Nestermind holt siebenstellige Seed-Runde von Immobilienfirmen

- Nestermind hat eine Seed-Runde im siebenstelligen Bereich abgeschlossen. Der genaue Betrag wurde nicht genannt.
- Das Kapital stammt von strategischen Investoren aus der Schweizer Immobilienbranche, darunter mehrere renommierte Immobilienunternehmen. Namen wurden nicht publiziert.
- Über 350 Immobilienprofis in der Schweiz nutzen die KI-first-CRM-Plattform bereits.
- Das Geld fliesst in Produktentwicklung, Team und Marktabdeckung in der ganzen Schweiz.
Nestermind sammelt zum zweiten Mal Geld ein, und wieder von Leuten aus der eigenen Branche. Das ist der eigentliche Punkt an dieser Runde.
Was passiert ist
Das PropTech-Startup Nestermind hat am 15. Juli 2026 eine Seed-Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich bekanntgegeben. Einen genauen Betrag nennt die Firma nicht. Das Geld fliesst in die Weiterentwicklung des Produkts und in den Ausbau des Teams.
Nestermind wurde 2024 gegründet und sitzt in Kloten im Kanton Zürich. Hinter der Firma stehen Lucas Pelloni als Mitgründer und CEO, Severin Wullschleger als Mitgründer und CTO sowie Stephan D. Meyer. Das Produkt ist ein CRM, das von Grund auf um künstliche Intelligenz herum gebaut ist. Zielgruppe sind Immobilienmaklerinnen, Liegenschaftsverwaltungen und Vermarkter. Über 350 Immobilienprofis in der Schweiz arbeiten laut Firma bereits damit.
Wer investiert
Hier wird es interessant und zugleich unbefriedigend. Nestermind spricht von strategischen Investoren, die tief in der Schweizer Immobilienbranche verankert sind, darunter mehrere der renommiertesten Immobilienunternehmen des Landes. Namen nennt die Firma keine. Auch bei der Pre-Seed-Runde im April 2025 blieb es bei der Formel aus Persönlichkeiten der Branche, Family Offices und führenden Immobilienunternehmen.
«Dass mehrere der renommiertesten Immobilienunternehmen der Schweiz uns Vertrauen schenken, macht uns enorm stolz», sagt CEO Lucas Pelloni. Und weiter: «Wir bauen Software, die Vermarkter stärker macht, nicht ersetzt. Das Immobiliengeschäft ist und bleibt ein People Business.»
Strategisches Geld ist ein zweischneidiges Schwert
Der Schweizer Immobilienmarkt ist ein Beziehungsgeschäft, und Software verkauft man dort nicht über eine Anzeige. Wenn mehrere grosse Häuser investieren, sind sie meist auch Kunden. Das löst das schwierigste Problem eines jungen B2B-Startups: den Zugang. Vertrieb wird zur Empfehlung unter Kollegen. 350 Nutzer in gut anderthalb Jahren sprechen dafür, dass dieser Mechanismus funktioniert.
Es gibt aber eine Kehrseite. Wer von den eigenen Kunden finanziert wird, baut leicht das Produkt, das genau diese Kunden heute wollen. Und Investoren aus der Branche haben eigene Interessen, die sich nicht immer decken. Spätere VC-Runden werden komplizierter, wenn der Cap Table voller strategischer Namen steckt.
Unsere Einordnung
Das ist eine solide Runde in einem Jahr, in dem Schweizer Startups insgesamt weniger Kapital erhalten. Nestermind hat das getan, was Software-Startups oft zu spät tun: erst Nutzer gewinnen, dann Geld holen. Der Winkel ist zudem klug gewählt. Wer heute verspricht, den Makler zu ersetzen, verkauft in der Schweiz nichts. Wer verspricht, ihm den Papierkram abzunehmen, wird eingelassen.
Was uns stört: die Intransparenz. Siebenstellig ist eine Spanne von einer bis knapp zehn Millionen Franken, das ist ein gewaltiger Unterschied. Und ohne Investorennamen lässt sich nicht beurteilen, wie strategisch dieses strategische Geld wirklich ist. Wer stolz auf seine Partner ist, darf sie auch nennen. Die Branche hält es leider oft so.
Die eigentliche Prüfung kommt jetzt. 350 Nutzer sind ein Anfang, keine Marktabdeckung. PropTech-CRM ist ein Feld mit vielen Anbietern und trotzdem viel Excel. Nestermind muss zeigen, dass die KI-Assistenten mehr sind als ein Verkaufsargument. Gelingt das, ist der Heimmarkt gross genug für ein gesundes Geschäft. Gelingt es nicht, wird es eng, denn strategische Investoren sind geduldig, aber nicht unendlich.
Zum Startup
- Name
- Nestermind
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- Siebenstellige Seed-Runde (2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: moneycab.com
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