Zum Inhalt springen
startupnews.ch
← Zurück zu News
Produkt-UpdateVerifiziert

MUVON zeigt 12-Monats-Daten: Zürcher UZH-Spin-off will Inkontinenz mit Körperzellen behandeln

Redaktion·18. Okt. 2026·3 Min.
MUVON zeigt 12-Monats-Daten: Zürcher UZH-Spin-off will Inkontinenz mit Körperzellen behandeln
In 30 Sekunden gelesen
  • MUVON Therapeutics (Zürich, UZH-Spin-off) meldet positive 12-Monats-Daten der Phase-2-Studie SUISSE-MPC2 zur Zelltherapie MPCCOL.
  • Bei 12 von 13 Patientinnen mit Ansprechen nach 6 Monaten sanken Inkontinenz-Episoden um 79 Prozent und Leckage um 85 Prozent; die Effekte hielten bis Monat 12.
  • Es gab keine schwerwiegenden therapie- oder geräteassoziierten Nebenwirkungen.
  • Das Unternehmen sucht laut CEO Deana Mohr Investoren und Kommerzialisierungspartner.

Eine Therapie, die nicht nur Symptome verdeckt, sondern die Ursache angeht: Genau das verspricht MUVON Therapeutics aus Zürich. Jetzt liegen die 12-Monats-Daten vor. Sie halten, was die 6-Monats-Zahlen versprochen haben.

Was passiert ist

MUVON Therapeutics hat am 7. Oktober 2026 Follow-up-Daten der Phase-2-Studie SUISSE-MPC2 vorgestellt. Der Vortrag lief an der Jahrestagung der International Continence Society in Maastricht. Es geht um die Therapie MPCCOL gegen Belastungsinkontinenz. Zwischenergebnisse liegen für 13 Patientinnen vor, die den 12-Monats-Termin erreicht haben.

Die Zahlen sind deutlich. Nach sechs Monaten gingen Häufigkeit der Inkontinenz-Episoden und Urinverlust im 24-Stunden-Pad-Test signifikant zurück (p<0,0001). Bei den 12 von 13 Patientinnen, die nach sechs Monaten angesprochen hatten, sank die Episodenhäufigkeit um 79 Prozent und der Urinverlust um 85 Prozent. Beide Effekte blieben bis Monat 12 bestehen. Schwerwiegende therapie- oder geräteassoziierte Nebenwirkungen gab es laut Mitteilung keine. Die Gewebeintegrität wurde bei allen bestätigt.

So funktioniert die Therapie

MPCCOL ist eine gewebezüchtete Therapie aus körpereigenen Zellen. Aus einer kleinen Biopsie des Wadenmuskels gewinnt man Muskel-Vorläuferzellen. Diese werden vermehrt und danach mit einem ultraschallgesteuerten Gerät über die Harnröhre in den äusseren Schliessmuskel gespritzt. Der Muskel soll sich so regenerieren.

Wer investiert

Investoren nennt die Mitteilung nicht. Beide Studien wurden von der Universität Zürich und dem Wyss Zurich Translational Center finanziert und unterstützt. CEO Deana Mohr sagt, die Therapie wirke, die Dauerhaftigkeit sei da und der Bedarf der Patientinnen enorm. Das Unternehmen sucht Investoren und kommerzielle Partner.

Der Markt: ein stilles Massenleiden

Laut MUVON leiden weltweit über 150 Millionen Frauen an Belastungsinkontinenz. Heutige Optionen lindern oft nur die Symptome. Prof. Philip Van Kerrebroeck, Mitglied des Scientific Advisory Boards, sagt: Anders als bestehende Optionen kaschiere MPCCOL die Beschwerden nicht, sondern behandle die zugrunde liegende Ursache. Das Thema ist gross, die Scham dahinter ebenfalls. Wer hier eine dauerhafte Lösung liefert, bedient einen riesigen Markt.

Unsere Einordnung

Das ist ein starkes Signal aus Zürich. Zwölf Monate Haltbarkeit sind bei einer Zelltherapie der Knackpunkt. Hier liegt der Beleg auf dem Tisch. Aber seien wir ehrlich: 13 Patientinnen sind eine kleine Gruppe. Eine grosse, kontrollierte Studie muss folgen, bevor man von einem Durchbruch sprechen darf.

Spannend wird jetzt die Finanzierung. Das Team sucht Geld und Partner. Mit diesen Daten steht es besser da als vor einem Jahr. Wir drücken die Daumen: Ein Schweizer Spin-off aus der Uni-Forschung könnte hier ein weltweites Problem lösen.

Zum Startup

Name
MUVON Therapeutics
Phase
Seed
Kanton
Zürich
Verwandte Themen

Quelle: globenewswire.com

Teilen

Mehr aus der Szene