen neuen Cleantech-Hoffnungsträger mit Hardware aus der Schweiz.

Zum Startup

Name
Perovskia Solar
Phase
Seed
Letzte Runde
EUR 2,25 Mio. (EIC Accelerator, 2026)
Kanton
Waadt
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Quelle: now.solar

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