IRISgo holt EUR 500'000 bei «Die Höhle der Löwen» – Horw verkauft den Thermobecher jetzt über Paderborn

- Andreas Herb, CEO der MBG Group, investiert EUR 500'000 in die IRISgo AG aus Horw (LU).
- Gesucht waren in der Sendung EUR 500'000 für 10 Prozent – das entspricht einer Bewertung von EUR 4,5 Mio. vor dem Investment.
- Der Deal wurde nach der TV-Aufzeichnung finalisiert und befindet sich laut Herb bereits in der operativen Umsetzung.
- Zuerst soll das Geschäft in der DACH-Region ausgebaut werden, danach international.
Ein Handschlag im TV bedeutet noch keinen Deal. Bei IRISgo aus Horw hat er diesmal gehalten – und ist mit EUR 500'000 das bisher grösste Investment von Löwe Andreas Herb.
Was passiert ist
Fabian Christmann und Manuel Laurice Borer standen in der Folge vom 14. September bei «Die Höhle der Löwen» auf VOX. Gesucht: EUR 500'000 für 10 Prozent der Anteile. Das entspricht einer Bewertung von EUR 4,5 Mio. vor dem Investment – für ein Konsumgüter-Startup eine selbstbewusste Ansage.
Sie haben das Geld bekommen. Und anders als bei vielen Sendungs-Deals ist daraus auch wirklich etwas geworden: Nach den Gesprächen im Anschluss an die Aufzeichnung haben sich Herb und die beiden Gründer endgültig geeinigt. Der abgeschlossene Deal sieht dabei anders aus als das Angebot in der Sendung: Das Kapital fliesst je zur Hälfte in Firmenanteile und in ein umsatzbasiertes Darlehen. Man sei bereits mitten in der operativen Umsetzung, sagt der Investor.
Wer investiert
Andreas Herb ist CEO der MBG Group aus Paderborn, einem der grösseren Markeninkubatoren Europas. Das Unternehmen macht nach eigenen Angaben über EUR 250 Mio. Jahresumsatz und ist in mehr als 60 Märkten präsent. Zum Portfolio gehören Getränkemarken wie effect, SALITOS, SCAVI & RAY und 9 MILE Vodka.
«Bei IRISgo kommen für mich drei Dinge zusammen: ein aussergewöhnliches Produkt, eine starke und patentierte Idee und zwei Gründer, die echte Macher sind», sagt Herb. Er will nicht zweimal im Jahr eine Zahlenpräsentation, sondern mitarbeiten: Vertrieb aufbauen, Marke entwickeln, Türen öffnen.
Ein Verschluss als ganzes Geschäftsmodell
Im Zentrum steht der IRISgo cup flow, ein doppelwandiger Edelstahlbecher mit einem patentierten Irisverschluss. Er lässt sich durch Drehen einhändig öffnen und schliessen, hält im geschlossenen Zustand dicht und behält trotzdem eine grosse Trinköffnung. Produziert wird in der Schweiz. Dazu kommen modulare Aufsätze für Sport, Auto oder Strohhalm.
Die Idee entstand 2018 aus einem unschönen Anlass: Im Freundeskreis der Gründer kam es zu einem mutmasslichen Vorfall mit K.-o.-Tropfen. Die Inspiration für den Mechanismus lieferte laut Firma das Intro eines James-Bond-Films. 2020 folgte eine Kickstarter-Kampagne, die es nach Firmenangaben unter das erfolgreichste Prozent aller Kampagnen schaffte – Becher gingen in 57 Länder. 2022 startete die Produktion in der Schweiz.
Der Markt für wiederverwendbare Becher ist hart umkämpft und von US-Marken dominiert. IRISgo verkauft nicht Nachhaltigkeit, sondern einen Mechanismus, den die Konkurrenz nicht kopieren darf. Das ist der entscheidende Unterschied.
Unsere Einordnung
Das Geld ist hier nicht die Hauptsache. EUR 500'000 verändern für eine Firma mit laufender Produktion wenig. Der Investor verändert viel. MBG bringt genau das mit, woran Schweizer Konsumgüter-Startups regelmässig scheitern: Regalplätze, Handelsbeziehungen und Vertriebspower in Deutschland.
Der Schweizer Heimmarkt ist für ein Produkt wie dieses zu klein. Wer den Sprung nach Deutschland ohne Partner versucht, verbrennt dort meistens Marketingbudget. IRISgo überspringt diesen Teil.
Die Bewertung aus dem Pitch bleibt sportlich, und Swiss-Made-Produktion ist im Preiskampf eine Hypothek. Aber ein geschützter Verschluss plus ein Vertriebspartner mit 60 Märkten ist eine deutlich bessere Ausgangslage als ein weiterer schöner Becher. Wir halten den Deal für einen der klügsten, die ein Schweizer Startup dieses Jahr im deutschen TV gemacht hat.
Zum Startup
- Name
- IRISgo
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- EUR 500'000 (Andreas Herb / HERB Ventures, 2026)
- Kanton
- Luzern
Quelle: about-drinks.com
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