Magritek übernimmt ETH-Spin-off NexMR und holt sich Licht-Hyperpolarisation

- Magritek übernimmt das Schlieremer ETH-Spin-off NexMR. Der Betrag wurde nicht genannt.
- NexMRs Photo-CIDNP-Technik verstärkt NMR-Signale mit Licht um Grössenordnungen, ohne teure Hyperpolarisations-Hardware.
- Die Technik wandert in Magriteks Spinsolve-Plattform. Erste Geräte sollen innert zwölf Monaten verfügbar sein.
- NexMR wurde 2022 gegründet und hält eine exklusive weltweite Lizenz der ETH Zürich.
Wieder ein Schweizer Deeptech-Spin-off, das im Ausland landet. Diesmal ist es NexMR aus Schlieren. Und diesmal spricht einiges dafür.
Was passiert ist
Magritek hat am 14. Juli 2026 bekanntgegeben, dass NexMR Teil der Gruppe wird. Zum Preis schweigen beide Seiten. NexMR wurde 2022 gegründet und sitzt in Schlieren im Kanton Zürich. Die Firma ist ein Spin-off der ETH Zürich und hält für ihre Kerntechnologie eine exklusive weltweite Lizenz der Hochschule. Gründer und CEO ist Félix Torres, im Verwaltungsrat sitzt zudem Anil Sethi.
Die Entwicklung der ersten Geräte mit Hyperpolarisation läuft bereits. Verfügbar sein sollen sie innert zwölf Monaten.
Wer übernimmt
Magritek wurde 2004 gegründet und ist nach eigenen Angaben weltweit führend bei Tischgeräten für Kernspinresonanz, die ohne Kryogene auskommen. Der Hauptsitz liegt in Wellington in Neuseeland, gearbeitet wird zudem in Aachen und Philadelphia. Das Flaggschiff heisst Spinsolve und steht in Labors der Pharma-, Chemie-, Polymer-, Lebensmittel- und Energiebranche sowie in Forschung und Lehre.
«NexMR hat etwas wirklich Neues gebaut, und wir freuen uns, dass sie es mit uns weiterbauen», sagt Magritek-CEO Federico Casanova. NexMR-CEO Félix Torres begründet den Schritt mit Reichweite: Die eigene Wissenschaft bringe NMR-Biophysik auf den Labortisch, mit Magriteks Plattform dahinter erreiche sie nun jene Forschenden, die sie brauchen.
Warum Licht statt teurer Hardware
Kernspinresonanz ist das Standardwerkzeug, um Moleküle zu identifizieren und zu charakterisieren. Das Problem: Das Signal ist schwach. Wer es verstärken will, greift üblicherweise zu Hyperpolarisation, und die braucht teure, komplexe Zusatzgeräte. NexMR geht einen anderen Weg. Photo-CIDNP verstärkt das Signal mit Licht, und zwar um Grössenordnungen. Ohne den Hardware-Ballast.
In Magriteks Spinsolve-Plattform integriert, öffnet das Messungen, die auf kompakten Geräten bisher nicht möglich waren: Proben mit geringer Konzentration, schnelle Reaktionsverfolgung. NexMR nennt seine Plattform CRIO-X und richtet sie auf die fragmentbasierte Wirkstoffsuche aus, ein Feld, in dem Pharmafirmen tausende kleine Moleküle gegen ein Zielprotein testen.
Unsere Einordnung
Dieser Exit ist gut gelöst. NexMR hatte eine starke Technologie, aber kein Gerätegeschäft. Analytik-Hardware selbst zu bauen, zu zertifizieren und weltweit zu verkaufen, kostet zweistellige Millionenbeträge und Jahre. Magritek hat all das bereits. Vier Jahre nach der Gründung ist das ein sauberer Weg, statt sich in einer Series A zu verkämpfen, die in einem Nischenmarkt schwer zu holen wäre.
Kritisch bleibt: Wir kennen den Preis nicht. Bei einem Spin-off mit exklusiver ETH-Lizenz und einer Handvoll Leuten kann so ein Deal alles bedeuten, vom soliden Ergebnis bis zum blossen Team-und-Technik-Kauf. Ohne Zahlen ist das kein Beleg für einen starken Schweizer Deeptech-Markt.
Bemerkenswert ist die Richtung. Die Forschung kommt aus Zürich, die Wertschöpfung passiert künftig in Aachen und Wellington. Das ist das wiederkehrende Muster im Schweizer Deeptech: exzellente Grundlagen, zu wenig Kapital für die Industrialisierung. Wer das ändern will, muss Gerätebauer finanzieren, nicht nur Software. Für die Forschenden ist der Deal trotzdem eine gute Nachricht. Wenn Photo-CIDNP tatsächlich in einem Spinsolve landet, wird eine Methode aus dem Hochfeld-Labor plötzlich alltagstauglich.
Zum Startup
- Name
- NexMR
- Phase
- Exit
- Letzte Runde
- Übernahme durch Magritek (Exit, 2026, Betrag nicht genannt)
- Kanton
- Zürich
Quelle: einpresswire.com
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