Ipsen übernimmt Memo Therapeutics für bis zu EUR 700 Mio.

- Ipsen übernimmt alle Aktien von Memo Therapeutics mit Sitz in Schlieren.
- EUR 200 Mio. bei Closing, insgesamt bis zu EUR 700 Mio. mit Meilensteinen.
- Kernwert ist potravitug, ein Phase-II-Antikörper gegen das BK-Polyomavirus.
- Nicht zum Wirkstoff gehörende Assets bleiben bei den bisherigen Aktionären.
Die Schweizer Biotech-Szene liefert den nächsten grossen Exit. Ipsen kauft Memo Therapeutics aus Schlieren. Bis zu 700 Millionen Euro können fliessen. Das ist ein starkes Signal für den Standort.
Was passiert ist
Ipsen und Memo Therapeutics haben einen Aktienkaufvertrag unterzeichnet. Der französische Pharmakonzern übernimmt alle Aktien des Unternehmens. Bei Abschluss der Transaktion erhalten die Aktionäre 200 Millionen Euro. Über Meilensteinzahlungen können bis zu 700 Millionen Euro dazukommen. Assets, die nicht zum Leitwirkstoff potravitug gehören, wandern in eine neu gegründete Gesellschaft. Diese bleibt bei den bisherigen Aktionären.
Worum es Ipsen geht
Im Zentrum steht potravitug. Der Antikörper richtet sich gegen das BK-Polyomavirus. Das Virus verursacht bei nierentransplantierten Patienten eine gefährliche Komplikation, die BKPyV-assoziierte Nephropathie. Sie kann zum Verlust des Transplantats führen. Bisher gibt es keine zugelassene gezielte Therapie. potravitug hat von der US-Behörde FDA 2023 den Fast-Track-Status erhalten. Ende 2025 folgte in der EU die Einstufung als Orphan Drug.
Wie weit die Entwicklung ist
Der Wirkstoff steht in der klinischen Phase II. Ergebnisse aus der Studie SAFE KIDNEY II stützen den nächsten Schritt. Memo will noch dieses Jahr eine zulassungsrelevante Phase-II/III-Studie starten. Für Ipsen passt das gut ins Portfolio für seltene Erkrankungen.
Unsere Einordnung
Das ist ein Top-Ergebnis für den Biotech-Standort Zürich. Ein Deal in dieser Grösse zeigt: Schweizer Wissenschaft kann Weltklasse-Medikamente hervorbringen. Für die Investoren ist es ein sauberer Exit. Für Patienten könnte es einen echten Fortschritt bedeuten. Ein Wermutstropfen bleibt: Wieder wandert ein vielversprechendes Medikament in ausländische Hände, bevor es den Markt erreicht. Die Wertschöpfung der späten Phase findet dann anderswo statt. Genau hier braucht die Schweiz mehr eigenes Wachstumskapital. Das schmälert den Erfolg aber nicht. Gratulation nach Schlieren.
Zum Startup
- Name
- Memo Therapeutics
- Phase
- Exit
- Letzte Runde
- Übernahme durch Ipsen (bis EUR 700 Mio., 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: startupticker.ch
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