Neustark macht CO2-Speicherung zum Geschäftsmodell

- Neustark sammelte 2024 rund 69 Mio. Dollar (64,3 Mio. Euro) ein.
- Angeführt von Decarbonization Partners (BlackRock und Temasek).
- Bestehende Investoren: Holcim, Siemens Financial Services, Verve Ventures.
- Ziel: bis 2030 eine Million Tonnen CO2 dauerhaft speichern.
CO2 aus der Luft holen ist das eine. Es dauerhaft loszuwerden das andere. Neustark aus Bern speichert es dort, wo es niemand vermutet: im Abbruchbeton. Und grosse Investoren glauben an das Modell.
Wie es funktioniert
Neustark bindet CO2 in aufbereitetem Abbruchbeton. Der zerkleinerte Beton wird mit CO2 in Kontakt gebracht, das chemisch reagiert und dauerhaft im Material gebunden bleibt. Das Schöne daran: Der Beton wird dabei sogar besser als Baustoff. Aus Abfall wird Rohstoff — und ein Kohlenstoffspeicher.
Die 69-Millionen-Runde
2024 sammelte Neustark rund 69 Millionen Dollar — 64,3 Millionen Euro — in einer Wachstumsrunde ein, angeführt von Decarbonization Partners, einem Gemeinschaftsfonds von BlackRock und dem Staatsfonds Temasek. Mit dabei waren der Klimafonds Blume Equity sowie die bestehenden Investoren Holcim, Siemens Financial Services, Verve Ventures und ACE Ventures; die UBS steuerte Fremdkapital bei. Dass ein BlackRock-Fonds führt, ist ein Ritterschlag.
Das Geschäft mit CO2-Zertifikaten
Aus dem gespeicherten CO2 werden Zertifikate. Unternehmen kaufen sie, um schwer vermeidbare Emissionen auszugleichen. Anders als bei vielen fragwürdigen Kompensationsprojekten ist die Speicherung hier messbar und dauerhaft — ein wichtiger Unterschied in einem Markt, der unter Greenwashing-Vorwürfen leidet.
Das Ziel
Neustark hat 2023 sein Team auf 60 Personen verdreifacht und den Umsatz auf rund 10 Millionen Dollar vervierfacht. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen europaweit expandieren — und bis 2030 eine Million Tonnen CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen.
Der Markt für dauerhafte CO2-Speicherung
Der Markt für hochwertige CO2-Entfernung ist jung, wächst aber schnell. Grosse Konzerne suchen verlässliche Wege, ihre Klimaziele zu erreichen, und zahlen dafür Aufpreise. Neustarks Vorteil: ein dezentraler Ansatz, der an vielen Standorten funktioniert, statt in einer einzigen Grossanlage.
Die Herausforderungen
Auch Neustark muss beweisen, dass sich der Ansatz im grossen Massstab rechnet. Logistik, Standorte und die Qualität der Zertifikate müssen stimmen. Zudem ist der Markt von Regulierung abhängig — ändern sich die Spielregeln, ändert sich das Geschäft.
Ausblick
Mit dem Ziel, bis 2030 eine Million Tonnen CO2 zu speichern, und Schwergewichten wie BlackRock und Holcim im Rücken hat Neustark grosse Ambitionen. Der Schlüssel ist Tempo: Wer den Markt für dauerhafte CO2-Entfernung früh besetzt, wird zur Referenz.
Unsere Einordnung
Der Charme von Neustark liegt in der Bodenständigkeit: keine Science-Fiction, sondern bestehende Materialkreisläufe klug genutzt. Unsere Einschätzung: Dass mit BlackRock und Temasek sowie Holcim gleich Schwergewichte aus Finanz und Bauindustrie an Bord sind, zeigt, dass das Modell ernst genommen wird. Genau solche pragmatischen Ansätze braucht die Klima-Branche — sie liefern heute, nicht irgendwann.
Zum Startup
- Name
- Neustark
- Phase
- Series B
- Letzte Runde
- USD 69 Mio. (2024)
- Kanton
- Bern
Quelle: neustark.com
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