Nexthink: Der stille Schweizer Software-Riese

- Nexthink erreichte 2021 mit einer 180-Mio.-Dollar-Series-D eine Bewertung von 1,1 Mrd. Dollar.
- Die Runde führte Permira an, mit Highland Europe und Index Ventures.
- Nexthink misst und verbessert die IT-Erfahrung von Mitarbeitenden.
- Damit kam das Unternehmen in den Unicorn-Club.
Kaum jemand kennt Nexthink — dabei ist das Lausanner Software-Haus einer der grössten Startup-Erfolge der Schweiz. Es ist die Geschichte eines Unternehmens, das ohne Lärm zum Milliardenwert wurde, indem es ein Problem löste, über das niemand gern spricht.
Das Problem, das alle kennen
Langsame Laptops, abstürzende Programme, ewige Wartezeiten beim Support: Schlechte IT kostet Unternehmen jeden Tag Produktivität und Nerven. Das Tückische daran ist, dass diese Probleme oft unsichtbar bleiben. Mitarbeitende arrangieren sich, die IT-Abteilung erfährt nur von den lautesten Fällen. Genau diese blinde Stelle macht Nexthink sichtbar.
Wie Nexthink arbeitet
Die Software misst kontinuierlich, wie gut die IT im Alltag funktioniert — auf Tausenden von Geräten gleichzeitig. Sie erkennt Muster, bevor sie zu Ausfällen werden, und zeigt der IT-Abteilung, wo es wirklich hakt. Aus reaktivem Support, der auf Tickets wartet, wird proaktives Management. Diese Disziplin hat sogar einen Namen bekommen: Digital Employee Experience.
Der Aufstieg zum Unicorn
2021 sammelte Nexthink 180 Millionen Dollar in einer Series D ein und erreichte damit eine Bewertung von 1,1 Milliarden Dollar — der Eintritt in den Unicorn-Club. Angeführt wurde die Runde von Permira, mit den bestehenden Investoren Highland Europe und Index Ventures. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen 100 Millionen Dollar wiederkehrenden Jahresumsatz überschritten und zählte rund 1000 Kunden weltweit, darunter viele der grössten Konzerne.
Warum das ein grosser Markt ist
Jedes grosse Unternehmen hat Tausende Mitarbeitende mit Laptops, und jedes verliert Geld durch schlechte IT. Der Markt ist entsprechend gross und weltweit. Weil Nexthink früh dran war und einen Kategorienamen mitprägte, konnte es sich als Referenz etablieren — mit wiederkehrenden Lizenzumsätzen, die das Geschäft stabil machen.
Der Markt für Digital Employee Experience
Jedes grosse Unternehmen hat Tausende Mitarbeitende mit Laptops und verliert Geld durch schlechte IT. Nexthink prägte für diese Aufgabe einen eigenen Kategorienamen und wurde so zur Referenz. Der Markt ist gross und global, mit wiederkehrenden Lizenzumsätzen, die das Geschäft stabil machen.
Die Herausforderung
Wer eine Kategorie erfindet, muss sie auch verteidigen. Grosse IT-Management-Anbieter und neue Startups drängen ins Feld. Nexthinks Vorsprung liegt in Erfahrung, Referenzen und der Tiefe seiner Daten. Doch der Wettbewerb zwingt zu ständiger Innovation.
Ausblick
Mit KI verschiebt sich das Ziel: von der Sichtbarmachung von Problemen hin zu ihrer automatischen Behebung, bevor Mitarbeitende sie überhaupt bemerken. Wer diesen Schritt zuerst zuverlässig schafft, festigt seine Führungsrolle. Nexthink hat dafür die Daten und die Kundenbasis.
Unsere Einordnung
Nexthink ist der Beweis, dass unspektakuläre B2B-Software riesig werden kann. Kein Hype, kein Lärm — einfach ein echtes Problem, konsequent gelöst. Unsere Einschätzung: Die grösste Herausforderung ist, den selbst geprägten Markt gegen nachrückende Konkurrenz zu verteidigen. Wer eine Kategorie erfindet, muss sie auch besitzen. Bisher gelingt das dem Unternehmen bemerkenswert gut.
Zum Startup
- Name
- Nexthink
- Phase
- Growth
- Letzte Runde
- USD 180 Mio. (Series D, 2021)
- Kanton
- Waadt
Quelle: crunchbase.com
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