NovaGo holt CHF 24 Mio. in der Series B – Schlieren will Nervenfasern wieder wachsen lassen

- NovaGo Therapeutics AG aus Schlieren (ZH) hat eine Series B über CHF 24 Mio. (USD 30 Mio.) abgeschlossen.
- Angeführt haben Neurimmune und Pureos, dazu kommt nicht-verwässernde Förderung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und von Wings for Life.
- Das Geld geht in eine randomisierte, doppelblinde Proof-of-Concept-Studie mit 120 Patienten in Deutschland, Spanien und der Schweiz.
- Der Wirkstoff richtet sich gegen Nogo-A, ein Protein, das die Regeneration von Nervenfasern im Zentralnervensystem blockiert.
Eine akute Rückenmarksverletzung gilt bis heute als nicht heilbar. NovaGo Therapeutics aus Schlieren will genau das ändern – und hat dafür jetzt CHF 24 Mio. beisammen.
Was passiert ist
Am 2. September hat NovaGo Therapeutics AG den Abschluss einer Series-B-Runde über CHF 24 Mio. bekannt gegeben, umgerechnet USD 30 Mio. Das Unternehmen sitzt in Schlieren im Kanton Zürich und entwickelt Antikörper gegen Nogo-A, ein Protein im Zentralnervensystem. Nogo-A bremst das Nachwachsen von Nervenfasern. Wer es blockiert, könnte dem Körper die Reparatur wieder ermöglichen.
Das Geld fliesst in eine Proof-of-Concept-Studie. Sie ist vollständig randomisiert, doppelblind und soll 120 Patientinnen und Patienten mit akuter Rückenmarksverletzung einschliessen. Studienzentren stehen in Deutschland, Spanien und der Schweiz. Das ist die Stufe, an der sich entscheidet, ob aus einer sehr guten Idee ein Medikament wird.
Wer investiert
Angeführt wurde die Runde von Neurimmune und Pureos. Beide sind keine Zufallsgäste im Neuro-Bereich. Dazu kommen bestehende und neue Investoren. Ergänzt wird die Eigenkapitalrunde durch nicht-verwässernde Mittel der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und von Wings for Life, der Stiftung für Rückenmarksforschung.
Dominik Escher, Managing Partner bei Pureos Bioventures, verweist in der Mitteilung auf die Ergebnisse der Phase-1-Studie: Diese seien sehr ermutigend. CEO Stefan Moese betont den Beitrag der beiden Stiftungen – ohne sie wäre diese Entwicklungsphase so nicht möglich gewesen. Wissenschaftlicher Kopf ist Prof. Martin Schwab, der die Nogo-A-Forschung überhaupt erst begründet hat.
Warum es bisher nichts gibt
Bei einer akuten Rückenmarksverletzung gibt es heute keine zugelassene regenerative Therapie, die verlorene neurologische Funktion zurückbringt. Behandelt wird stabilisierend und rehabilitativ. Der Rest ist Anpassung an ein neues Leben. Genau deshalb ist das Feld auch so schwierig: Viele Ansätze sind an der Lücke zwischen Tiermodell und Mensch gescheitert.
NovaGo hat einen Vorteil: Die Nogo-A-Hypothese kommt aus Zürcher Grundlagenforschung und wird seit Jahrzehnten geprüft. Das Unternehmen selbst wurde 2015 gegründet. Neben der Rückenmarksverletzung nennt es Schlaganfall und sekundär progrediente Multiple Sklerose als weitere Anwendungsfelder.
Unsere Einordnung
Das ist eine der interessantesten Schweizer Biotech-Runden dieses Jahres – nicht wegen der Summe, sondern wegen der Konstruktion. CHF 24 Mio. sind für eine klinische Studie mit 120 Patienten kein üppiges Budget. Dass zwei Stiftungen nicht-verwässernd mitfinanzieren, verschiebt das Verhältnis aber deutlich zugunsten des Unternehmens. Mission-getriebene Gelder senken die Kapitalkosten dort, wo der Markt allein zu vorsichtig wäre.
Wir bleiben trotzdem nüchtern. Eine Proof-of-Concept-Studie ist genau das: ein Beweisversuch. Sie kann scheitern, und in der Neuroregeneration ist die Trefferquote historisch mies. Aber die Schweiz hat hier einen echten Standortvorteil – die Grundlagenforschung, die Paraplegiker-Infrastruktur und das Kapital sitzen im selben Land. Wenn dieser Ansatz irgendwo funktionieren soll, dann hier. Wir schauen genau hin, wenn die ersten Daten kommen.
Zum Startup
- Name
- NovaGo Therapeutics
- Phase
- Series B
- Letzte Runde
- CHF 24 Mio. / USD 30 Mio. (Series B, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: prnewswire.com
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