Ominimo: Insurtech-Unicorn mit KI-Autoversicherung und der EBRD im Rücken

- Serbisch-ungarisches Insurtech, 2024 gegründet, jetzt EUR 1,4 Mrd. Bewertung
- Series B über EUR 20,1 Mio., angeführt vom Venture-Arm der EBRD
- KI-gestützte Autoversicherung, profitabel, rund 1 Mio. Kunden in vier Ländern
- Vom Start zum Unicorn in rund zwei Jahren
🌍 Blick über die Grenze – Budapest: Ein Insurtech wird in nur zwei Jahren zum Unicorn – und zeigt, wie schnell ein KI-first-Versicherer heute wachsen kann.
In der Schweiz ist die Versicherung ein Schwergewicht der Wirtschaft. Umso genauer sollte man hinschauen, wenn ein junges Insurtech aus Osteuropa in Rekordzeit die Milliardenbewertung knackt. Ominimo hat genau das geschafft.
Was die Firma macht
Ominimo ist ein digitaler Autoversicherer. Das Herz ist eine KI, die Risiken bepreist und Schäden bearbeitet. Gegründet wurde die Firma 2024 von Dusan Komar, Dennis Weinbender und Laslo Horvath. Die Wurzeln sind serbisch-ungarisch, der operative Kern liegt in Ungarn.
Der Ansatz ist konsequent digital und schlank. Ominimo verkauft vor allem Motorfahrzeug-Versicherungen und wickelt möglichst viel automatisiert ab. Das senkt die Kosten und erlaubt tiefe Preise – der wichtigste Hebel in einem hart umkämpften Markt.
Was gerade passiert ist
Ende Juli 2026 gab Ominimo eine Series B über EUR 20,1 Mio. bekannt. Angeführt hat sie der Venture-Arm der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Die Bewertung: rund EUR 1,4 Mrd. Damit ist Ominimo ein Unicorn – nur rund zwei Jahre nach dem Start.
Besonders ist die Geschwindigkeit. Ominimo erreichte den Status schneller als frühere Unicorns im EBRD-Umfeld. Und anders als viele Startups ist die Firma profitabel. In Ungarn schreibt sie seit dem Start schwarze Zahlen.
Ein Markt im Umbruch
Die Zahlen zeigen das Tempo. Die annualisierten Bruttoprämien stiegen von EUR 26,3 Mio. im Jahr 2024 auf rund EUR 307 Mio. heute. Fast eine Million Kunden nutzen Ominimo bereits – in Ungarn, Polen, den Niederlanden und Schweden.
Der Autoversicherungsmarkt ist gross, aber träge. Viele Anbieter arbeiten mit alten Systemen und hohen Kosten. Ein KI-first-Modell kann hier deutlich günstiger sein. Genau das macht Ominimo für Investoren so attraktiv. Die offene Frage: Halten die tiefen Preise auch, wenn grössere Schadenwellen kommen?
Warum das für die Schweiz zählt
Die Schweiz lebt von der Versicherung. Zürich, Swiss Re, Baloise, Helvetia – die Branche ist ein Pfeiler der Wirtschaft. Doch die grossen Namen sind schwerfällig. Ein Fall wie Ominimo zeigt, wie schnell ein schlanker Herausforderer Marktanteile holen kann.
Für Schweizer Insurtechs ist das Signal doppelt. Erstens: Ein KI-first-Versicherer kann profitabel wachsen, nicht nur schnell. Zweitens: Der Heimatmarkt allein reicht nicht. Ominimo expandierte früh in mehrere Länder. Schweizer Gründer, die gross denken wollen, müssen denselben Weg gehen. Und die etablierten Player täten gut daran, solche Angreifer ernst zu nehmen – bevor sie im eigenen Markt auftauchen.
Quelle: eu-startups.com
Mehr aus der Szene
FinanzierungEIC Accelerator: Vier Schweizer Deeptech-Startups holen EU-Millionen
PorträtPorträt: Wie Ecorobotix aus der Waadt Pestizide um bis zu 95 Prozent senkt
Porträt